Dienstag, 21. Mai 2019

Wir w├╝nschen eine gute Fasnachtszeit

Rhein-Neckar, 20. Februar 2012. (red) Wir w├╝nschen unseren Leserinnen und Lesern eine sch├Âne Fasnachtszeit. Wir selbst nutzen die Tage, um unsere neue Redaktion in Mannheim einzurichten. Der Umzug hat stattgefunden – jetzt muss noch einiges eingerichtet werden. Ab Donnerstag, den 23. Februar 2012 berichten wir wieder aktuell.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Ihre Redaktion

In eigener Sache: Freie Mitarbeiter f├╝r Redaktion, Technik und Vertrieb gesucht

Guten Tag!

Hirschberg, 24. Februar 2011. Haben Sie Lust aufs Leben? Stellen Sie gerne Fragen? Gucken Sie gerne hin? Interessieren Sie sich f├╝r Menschen? Wollen Sie wissen, warum die Dinge sind, wie sie sind? Wollen Sie sich kein X f├╝r ein U vormachen lassen? Sind Sie neugierig? M├Âchten Sie etwas aufbauen? Neues lernen und entwickeln?

Von Hardy Prothmann

Dann sind sie richtig bei uns.

„Uns“ sind vier lokale Blogs f├╝r Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg und Weinheim, die Lokaljournalismus im Internet bieten. Experimentierfreudig, schnell, nachdenklich, meinungsfreudig, hintergr├╝ndig, rechercheintensiv und immer wieder ├╝berraschend. Seit Januar 2011 gibt es mit dem rheinneckarblog.de auch ein regionales Angebot.

Bei uns k├Ânnen Sie mehrere Aufgaben ├╝bernehmen: Als Reporter, Kritiker oder redaktionell in der Betreuung der Seiten. Oder technisch, wenn Sie sich gut mit dem Internet auskennen und programmieren k├Ânnen. Und im Vertrieb – Internetwerbung im Lokalen und Regionalen ist ein neues Gesch├Ąft, das spannend ist.

Wir bieten Ihnen eine Zukunftsperspektive, an der Sie selbst mitarbeiten k├Ânnen. Wir sind ein kleines Team, aber wir machen enorm was her. Und Sie k├Ânnen mitmachen.

Rund 200 Berichte sind in anderen Medien bereits in den vergangenen eineinhalb Jahren ├╝ber unsere Arbeit erschienen – weil wir frisch, innovativ und neugierig sind. Zugegeben: auch ein wenig frech.

Nehmen Sie dagegen die lokalen Zeitungsangebote von Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten, Rhein-Neckar-Zeitung… Daf├╝r interessiert sich in der Medienbranche kein Mensch.

Als freier Mitarbeiter f├╝r die Redaktion haben sie viele Freiheiten, werden journalistisch intensiv betreut und werden garantiert keinen „Bratwurstjournalismus“ machen m├╝ssen, wie er tagt├Ąglich in der Zeitung abgefeiert wird. Wenn Sie mehr k├Ânnen (wollen), als S├Ątze wie „Der Wettergott hatte ein Einsehen“, oder: „Die Luft war erf├╝llt vom Duft leckerer Bratw├╝rste“, oder: „Man zeigte sich zufrieden wie immer“, dann sind Sie bei uns genau richtig.

F├╝r die redaktionelle Arbeit m├╝ssen Sie die Lust am sorgf├Ąltigen Arbeiten mitbringen. Und neugierig sein. Und nat├╝rlich ein gutes Deutsch beherrschen. Alles andere, das Handwerk des Journalismus, k├Ânnen Sie bei uns praktisch und theoretisch lernen.

F├╝r die technische Arbeit erwarten wir solide Kenntnisse, beispielsweise in der Programmierung von php und Ideen.

F├╝r den Vertrieb bringen Sie Kontaktfreudigkeit, Sorgfalt und Ausdauer mit – die lokale und regionale Werbung im Internet ist ein neues Arbeitsfeld, in dem gutes Geld verdient werden kann. Bei entsprechendem Einsatz. Immer mehr Anzeigenkunden haben keine Lust mehr auf teure Printanzeigen und entdecken das Internet als Medien, in dem man einfach sein muss. Sie betreuen diese Kunden und helfen Ihnen beim Neustart.

Interessiert? Dann melden Sie sich: redaktion@rheinneckarblog.de

Wie aus einer Pressemeldung ein „Artikel“ wird und wer hinter dem K├╝rzel „zg“ steckt

Guten Tag!

Hirschberg, 03. April 2010. Aufmerksame Zeitungsleser wundern sich ├╝ber einen sehr flei├čigen Autoren, der anscheinend f├╝r den Mannheimer Morgen, die Weinheimer Nachrichten, die Rhein-Neckar-Zeitung und viele andere Zeitungen arbeitet. Sein K├╝rzel: zg.

Von Hardy Prothmann

Kein Journalist hat f├╝r diesen Artikel nennenswert recherchiert - eine Pressemitteilung wurde ein wenig umgeschrieben und fertig ist ein "redaktioneller Artikel" im Mannheimer Morgen, der so tut als ob. Die durchgestrichenen Passagen fallen weg, die unterstrichenen Stellen sind Einf├╝gungen oder Umstellungen. Klicken Sie, um das gesamte Dokument und die Ver├Ąnderungen zu sehen."

Es gibt in Deutschland einen Vielschreiber, der niemals unter seinem Namen auftritt, sondern nur mit dem K├╝rzel „zg“.

„zg“ ist vielseitiger Schreiber: Vereine, Sport, Politik, Kultur, Wirtschaft, Verb├Ąnde – kein Thema ist vor ihm sicher. Er berichtet einfach zu allem und jedem.

Noch verwunderlicher ist: „zg“ schreibt f├╝r jede Menge Zeitungen – auch f├╝r solche, die miteinander „konkurrieren“, wobei die Konkurrenz meist nur in den Au├čenbezirken an den R├Ąndern der Erscheinungsgebiete stattfindet.

Und „zg“ ist meistens bestens informiert und liefert immer Informationen „aus erster Hand“.

So auch heute wieder im Mannheimer Morgen. Hier berichtet „zg“ ├╝ber den genehmigten Antrag zur gemeinsamen Werkrealschule von Hirschberg und Heddesheim.

Wer genau hinschaut und die Pressemitteilung der Gemeinden zum Thema kennt, stellt fest: So flei├čig ist „zg“ gar nicht. Mit ein paar K├╝rzungen, Umstellungen und marginalen Einf├╝gungen macht „zg“ flugs aus einer Pressemitteilung einen „eigenen“ Artikel.

„zg“ ist das K├╝rzel f├╝r „zugesandte“ Texte.

Das R├Ątsel um den Vielschreiber „zg“ ist schnell gel├Âst. Es gibt ihn nicht. Das K├╝rzel „zg“ steht f├╝r „zugeschickt“ oder „zugesandt“.

Das bedeutet: Alle „Artikel“ (und das sind jede Menge), die das K├╝rzel „zg“ tragen, sind nicht von Journalisten der jeweiligen Redaktion verfasst worden, sondern in den meisten F├Ąllen Pressemitteilungen oder Vereinsnachrichten, die ein wenig „aufgeh├╝bscht“ werden und dann so tun, als seien sie eigenst├Ąndige redaktionelle Leistungen der Zeitung.

K├Ânnte man auch sagen, hier t├Ąusche jemand eine eigene redaktionelle Leistung vor? So weit will ich nicht gehen (in Zeiten, in denen man ganz schnell f├╝r Meinungs├Ąu├čerungen abgemahnt wird, muss man vorsichtig sein). Immerhin werden die „zg“-Texte ja ein bisschen bearbeitet, was aus Sicht von Zeitungen dann doch eine redaktionelle „Leistung“ darstellt. Das ist eben Ansichtssache.

Der Schein der Vielfalt.

Leider, leider, werden aber die Leserinnen und Leser nicht ├╝ber dieses Verfahren aufgekl├Ąrt und k├Ânnen nicht erkennen, ob sie einen eigenst├Ąndig recherchierten Artikel oder eine umgeschriebene Pressemitteilung vor sich haben.

Das wollen die Zeitungen nicht. Sie wollen etwas anderes erreichen: Sie suggerieren eine gro├če Vielfalt von „eigenen“ Autoren, die aber keine eigenen sind. Es sind „als ob“-Autoren.

So auch im Text ├╝ber die Werkrealschule, in den die Redaktion besonders dreist noch eingef├╝gt hat: „…in einer Pressemitteilung“, obwohl der Text selbst zu gesch├Ątzten 90 Prozent aus eben dieser Pressemitteilung besteht. (Klicken Sie auf das Bild, um sich selbst ein Bild zu machen.)

Korrekt w├Ąre, wenn die Zeitungen einfach dr├╝ber oder drunter „Pressemitteilung von xy“ schreiben w├╝rden – dann w├╝ssten die Leser Bescheid, wie sie den Text einzuordnen haben.

Zeitungen tauschen aber auch gerne Artikel untereinander aus. Beispielsweise schreibt im Mannheimer Morgen ├╝ber Hirschberg h├Ąufiger ein Autor, der mit „hr“ zeichnet.

Ausgeschrieben ist das Hans-Peter Riethm├╝ller, Redakteur bei den Weinheimer Nachrichten. Umgekehrt erscheint in den Weinheimer Nachrichten auch mal „ag├“, richtig Anja G├Ârlitz vom Mannheimer Morgen.

Und im Mannheimer Morgen gibt es auch mal die Kombination WN/ag├ – das ist dann eine Text├╝bernahme der Weinheimer Nachrichten mit „redaktioneller Bearbeitung“ durch ag├Â.

Auch durch diese Praxis wird so getan als ob. Korrekt w├Ąre ein Hinweis, dass hier Artikel aus anderen Zeitungen ├╝bernommen wurden. Wie Redaktionen ihre Leserinnen und Leser ├╝ber die Inhaltsstoffe informiert, die im Produkt Zeitung drin sind, entscheiden die Redaktionen selbst.

Umgeschriebene Pressemitteilungen sind g├Ąngige Praxis.

F├╝r Recherche bleibt keine Zeit – schlie├člich muss „zg“ jede Menge „Artikel schreiben“. Diese Praxis, umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Artikel zu verkaufen, ist Gang und G├Ąbe in deutschen Zeitungsredaktionen. Journalisten, die eigentlich bei einer Nachrichtenagentur angestellt sind, werden so schnell auch mal zu „Von unserem Mitarbeiter xy“.

Das hirschbergblog arbeitet anders: Nat├╝rlich ├╝bernehmen wir wie jede Redaktion manchmal Informationen aus Pressemitteilungen und anderen Informationsquellen. Das machen wir in den allermeisten F├Ąllen durch die Nennung der Quelle deutlich. Die Informationen f├╝gen wir neu und eigenst├Ąndig zusammen und erg├Ąnzen sie durch eigene Recherche. Das Ergebnis ist ein echter redaktioneller Artikel und nicht eine Mogelpackung, die so tut als ob.

Dar├╝ber hinaus verlinken wir zu Informationsquellen oder dokumentieren die Originalpressemitteilungen – dadurch erm├Âglichen wir eine gro├če Transparenz f├╝r unsere Leserinnen und Leser.