Sonntag, 11. Oktober 2020

Will die Agentur Leistungen der Stadt ĂŒber einen Bericht in der RNZ erpressen?

Unverhohlene Drohung – die Demi und ihr Sturm

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Schlammschlacht: Im Sommer sah die Festwiese nach einem Konzert von Xavier Naidoo aus wie ein Acker – jetzt hetzt die RNZ ĂŒber beste Verbindungen zu Demi Promotion gegen Bensheim und setzt Ladenburg unter Druck. Zeit, dass sich der Gemeinderat der Sache annimmt. (Archivbild)

 

Ladenburg/Hirschberg, 28. November 2013. (red) Die Rhein-Neckar-Zeitung hat sich Sorgen um die Zukunft des Musiksommers in Ladenburg gemacht. Die Hirschberger Agentur Demi Promotion hat wohl Probleme mit der Finanzierung und sucht die Schuld bei anderen. Doch das ist nur der vordergrĂŒndige Teil der Geschichte. Interessanter sind die HintergrĂŒnde – vor allem die versuchte Erpressung im Mantel einer „Berichterstattung“. [Weiterlesen…]

Geprothmannt

Eskalierende Berichterstattung

Ein Jugendlicher zerstört eine Scheibe und die RNZ suggeriert aufgrund einer „Zeugenaussage“, die Polizei sei schuld, weil zu „rabiat“. Gehts noch?

 

Rhein-Neckar/Schriesheim, 15. Oktober 2012. (red/pro) In Schriesheim gab es vor kurzem so etwas wie Chaostage. Rund 250 zum Teil heftig besoffene Jugendliche treffen sich einer „Abrissparty“. Rund 50 eilig herbeieilende Polizisten bekamen die Lage aber in den Griff. Die „QualitĂ€tspresse“ sieht das anders. Und pumpt einen 20-jĂ€hrigen Chaos-Beteiligten zum „Kronzeugen“ auf.

Von Hardy Prothmann

Nein, ich mache jetzt keine Namensanspielungen zum Beitrag von Carsten Blaue in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 09. Oktober 2012 mit der Überschrift:

Sorgte die Polizei fĂŒr eine Eskalation?

Aber ich frage mich sehr wohl, was den RNZ-Journalisten dazu treibt, eine solche Überschrift zu formulieren und einen Beitrag zu verfassen, der jeden aufmerksamen Leser vollstĂ€ndig erschĂŒttert zurĂŒcklĂ€sst: Ist dieser Artikel ein Beispiel fĂŒr den angeblichen QualitĂ€tsjournalismus der Tageszeitungen?

Abriss“birnen“

Zur Sachlage: Am Abend des 05. Oktobers 2012 finden sich in Summe rund 250 Jugendliche in Schriesheim zusammen, um an einer „Abrissparty“ teilzunehmen. Sie rotten sich in Gruppen zusammen, saufen mitgebrachte Alkoholika, werden auffĂ€llig und die Polizei reagiert. Insgesamt rund 50 Streifenbeamte der Polizeidirektion Heidelberg, unterstĂŒtzt durch das PolizeiprĂ€sidium Mannheim treffen in Schriesheim ein, errichten Kontrollpunkte und versuchen die Lage zu klĂ€ren.

Die Mannheimer Beamten kennen sich vor Ort nicht aus – das geht auch vielen Heidelberger Polizisten so. FĂŒr einen Einsatzplan bleibt keine Zeit. Der Einsatz kommt ĂŒberraschend. Und man „jagt keine Verbrecher“, sondern betrunkene Jugendliche, die unter der Woche sicher Mamas und Papas Liebling sind. Brave Kinder im Alkoholausstand.

Chaos-Nacht in Schriesheim

Die Jugendlichen zerdeppern Flaschen auf der Straße (welche, spielt keine Rolle, es hĂ€tte ĂŒberall sein können), vermĂŒllen den Platz vor einem frĂŒheren Handelsmarkt, demolieren zwei Autos, schlagen die TĂŒrscheibe einer Bahn ein, gröhlen, beleidigen und provozieren Beamte.

Die Jugendlichen werden abgeschirmt, begleitet, in kleinen Gruppen in die Bahnen gesetzt. Nach vier bis fĂŒnf Stunden ist der Spuk am Freitagabend kurz vor Mitternacht vorbei. Die Lage ist beruhigt.

In der Folge schreibt ein 20-jĂ€hriger eine email an die Rhein-Neckar-Zeitung. Die Zeitung nennt den Namen des email-Schreibers, sein Alter und seinen Wohnort. Dass sie dabei gegen jede Grundregel des Quellenschutzes verstĂ¶ĂŸt, ist Redakteur Carsten Blaue scheinst, vollstĂ€ndig egal.

Quellenverbrennung

Guter Journalismus bewahrt „Quellen“ auch vor Selbstschaden. Den hat der junge Mann jetzt. Denn er wird fĂŒr einen vermeintlichen „Scoop“ (journalistische Aufdeckung) klasklar missbraucht. Es gibt journalistisch ĂŒberhaupt keinen Grund, Namen, Alter und Wohnort und „Status“ des Informanten als „Beteiligten“ zu nennen – außer die Folgen fĂŒr den Informanten sind einem RNZ-Journalisten einfach nur egal. Jeder „Informant“ sollte es sich genau ĂŒberlegen, ob man dieser Zeitung trauen kann.

Die Rhein-Neckar-Zeitung stellt tatsĂ€chlich wegen der Behauptung eines einzelnen, jungen „Erwachsenen“ den Einsatz der Polizei in Frage. Fragen zu stellen, ist journalistisch absolut legitim. Geradezu notwendig. Aber welche Fragen wurden gestellt?

Jugendliche in Abrisslaune randalieren, die Polizei bekommt die Lage in den Griff und die Zeitungsberichterstattung „eskaliert“.

 

„Blaues Sicht“ – null Recherche

Der junge Mann behauptet, die Polizei sei „rabiat“ gewesen. Hier muss man nachhaken. Was meint das? Hat die Polizei etwa klare Ansagen gemacht? Oder auch ein bisschen „gedrĂ€ngelt“?

Der junge Mann behauptet laut der Zeitung aber auch, die Polizei sei „gewalttĂ€tig“ gewesen. Und spĂ€testens hier ist Schluss mit lustig. Gewalt hat Konsequenzen: HĂ€matome, blaue Augen, Platzwunden, Verletzungen eben.

Sind Verletzungen dokumentiert? Nein. Wurde die Polizei befragt, ob es Festsetzungen gab, Schlagstock- oder TrÀnengaseinsatze? Nein.

Denn das hĂ€tte ja „den Aufreger“ zunichte gemacht.

Wurde im Ansatz von Herrn Blaue und der Redaktion ĂŒber die Lage vor Ort nachgedacht? Über die Einsatzwirklichkeit der Polizei?

LÀcherliche Polizei vs. blödsinnige Meinung

50 Beamte stehen 250 mehr oder weniger alkoholisierten Jugendlichen gegenĂŒber, die in „Abrissparty-Laune“ sind. Ohne jegliche Vorbereitung. Glaubt der Journalist tatsĂ€chlich, dass die Polizei so dumm ist und durch falsches Verhalten diesen schon sichtbar aggressiven Mob noch mehr zu reizen?

Die Einsatzwirklichkeit von Polizeibeamten beschreibt der Pressesprecher Harald Kurzer so:

Wir sind teilweise das Gespött der Stammtische. FĂŒnf Beamte waren nötig, um einen ausrastenden Betrunkenen unter Kontrolle zu bringen – ja, haben die gar nix drauf?

Gute Frage, nĂ€chste Frage. Sollen die Beamten knĂŒppeln oder gar schießen? Um eine ausrastende Person zu „stabilisieren“, braucht es mindestens zwei, eher drei oder sogar fĂŒnf Personen. Vor allem, um die Person vor Verletzungen zu bewahren, die sonst umungĂ€nglich wĂ€ren. Die Methode „Schlagstock ĂŒber den SchĂ€del ziehen“ wird ĂŒberwiegend nur noch in Diktaturen angewandt, nur Herr Blaue hat das noch nicht mitbekommen.

Gehts noch?

Konkret vor Ort hieße das, die Polizei hĂ€tte nicht mit 50 Beamten, sondern mit 500 oder besser 750 Beamten vor Ort sein mĂŒssen. Wegen einer blöd-besoffenen Abrissparty-Laune, die ĂŒber Facebook „organisiert“ wurde? Gehts noch? Denkt ein Herr Blaue abgesehen von der AbsurditĂ€t der Vorstellung auch mal ĂŒber die Kosten fĂŒr den Steuerzahler nach?

Geht Herr Blaue davon aus, dass am Wochenende hunderte von Polizisten in Einsatzbereitschaft sind, um dem feierwĂŒtigen Nachwuchs klar zu machen, dass man sich mal eben nicht irgendwo trifft, um zu saufen und was kaputt zu machen? Und wenn dies so wĂ€re, berichtete die RNZ dann ĂŒber „PolizeistaatsverhĂ€ltnisse mitten in Deutschland“?

Blödsinniger kann man tatsĂ€chlich nicht „berichten“, als die Rhein-Neckar-Zeitung das im Fall der „Schriesheim-Flashmobs“ getan hat. Ohne Recherche, ohne Sinn, ohne Verstand.

Falsches Ticket

Ich fĂŒr meinen Teil hoffe, dass die Beamten vor Ort den besoffenen Jugendlichen so deutlich wie möglich klar gemacht haben, dass es niemanden interessiert, ob man in die falsche Bahn gesetzt wird und einmal umsteigen muss, nachdem man sich verabredet hat, sich die Birne aufzuweichen und was kaputt zu machen.

Jeder, der an diesem Freitagabend mit dieser Stimmung nach Schriesheim gefahren ist, war „mit dem falschen Ticket“ unterwegs.

Und die Schriesheimer Bevölkerung kann sehr dankbar sein, dass die Polizei dafĂŒr gesorgt hat, dass die Situation vor Ort nicht eskaliert ist und niemand wirklich zu Schaden kam. Den TĂŒreinschlager hat man festgestellt, er wird zur Verantwortung gezogen. Wer noch finanziell (Party-Veranstalter oder Facebook-Einlader) fĂŒr den Einsatz aufkommen muss, wird noch geprĂŒft. Die Besitzer der demolierten Autos haben hoffentlich eine Vollkasko, sonst bleiben sie vermutlich auf dem Schaden sitzen. Alle anderen Autobesitzer sind der Polizei dankbar.

Die friedliche und kĂŒnstlerische Idee des „Flashmobs“ wurde ebenfalls beschĂ€digt, die vielen tollen Möglichkeiten der sozialen Medien ebenso, denn fĂŒr Zeitungen ist alles mit Internet sowieso „igitt“.

Eskalation vs. gute Polizeiarbeit

Die „Eskalation“ hat im Kopf eines Zeitungsschreibers stattgefunden, der journalistische Standards nicht beherrscht, sondern selbst auf Krawall aus ist. Flankiert von einer Zeitung, die an Standards offensichtlich nicht interessiert ist. GewĂŒrzt mit einer (zeitungsredakteursimmanenten) Panikstimmung gegenĂŒber dem Internet. Und der verlorenen Hoffnung, vielleicht irgendeinen blöd-besoffenen Jugendlichen, der eh keine Zeitung liest, fĂŒr die Zeitung zu interessieren.

Es könnte sein, dass die Rhein-Neckar-Zeitung den ein oder anderen Polizisten als Abonnenten verloren hat, der sich solche Berichte „einfach nicht mehr geben muss“.

Dokumentation: Die Berichte in der Rhein-Neckar-Zeitung können Sie hier nachlesen (sofern sie nicht gesperrt werden)

Sorgte die Polizei fĂŒr eine Eskalation?

Mit jeder Bahn kamen mehr Jugendliche?

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung „politisch berichtet, können Sie hier nachlesen:

Politische „Berichterstattung“ bei der RNZ

 

 

 

 

Politische PR-Berichterstattung – RNZ schweigt

"Mens agitat molem" hat die RNZ als Leitspruch - "der Geist bewegt die Materie". Fragt sich nur, welche Art von Geist gemeinst ist.

Rhein-Neckar, 22. November 2011. (red) Am 17. November 2011 hat die Redaktion auf dem Rheinneckarblog.de aufgedeckt, dass die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) politische PR-Propaganda fĂŒr die CDU und Stuttgart 21 macht. Ein Text des CDU-Landtagsabgeordneten Georg Wacker war als redaktioneller Text getarnt in weiten Teilen inhaltlich und sogar wortgleich ĂŒbernommen worden. Wir haben die Chefredaktion damit konfrontiert und um Auskunft gebeten, ob sich die RNZ noch als unabhĂ€ngige Zeitung oder als Propaganda-Organ sieht. Die Frage scheint beantwortet.

Von Hardy Prothmann

Angeblich hatte den Text der Redakteur Stefan Hagen geschrieben – schließlich war der Artikel mit seinem Namen gekennzeichnet. Auf RĂŒckfrage bei Herrn Hagen hat dieser den Text als seinen eigenen ausgegeben. Zu dumm nur, dass am Tag vor Erscheinen der Ausgabe der mehr oder weniger gleiche Text schon beim CDU-Politiker und frĂŒheren StaatssekretĂ€r Georg Wacker auf dessen Homepage erschienen war.

Wir haben die Chefredaktion der RNZ um Antwort gebeten, wie es dazu kommen konnte. Seit dem 17. November hatte die RNZ Zeit, zu der brisanten Frage Stellung zu beziehen, ob sich die Zeitung als unabhĂ€ngig oder als parteipolitisches Propaganda-Blatt begreift. Oder, ob Herr Hagen gar als „Ghostwriter“ fĂŒr Herrn Wacker arbeitet und damit tatsĂ€chlich „seine eigenen“ Texte in der Zeitung nochmals veröffentlicht? Immerhin beharrte er darauf, dass der abgedruckte „sein Text“ sei.

Eine Antwort fehlt bis heute und wird vermutlich auch nicht mehr kommen. Doch auch eine Nicht-Antwort ist eine Antwort. Jede anstĂ€ndige Redaktion, die sich einem unabhĂ€ngigen Journalismus verpflichtet fĂŒhlt, hĂ€tte geantwortet und diese vermeintlich unhaltbaren VorwĂŒrfe zurĂŒckgewiesen oder im Falle eines Fehlers diesen eingestanden, korrigiert und die nötigen Konsequenzen gezogen.

Nicht so die RNZ-Chefredaktion. Die beiden Chefredakteure schweigen. Kein Dementi, kein EingestÀndnis eines Fehlers, keine ErklÀrung. Nur ein schwaches Wegducken.

TatsĂ€chlich ist es unerheblich, ob die Zeitung Parteipropaganda fĂŒr die CDU oder eine andere Partei macht. Propaganda bleibt Propaganda und hat mit seriösem Journalismus nichts zu tun. Da kann die Zeitung noch so stolz sein, als erste Zeitung 1945 in WĂŒrttemberg-Baden gegrĂŒndet worden zu sein – mit solchen miesen Methoden rangiert man sich aufs journalistische Abstellgleis ohne Chance auf Anschluss.

Möglicherweise versteht man aber unsere Anfrage auch nicht, weil diese Art „zu arbeiten“ mittlerweile der „publizistische Standard“ bei der RNZ ist.

Immerhin: CDU-Mann Georg Wacker „steht zu seiner Interpretation“ und hat auf einen weiteren Bericht von uns reagiert, in dem wir der CDU Weinheim unredliche Stimmungsmache vorwerfen.

Lesen Sie zum Thema:

Nachgefragt: Wie wird aus einer politischen PR-Meldung ein redaktioneller Text in der RNZ?

Wacker steht zu Interpretation der Herrmann-Antwort

Offener Brief an die CDU Weinheim: Unredlich ist, wer falsch Zeugnis ablegt

RNZ berichtet ĂŒber Feuerwehr – oder tut sie nur so, als ob?


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 19. Januar 2011. Die Zeitungen galten lange als GralshĂŒter der Information mit hoher Verantwortung und „GlaubwĂŒrdigkeit“: Aber auch als „Gatekeeper“, quasi TĂŒrsteher, die mit geschultem Blick angeblich garantierten, wichtige Informationen von unwichtigen zu trennen. Dieser Mythos war schwer zu ĂŒberprĂŒfen, weil es kaum „Kontrollmöglichkeiten“ gab. In Zeiten des Internet gibt es fĂŒr alle BĂŒrger die Möglichkeit, die Redlichkeit der Berichterstattung zu kontrollieren und das ist gut so.

Von Hardy Prothmann

Die Rhein-Neckar-Zeitung ist eine FlĂ€chenzeitung mit einem großen Einzugsgebiet und hat eine tĂ€gliche Verbreitung von angeblich rund 91.000 Exemplaren. Die Auflage sinkt kontinuierlich. Im ersten Quartal 2009 waren es noch rund 98.000 Exemplare (laut IVW).

Das hat GrĂŒnde: Die QualitĂ€t des Produkts stimmt (schon lange) nicht mehr.

Aufmerksame Leserinnen und Leser mĂŒssen sich belogen und betrogen vorkommen, wenn sie Informationen in der Zeitung mit Informationen außerhalb der Zeitung vergleichen.

Journalistische Leistung?

Ein aktuelles Beispiel ist ein Bericht vom 18. Januar 2011: „Ist bei der Feuerwehr Feuer unterm Dach?“, titelt die Zeitung und „berichtet“ ĂŒber die Feuerwehr Sulzbach.

"Feuer unterm Dach"? Umgeschriebene Pressemitteilung wird als "Autoren"-Bericht verkauft. Quelle: RNZ

Die Zeitung tĂ€uscht vor, dass der Artikel von Lutz Engert stammt. Auch der Autor Lutz Engert tĂ€uscht vor, dass es sich um eine tatsĂ€chliche eigene journalistische Leistung handelt, immerhin steht er mit seinem Namen dafĂŒr ein. TatsĂ€chlich besteht der Artikel zum ĂŒberwiegenden Teil aus Informationen von Ralf Mittelbach, Pressewart der Feuerwehr Weinheim.

Wer vermutet, dass Lutz Engert vor Ort war und kenntnisreich ĂŒber die „ZustĂ€nde“ bei der Feuerwehr Sulzbach schreibt, der irrt. Lutz Engert, der seinen Namen ĂŒber den Artikel gesetzt hat, hat lediglich die Pressemitteilung von Ralf Mittelbach mit einem Vorspann versehen, dessen Informationen Umformulierungen der Pressemitteilung an sich sind. Vor Ort war Lutz Engert nicht.

Nun könnte man meinen, Lutz Engert habe wenigstens mit dem eigentlichen Verfasser telefoniert. Doch das trifft nicht zu.

Absurderweise umschreibt Engert die Informationen der Pressemitteilung, die (aus Journalistensicht) dankenswerterweise keine Schönwetter-Meldung ist, sondern durchaus kritisch Probleme bei der Sulzbacher Feuerwehr aufzeigt.

Arrogante „Berichterstattung“.

Was Lutz Engert nicht daran hindert, die vermutlich einzig benutzte Quelle als „kryptisch“ zu diffamieren, um dann selbst mehr als kryptisch ohne ein wesentliches Mehr an Information vom Leder zu ziehen. Der Rest des Artikels besteht aus Fragmenten von zwei „zusammengeschriebenen“ Pressemitteilungen von – Ralf Mittelbach.

Es ist ĂŒberhaupt nicht verwerflich, Pressemitteilungen ĂŒber ein Medium zu verbreiten. Der Anstand gebietet aber, die Quellen transparent und nachvollziehbar zu nennen.

Zum Vergleich: Einen Tag vorher haben wir die Pressemitteilungen von Ralf Mittelbach ebenfalls verbreitet: „Feuerwehr Sulzbach ist Nachwuchslieferant – Spannungen bei der FĂŒhrung„, heißt unsere Überschrift auf dem weinheimblog zum Thema. Es gibt einen auf der Basis der Pressemitteilung selbst verfassten Vorspann und dann die korrekte Angabe: „Information der Feuerwehr“.

Auch wir haben die Spannungen erkannt, die in der Pressemitteilung aufgezeigt wurden und aufgenommen. Was wir nicht getan haben, ist, uns anzumaßen, diese Informationen als einen selbstrecherchierten Autoren-Text auszugeben.

Normaler Wahnsinn.

Lutz Engert, der uns persönlich nicht bekannt ist, und die Rhein-Neckar-Zeitung beschĂ€digen mit einem solchen Artikel, der kein Einzelfall ist, sondern den „normalen Wahnsinn“ des tĂ€glichen „so-tun-als-ob“ darstellt, den Berufsstand des Journalismus erheblich, weil die Leserinnen und Leser nicht mehr wissen können, was ein echter eigener Artikel ist und was eine „zusammengekloppte“ Pressemitteilung.

Wir thematisieren die gĂ€ngige Praxis des „Leser-Betrugs“ immer wieder, weil solche Artikel nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind.

Klar ist, dass Zeitungsredakteure unter einem enormen Druck stehen. Sie mĂŒssen viel Arbeit bewĂ€ltigen – fĂŒr Recherche bleibt vielen keine Zeit mehr.

Und wir behaupten nicht, dass alle von uns veröffentlichten Informationen „gegenrecherchiert“ sind – wir sind ein kleines Team und bauen mit großer Anstrengung und viel Idealismus bei kleinem Verdienst unser Angebot auf.

Im Gegensatz zur Zeitung können sich unsere Leserinnen und Leser auf unser Redlichkeit verlassen. Autoren-Artikel sind selbst recherchierte und verfasste Geschichten. Wir benennen unsere Quellen und die damit auch die Verantwortung fĂŒr die Inhalte.

Das sind wir aus Überzeugung unseren Leserinnen und Lesern schuldig – im vollen Bewusstsein, dass wir nicht nur manchmal, sondern sogar oft eine gewĂŒnschte Gegenrecherche schuldig bleiben.

Indem wir die Quelle nennen und damit die Verantwortlichkeit fĂŒr die Information, genĂŒgen wir aber unserem Anspruch von Transparenz und GlaubwĂŒrdigkeit. Und wir geben uns jede MĂŒhe, möglichst viele selbst-recherchierte Artikel zu bringen. Das bedeutet viel Arbeit, aber auch ein gutes und vielleicht sogar sehr gutes Ergebnis dieser Anstrengung.

Mangelnde Transparenz – tendenziöse Berichte.

Die Zeitungen in unserem Raum, ob Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten oder die Rhein-Neckar-Zeitung stellen sich ĂŒberhaupt keiner Transparenz. Sie lassen ihre Leserinnen und Leser im unklaren. Viele Artikel sind tendenziös, voll von nicht ĂŒberprĂŒften Informationen und werden trotzdem als „objektiver Journalismus“ tagtĂ€glich verkauft oder per bezahltem Abo zugestellt.

