Sonntag, 17. Februar 2019

Rhein Petroleum: Seismische Messungen im Gebiet Weinheim

Hirschberg, 16. Juli 2012. (red/pm) Die Firma Rhein Petroleum wird in ihrem Lizenzgebiet „Weinheim“ seismische Messungen durchfĂŒhren, um zu erkunden, ob möglicherweise Erdöl im Untergrund vorhanden ist. Dies kĂŒndigte das Heidelberger Unternehmen an, das daher aktuell mit den zustĂ€ndigen Gemeinden und Behörden in Kontakt ist. Um die Bevölkerung frĂŒhzeitig ĂŒber den Ablauf der seismischen Messungen zu informieren, veranstaltet Rhein Petroleum am Dienstag, 24.07.2012, um 19 Uhr, im BĂŒrgersaal des Rathauses Hirschberg, Großsachsener Straße 14, eine  BĂŒrgerversammlung zur 3-D-Seismik.

Information der Rhein Petroleum Gmbh:

„Als bewĂ€hrtes Messverfahren wird die sogenannte Vibroseismik angewandt. Dabei fahren gelĂ€ndegĂ€ngige, LKW-Ă€hnliche Spezialfahrzeuge mit Straßenzulassung die Messstrecke ab und messen an zuvor festgelegten Punkten. Hierzu werden durch das hydraulische Absenken einer Bodenplatte fĂŒr etwa zehn bis zwölf Sekunden leichte Schallwellen in den Untergrund gesendet, die von den jeweiligen Gesteinsschichten reflektiert werden und so wieder an die ErdoberflĂ€che zurĂŒck gelangen. Die Reflexion dieser nicht hörbaren Schallwellen wird von so genannten Geophonen (Erdmikrofonen) aufgezeichnet und direkt an einen Messwagen geleitet.

Beim Aussenden der Schallwellen ist unmittelbar neben den Fahrzeugen ein leichtes Vibrieren zu spĂŒren. DarĂŒber hinaus werden die Messungen und das Einhalten behördlich vorgegebener Richtlinien permanent ĂŒberwacht. Diese speziell auch fĂŒr bewohnte Gegenden entwickelte, sehr schonende 3-D-Seismik ermöglicht eine Darstellung des Untergrunds bis in Tiefen von mehreren Kilometern.

Um ein möglichst aussagekrĂ€ftiges Bild zu bekommen, macht der Messtrupp etwa alle 40 Meter Halt, so dass der Zug pro Tag eine Strecke von etwa drei bis vier Kilometern zurĂŒcklegt – je nach örtlicher Gegebenheit. Dabei bewegen sich die Fahrzeuge ausschließlich auf von den jeweiligen EigentĂŒmern oder genehmigenden Behörden sowie StĂ€dten und Gemeinden freigegebenen Straßen, Wegen und FlĂ€chen.

Um diese Genehmigungen einzuholen, werden in den kommenden Tagen und Wochen Mitarbeiter der von Rhein Petroleum beauftragten Firma Geo-Service K. Bittner mit allen GrundstĂŒckseigentĂŒmern und Behörden persönlich sprechen. Wenn diese Genehmigungen vorliegen, werden zuerst Punkte im GelĂ€nde per GPS eingemessen und dann mit nummerierten und farblich gekennzeichneten Holzpflöcken markiert. Im zweiten Schritt werden die Erdmikrofone verteilt und mit orangefarbenen Messkabeln verbunden. Diese Kabel können problemlos ĂŒberfahren werden.

Voraussichtlich ab September ist dann der Messzug, der aus drei Vibroseis-Fahrzeugen besteht, im Bereich Weinheim unterwegs. Insgesamt wird ein rund 75 Quadratkilometer großes Gebiet zwischen Hirschberg, Heddesheim, Hemsbach, Weinheim in Baden-WĂŒrttemberg bis zur A67 bei Viernheim in Hessen auf diese Weise bis etwa Mitte November untersucht werden. Mit den gesammelten Daten kann dann eine dreidimensionale Karte des Untergrunds erstellt werden, anhand derer Experten Hinweise ableiten können, ob Erdöl im Untergrund vorhanden ist.

Rhein Petroleum hat in den vergangenen Monaten bereits im bayerischen UnterallgĂ€u, nördlich von Karlsruhe sowie im hessischen Ried auf ĂŒber 600 kmÂČ solche seismischen Messungen erfolgreich durchgefĂŒhrt. Weitere Informationen erhalten interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger im Projekt- und InformationsbĂŒro (zwischen 8 und 18 Uhr) in der Alfred-Nobel-Straße 14 in Viernheim, Telefon: 0160-2310164.

Um die Bevölkerung frĂŒhzeitig ĂŒber den Ablauf der seismischen Messungen zu informieren, veranstaltet Rhein Petroleum am Dienstag, 24.07.2012, um 19 Uhr, im BĂŒrgersaal des Rathauses Hirschberg, Großsachsener Straße 14, eine  BĂŒrgerversammlung zur 3-D-Seismik. Rhein Petroleum bedankt sich herzlich fĂŒr die UnterstĂŒtzung.“

Debatte im ATU ĂŒber geophysikalische Suche nach Kohlewasserstoffen

„Wer sucht, will auch bohren!“

Messfahrzeug Rhein Petroleum GmbH Heidelberg

Drei solcher Messfahrzeuge sollen in Hirschberg ab dem FrĂŒhjahr nach Öl oder Gas suchen. Quelle: Rhein Petroleum GmbH Heidelberg

Hirschberg, 18. Januar 2012 (red) Der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt entschied gestern in öffentlichen Sitzung ĂŒber den Antrag, ob in Hirschberg nach Kohlewasserstoffen gesucht werden darf. Nach einer Debatte zwischen BĂŒrgermeister Just und Gemeinderat Karl-Heinz Treiber wurde dem Antrag zugestimmt.

Von Jörg Theobald

Das Unternehmen “Rhein Petroleum GmbH” aus Heidelberg, vertreten durch das Unternehmen “360plus Consult”, stellte bei der Gemeinde Hirschberg erneut einen Antrag auf Zulassung fĂŒr die geophysikalische Suche nach KohlewasserstofflagerstĂ€tten.

Den ersten Antrag auf diese Genehmigung legte das Unternehmen dem Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt (ATU) am 12. Juli 2011 vor. Damals wurde der Antrag aufgrund von Informationsdefiziten ausdrĂŒcklich abgelehnt. Nach einer Informationsveranstaltung in einer öffentlichen Sitzung am 06. Dezember 2011 folgte nun der neue Antrag.

Bei zwei Gegenstimmen durch die GrĂŒne Liste Hirschberg (GLH) wurde dem Antrag stattgegeben.

Erhitzte GemĂŒter

Vor der Abstimmung fasste BĂŒrgermeister Just den Sachverhalt zusammen. Dabei betonte er noch einmal ausdrĂŒcklich, dass es sich lediglich um eine Voruntersuchung handele.

Es geht jetzt eindeutig nicht darum, nach Öl zu bohren.

Um Bohrungen vorzunehmen, wĂŒrde zunĂ€chst ein weiterer Antrag notwendig werden. Ob man einem solchen Antrag zustimmen wĂŒrde, ist fĂŒr BĂŒrgermeister Just bislang noch völlig offen. Seiner Meinung nach gibt es keinen Grund die Messungen nicht zu erlauben.

Anschließend wurde ĂŒber den Antrag debattiert.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) erklÀrte den Anwesenden, dass durch die kritische Betrachtung des Vorgangs durch die Gemeinde ihre eigenen Bedenken ausgerÀumt wurden. Dennoch:

Es ist wichtig, die Ängste der BĂŒrger ernst zu nehmen.

Vor allem die Angst vor möglichen SchÀden an GebÀuden und einer Belastung des Grundwassers sollte man schnell mit einer Informationsveranstaltung adressieren.

Auch Thomas ThĂŒnker (FW) hĂ€lt die Untersuchungen fĂŒr sinnhaft. Oliver Reisig (FDP) schloss sich dieser Meinung an:

Die von der Firma getroffenen Maßnahmen haben sich als Best Practice in diesem Bereich herausgestellt.

Fritz Bletzer erinnerte noch einmal daran, dass hier “schon vor 40 Jahren nach Öl gesucht und nichts gefunden wurde.” Das werde auch diesmal so sein. Daher gebe es keinen Anlass die Messungen zu verweigern.

Dr. Boulanger: „Was sollen wir uns jetzt noch mehr informieren?“

Zu einem hitzigen Wortwechsel kam es jedoch zwischen Karl-Heinz Treiber (GLH) und dem BĂŒrgermeister. Treiber sagte:

Es war ganz klar Vorraussetzung, dass zunĂ€chst die Bevölkerung informiert wird. Den BĂŒrgern wird hier eine Entscheidung einfach ĂŒbergestĂŒlpt!

Laut seinem VerstĂ€ndnis habe man sich in der letzten Sitzung darauf geeinigt, erst nach einer breitflĂ€chigen Information der BĂŒrger ĂŒber dieses Thema abzustimmen. Das sei auch mit dem Unternehmen so abgemacht gewesen.

Von Flyern war die Rede, die Informationen wĂŒrde man auch auf die Homepage des Unternehmens setzen. Und es sei im Interesse des Unternehmens die BĂŒrger einzubinden.

Laut Treiber wurde von diesen Versprechen jedoch nichts eingelöst.

BĂŒrgermeister Just war von dieser Auffassung der Situation irritiert.

Ich möchte keineswegs etwas verharmlosen. Aber ihre Interpretation kann ich nicht nachvollziehen.

Es sei eindeutig klar gewesen, dass eine vorangestellte Information der BĂŒrger erfolgt. Das bedeute aber nicht, dass man den BĂŒrger vor dem Beschluss informiert, sondern lediglich vor einer möglichen Bohrung. Weiterhin mĂŒsse man sich richtig positionieren. Schließlich liege die Entscheidungshoheit fĂŒr den Vorgang ohnehin beim RegierungsprĂ€sidium in Karlsruhe.

Peter Johe (FW) Ă€usserte sich Treiber gegenĂŒber wie folgt:

Ich hĂ€tte nie im Leben die Idee gehabt, das so zu verstehen. Das macht fĂŒr die Firma so doch ĂŒberhaupt keinen Sinn. Das Unternehmen kann doch nicht erstmal tausende Flyer verteilen und dann die Entscheidung der Gemeinde abwarten.

So mache man lediglich die BĂŒrger verrĂŒckt mit einem Vorgang, der dann womöglich ĂŒberhaupt nicht stattfindet.

Dr. Boulanger (CDU) hielt die vorliegenden Informationen fĂŒr eine „ausreichende Entscheidungsgrundlage“.

Was sollen wir uns jetzt noch mehr informieren?

Die Vorarbeiten der Gemeinde hĂ€lt er fĂŒr ausreichend. Man habe sich bei fĂŒnf weiteren Gemeinden ĂŒber die Erfahrungen mit der Rhein Petroleum GmbH informiert und plant einen Vertrag fĂŒr die Regelungen bei möglichen SchadensfĂ€llen.

Da gibt es keinen Grund mehr dagegen zu sein!

Antrag beschlossen bei zwei Gegenstimmen

Karl-Heinz Treiber vertrat weiterhin seinen Standpunkt. Er erkundigte sich, warum man dann ĂŒberhaupt hier sitze, wenn man ohnehin keine Entscheidungsgewalt habe:

Was vergeben wir uns denn, wenn wir erst einmal die Bevölkerung informieren und die Entscheidung des RegierungsprÀsidiums abwarten? Und: Wer sucht, der will bohren.

Laut BĂŒrgermeister Just sei man „lieber schon beim ersten Schritt aktiv im Boot“. Sonst dĂŒrfe man sich nicht wundern, wenn man „bei spĂ€teren Entscheidungen im GepĂ€ckabteil sitzt.“

Nach der teilweise hitzigen Debatte ging man dann zur Abstimmung ĂŒber. Der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt stimmte dem Antrag der „Rhein Petroleum GmbH“ bei zwei Gegenstimmen seitens der GrĂŒnen Liste Hirschberg zu.

 

Im Juli untersagte der Ausschuss die seismischen Messungen noch.

„Öldorado“ Hirschberg? ATU gibt grĂŒnes Licht fĂŒr Suche nach Erdöl- und Erdgasvorkommen

Messfahrzeug Rhein Petroleum GmbH Heidelberg

Drei solcher Messfahrzeuge könnten schon im FrĂŒhjahr durch Hirschberg rollen. Quelle: Rhein Petroleum GmbH Heidelberg

Hirschberg, 07. Dezember 2011. (red/mh) In Hirschberg wird nĂ€chstes Jahr nach Erdölvorkommen gesucht. Dazu gab der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt gestern Abend die grundsĂ€tzliche Zustimmung. Der Beschluss erlaubt Voruntersuchungen im Gemeindegebiet Hirschberg. Dr. Michael Suana, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Rhein Petroleum GmbH Heidelberg, war persönlich zur Sitzung erschienen und ĂŒberzeugte den Ausschuss mit seinem Vortrag. Und garantierte, „dass es zu keinerlei SchĂ€den kommen wird“. [Weiterlesen…]