Samstag, 08. Juni 2019

Polizeireform: Das "PrÀsidium Kurpfalz" in Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis mit am besten ausgestattet

Mannheim bleibt PrÀsidium, Heidelberg bekommt Kriminaldirektion

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar/Stuttgart, 27. MĂ€rz 2012. (red/pm) Heute hat Innenminister Reinhold Gall die Eckpunkte der zukĂŒnftigen Polizeistruktur vorgestellt: Danach wird das neue PolizeiprĂ€sidium fĂŒr Nordbaden in Mannheim sitzen, ebenso ein Kriminalkommissariat. Heidelberg wird Sitz der Kriminaldirektion. Mit 2.330 Polizeivollzugsbeamten haben die Stadtkreise Mannheim und Heidelberg, sowie der Rhein-Neckar-Kreis die zweithöchste PersonalstĂ€rke nach Karlsruhe im Land.

Hinweis: Den kompletten Artikel zur Reform, mit Video und weiteren Informationen finden Sie bei uns auf dem Rheinneckarblog.

Die Polizeireform soll bei gleicher Personalausstattung eine effizientere Polizeiarbeit möglich machen und die Polizei fĂŒr die Zukunft stĂ€rken. Wir das gelingen? Diese Frage hat in den vergangenen zwei Monaten, seit die ersten Informationen herauskamen, viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger beschĂ€ftigt.

Heute wurde der neue Zuschnitt der nunmehr 12 PolizeiprĂ€sidien bekannt gegeben. 37 Polizeidirektionen fallen damit weg – unter anderem Heidelberg. Mannheim bleibt PrĂ€sidium und bekommt Heidelberg dazu. Umgekehrt bekommt Heidelberg die Kriminaldirektion und in Mannheim wird ein Kriminalkommissariat eingerichtet. Die Polizeireviere bleiben, ebenso die Posten. Insgesamt hat die Reform zur Folge, dass die Hierarchien flacher werden und vor allem im Mittelbau und bei den FĂŒhrungskrĂ€ften neu strukturiert wird. Die frei werdenden KrĂ€fte sollen dem Dienst vor Ort zugute kommen.

Nordbaden mit am grĂ¶ĂŸten

Das PolizeiprÀsidium Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis wird nach Karlsruhe landesweit die meisten Polizeivollzugsbeamte (2.330) haben. Auch relativ auf die Einwohnerzahl umgerechnet liegt das neue PrÀsidium mit einem Vollzugsbeamten auf 374 Einwohner auf dem zweiten Platz hinter Stuttgart, wo es nur 234 Einwohner sind. Aber schon im PrÀsidiumsbereich Karlsruhe kommen auf einen Beamten 439 Einwohner, in Freiburg 473 und in Heilbronn gar 519.

Von außen betrachtet, Ă€ndert sich fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zunĂ€chst also erstmal nichts. Kritik und Sorgen gab es wegen der Schließung der Kriminalaußenstellen, die durch Kriminaldauerdienste ersetzt werden. Wie sich das in der Praxis auswirkt, muss man abwarten.

Polizeidirektion: „Keine Veranlassung fĂŒr VerĂ€nderungen.“

Guten Tag!

Hirschberg, 26. Juli 2010. Nach den EinbrĂŒchen in Sportlerheime wurde im Hirschberger Gemeinderat erneut das Fehlen eines Polizeipostens beklagt. BĂŒrgermeister Manuel Just wiederholte seine EinschĂ€tzung, dass der Erfolg der Polizeiarbeit mit dem Abbau von Stellen „belohnt“ werde.

Seit dem 10. Mai 1946 gab es einen Polizeiposten (ein Dienstzimmer im Schloss Leutershausen), danach wechselte der Stadort in der Gemeinde mehrfach. Der Polizeiposten Hirschberg wurde am 25. Januar 2005 mit dem Polizeiposten Schriesheim in Schriesheim zusammen gelegt. Dort sind sechs Stellen eingerichtet, von denen zur Zeit fĂŒnf besetzt sind. Beim Polizeirevier Weinheim machen derzeit 78 Beamte Dienst. 49 im Streifendienst und 26 bei den Polizeiposten bzw. dem Bezirks(Ermittlungs)dienst. Hinzu kommen noch 9 Beamte der Kriminalpolizei, also insgesamt 87 Beamte.

Die Redaktion hirschbergblog hat bei der Polizeidirektion Heidelberg nachgefragt und wurde in einem HintergrundgesprĂ€ch ĂŒber die ZusammenhĂ€nge informiert. Abschließend baten wir die Polizeidirektion um eine Stellungnahme zur folgenden Frage:

Immer wieder wird in Hirschberg das Fehlen eines Polizeipostens beklagt. Was ist die Position der Heidelberger Polizeidirektion in der Sache?

Zu der neuerlichen Diskussion im Hirschberger Gemeinderat ĂŒber die Polizei – Postenstruktur im Bereich Hirschberg/Schriesheim nimmt die PD Heidelberg auf Anfrage wie folgt Stellung:

„Argumente hinlĂ€nglich bekannt.“

„Die Argumente, warum sich die Polizei im Jahr 2004 zu einer Reform ihrer Posten-Struktur entschlossen hat, sind hinlĂ€nglich bekannt und wurden mit der verantwortlichen kommunalpolitischen Gremien ausfĂŒhrlich erörtert. Neue Sachargumente sind nicht hinzugekommen, aus diesem Grund erĂŒbrigt sich aus unserer Sicht ein Einstieg in eine erneute Diskussion.

Die KriminalitĂ€tslage hat sich im Bereich Hirschberg – wie es der Leiter des Polizeireviers Weinheim, POR Helfrich, kĂŒrzlich im Gemeinderat ausfĂŒhrlich erlĂ€uterte, sehr positiv entwickelt. Hirschberg ist weniger belastet als vergleichbare Gemeinden, das gilt auch unter Einbeziehung einzelner, öffentlich diskutierter Straftaten.

Auch aus diesem Grund sieht die Polizeidirektion Heidelberg keine Veranlassung, VerĂ€nderungen an der derzeitigen Struktur bzw. Stellenzuweisung im Bereich Polizeirevier Weinheim/Polizeiposten Schriesheim vorzunehmen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog