Donnerstag, 17. Dezember 2020

10 Jahre NABU: Naturwaldgemeinde Hirschberg an der Bergstraße


Guten Tag!

Hirschberg, 14. Dezember 2010. (pm) Der Hirschberger Wald ist als Naturwaldgemeinde ausgezeichnet worden. Im Zuge dessen wurde eine naturnahe Waldbewirtschaftung für weitere zehn Jahre festgeschrieben.

Information der Gemeine Hirschberg an der Bergstraße

„Im Oktober des Jahres 1999 wurde der Wald der Gemeinde Hirschberg mit dem Prädikat NABU Naturwaldgemeinde ausgezeichnet.

Dieses Jahr nun wollen NABU Vertreter gemeinsam mit dem Bürgermeister, den Gemeinderäten und dem Revierleiter für weitere 10 Jahren die naturnahe Waldbewirtschaftung fest schreiben.

Seit 1999 sich die Gemeinde dazu verpflichtet, seinen Gemeindewald nach strengen ökologischen Regeln zu bewirtschaften. Neben den ökologischen Aspekten habe die Selbstverpflichtung der Gemeinden auch positive Auswirkungen auf die Naherholung. Insgesamt habe die Auszeichnung keine wirtschaftlichen Einschränkungen mit sich gebracht, aber einen stärkeren, vielfältigeren und gesünderen Waldbestand zur Folge, so Bürgermeister Manuel Just.

Neben Hirschberg wurden vier weitere Gemeinden mit dem NABU-Prädikat „Naturwaldgemeinden“ ausgezeichnet. Die Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald erhielt 1997 als erste im Land vom NABU das Prädikat „Naturwaldgemeinde“.

Dazu kamen noch Bad Dürrheim, Mönchweiler und Pfullingen (Landkreis Reutlingen). Unter anderem verzichten die teilnehmenden Gemeinden auf Kahlschlag, setzen auf Naturverjüngung statt Pflanzungen und verzichten auf den Einsatz von Chemie im Wald.

Der Wald wird nicht „aufgeräumt“. Totholz und Höhlenbäume bleiben als aktive Naturschutzmaßnahme im Wald, und auf fünf Prozent der Fläche kann sich der Wald gänzlich ungestört entfalten. Die Gemeinde erhalten dafür das Prädikat „Naturwaldgemeinde“.

NABU-Landesvorsitzender Andre Baumann sieht für die Naturwaldgemeinden zukünftig weitere strategische Vorteile. „Ein weitgehend geschlossenes Waldgefüge mit ausreichenden Altholz- und Verjüngungsvorräten auf der Fläche ermöglichen einen Waldbau auf hohem Niveau, der den finanziellen Einsatz minimiert und zugleich vielfältige Waldstrukturen mit hoher Biodiversität.

Die Maßgaben des neuerdings entwickelten Alt- und Totholzprogrammes im Staatswald und die Forderung des Bundes nach 5% Nutzungsverzicht werden in Hirschberg schon seit mehr als 10 Jahren erfüllt. Ökologie und Ökonomie sind im Einklang. Auch die Besucher des Waldes honorieren dieses System – attraktive Waldbilder fördern die Naherholung.

Die Mitgliedschaft im Kreis der NABU-Naturwaldgemeinden hat noch weitere Vorteile. Einmal im Jahr, jeweils an einem anderen Ort, treffen sich die Revierleiter und Vertreter des NABU zu einem intensiven Erfahrungsaustausch.

Dabei wird nicht nur die praktische Umsetzung der Kriterien im forstlichen Alltag besprochen sondern auch Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen und Gesetzeslagen diskutiert und beschlossen. Durch diesen permanenten Austausch erweist sich das NABU Prädikat als offene und lebendige Auszeichnung für Gemeinden, die ihren Wald im Einklang mit der Natur bewirtschaften wollen.“

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

„Der Umweltpreis hat uns überregional eine hohe Aufmerksamkeit verschafft.“

Guten Tag!

Hirschberg/Erolzheim, 29. Januar 2010. Der Unternehmer Peter Kohler ist stolz auf den Umweltpreis 2009. Sein Möbelhaus ist ganz auf Natur getrimmt – außen wie innen: Im Passivhaus bietet er Naturmöbel an – nicht ganz billig, aber seine Kunden schätzen Qualität. Die Redaktion wollte wissen, ob sich der Aufwand gelohnt hat, sich um einen Umweltpreis zu bemühen – und was Unternehmen in der Region Rhein-Neckar daraus lernen können.

Von Hardy Prothmann

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Peter Kohler ist stolz auf seinen Umweltpreis. Bild: Kohler GmbH

Herr Kohler, so ein Preis ist schön. Was bringt der außer einer Urkunde an der Wand?
Peter Kohler: „Enorm viel: Ein herausragendes Image. Mein kleines Möbelhaus hat 2009 den Umweltpreis der Baden-Württembergischen Unternehmen im Bereich Handel bekommen. Das ist was. Das Presseecho war sehr gut. Ich würde sonst nicht so wahrgenommen werden. Eine bessere Werbung für unsere Naturprodukte in einem einzigartigen Ambiente ist nicht vorstellbar.“

Braucht ein regionales Unternehmen wie Ihres denn eine solche Pressewirkung?
Kohler: „Auf jeden Fall. Unser Einzugsgebiet hat ungefähr einen Radius von 50 Kilometern. Aber ein nicht unerheblicher Teil nimmt auch Anfahrten von 100 und mehr Kilometer in Kauf. Wir haben auch viele gute Kunden in Österreich und der Schweiz. Und einige davon sind durch die Presse auf uns aufmerksam geworden. Die erkundigen sich über uns, nehmen Kontakt auf und kaufen dann sicherlich kein kleines Accessoir, wenn sie bereit sind, ein oder zwei Mal im Jahr den langen Weg auf sich zu nehmen. Das sind Kunden, die von Naturmöbeln überzeugt sind und die bei uns fündig werden.“

Aufmerksamkeit weit über die Region hinaus

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Der Umweltpreis brachte Aufmerksamkeit und diese ein besseres Google-Ranking. Quelle: Kohler

Was nicht billig ist?
Kohler: „Natur hat ihren Preis. Unsere Produkte sind sicher auf den ersten Blick nicht günstig, aber sie haben einen hohen Wert.“

Wieso haben Sie aus Ihrer Sicht den Preis verdient?
Kohler: „Unser Neubau in Erolzheim aus dem Jahr 2008 ist konsequent ökologisch gebaut worden. Nicht nur ein paar Kollektoren auf dem Dach, weil sich das gut macht. Wir haben das weltweit erste Möbelhaus im Passivhausstandard. Unser Objekt ist ökologisch durchdacht und ebenso der Firmeninhalt – unsere Naturmöbel. Als ich vom Umweltpreis aus der Zeitung erfahren habe, dachte ich: Den gewinne ich.“

Glückwunsch, das hat geklappt. Aber das war kein billiges Unterfangen. Wie haben Sie den Bau finanziert?
Kohler: „Das ist für mich eine erhebliche Investition gewesen. Außerdem gibt es eine große Zahl von stillen Teilhabern und Bürgen. Zusammen mit der GLS Bank sowie der Raiffeisenbank Illertal haben wir ein Finanzierungskonzept gestemmt.“

„Der Aufwand für die Bewerbung war mittel –
der Gewinn an Aufmerksamkeit enorm
.“

War es aufwändig, sich um den Umweltpreis zu bewerben?
Kohler: „Ich habe jetzt an sieben oder acht Ausschreibungen teilgenommen und mehrere Preise gewonnen. Im Vergleich zu anderen war der Aufwand für den Umweltpreis eher gering bis mittel. Zur Preisverleihung kam ein Stellvertreter, weil die Umweltministerin Tanja Gönner terminlich leider nicht selbst anwesend sein konnte. Die Aufmerksamkeit war trotzdem enorm und Frau Gönner hat mir zugesichert, dass sie noch einmal persönlich vorbeischaut, was mich sehr freut. Dadurch werden wir wieder Aufmerksamkeit bekommen. Als kleines Möbelhaus könnte ich mit Werbung niemals so viel Aufmerksamkeit erreichen.“

Wie stellen Sie die Aufmerksamkeit fest?
Kohler: „Durch die Berichterstattung werden wir leichter bei Google gefunden – unsere Kunden suchen exklusive, natürliche Produkte und schauen ins Internet. Und sie nehmen dann auch weitere Wege in Kauf. Das Internet ist eine enorme Unterstützung bei unserem Kontakt zu den Kunden. Wir sind ein regionales Haus, verkaufen aber dank Internet weiter über die Region hinaus. Ohne Internet und nur mit klassischer Werbung wäre das für uns nicht möglich.“

Was haben Sie mit den 10.000 Euro Preisgeld gemacht?
Kohler: „Wir brauchten in der Nachbauphase noch ein thermisches Schott. Da war das Geld gut investiert.“

Link:
Umweltpreis für Unternehmen in Baden-Württemberg 2010
Kohler – natürlich einrichten GmbH & Co. KG