WĂ€re die Tageszeitung ein dioxinverseuchtes Ei, wollte es niemand mehr kaufen. Das Problem ist, dass immer noch viele Menschen der Zeitung als „glaubwĂŒrdigem Medium“ ihr Vertrauen schenken. Es gibt aber keine Labors oder sonstige Überwachungsstellen, die prĂŒfen, ob das, was auf der Verpackung steht, auch tatsĂ€chlich ausgeliefert wird.

Und ganz sicher berichtet keine Zeitung ĂŒber den Skandal, dass ein Produkt: „Die Zeitung gehört fĂŒr mich zum Leben“, immer hĂ€ufiger ein faules Ei ist. So eine Art verdorbenes Gammelfleisch, ein Etikettenschwindel, ein aufgehĂŒbschtes Ramschprodukt. Umverpackt, neu sortiert, aber tatsĂ€chlich minderwertig.

Faule Eier.

Wer den Mut hat, diese untragbaren ZustĂ€nde offen anzuklagen, muss – genau mit einer Klage rechnen. Vor allem, wenn er Dinge beim Namen nennt, die den faulen-Eier-Produzenten nicht gefallen.

Der Artikel ĂŒber die Sulzbacher Feuerwehr „Von Lutz Engert“ ist ein faules Ei.

Wir rechnen nicht mit einer Klage, sondern hoffen darauf, dass sich die Redaktion der Rhein-Neckar-Zeitung darauf besinnt, was Leserinnen und Leser zu Recht fĂŒr viel Abo-Geld erwarten dĂŒrfen: eine einwandfreie Berichterstattung.

Journalistischer Vergleich oder journalistische Unterlassung?

Sollten Herr Engert oder die Rhein-Neckar-Zeitung nicht mit unserem Bericht einverstanden sein, haben sie selbstverstĂ€ndlich die Möglichkeit, eine Gegendarstellung zu verlangen. Sie können auch einen verbindlichen Wunsch Ă€ußern, einen Kompromiss zu finden, falls eine unserer Formulierungen möglicherweise „strittig“ sein sollte.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, sofort mit einem absurd hohen Streitwert eine Unterlassung zu verlangen. Doch dann mĂŒssen sich die Zeitung und Herr Engert auch der gerichtlichen KlĂ€rung stellen, dass wir behaupten, dass die Zeitung einen „Haufen fauler Eier“ im Korb hat, die sie jeden Tag „an den Mann bringt“. Das könnte interessant werden.

Lieber wÀre uns ein journalistisches KrÀftemessen und auch bei der Rhein-Neckar-Zeitung die erkennbare Anstrengung, ordentlichen Journalismus statt fauler Eier zu produzieren.

Denn den Zeitungen muss klar sein, dass ihre „Informationen“ nicht mehr „solitĂ€r“ alleine in der Welt sind und sofort und unmittelbar ĂŒber viele andere Informationen ĂŒberprĂŒft werden können – wer sich die MĂŒhe macht, erlebt, dass es oft zum Himmel stinkt.

Was die CDU Hirschberg, Peter Hauk und das Mitteilungsblatt gemein haben

Guten Tag!

Hirschberg, 04. November 2010. Unser Bericht ĂŒber den Besuch des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag, Peter Hauk, hat die bislang grĂ¶ĂŸten Zugriffszahlen auf dem hirschbergblog ausgelöst.

Gut 80 teils sehr differenzierte Kommentare wurden veröffentlicht.

Die Weinheimer Nachrichten und die Rhein-Neckar-Zeitung beschrĂ€nkten sich auf unterwĂŒrfige Hofberichterstattung – die der CDU Hirschberg so gut gefallen hat, diese im Mitteilungsblatt nachzudrucken.

Von Hardy Prothmann

Soviel steht fest: Das Mitteilungsblatt der Gemeinde Hirschberg ist alles andere als ein journalistisches Medium. Hier werden Artikel und Darstellungen abgedruckt, die den jeweiligen Verfassern gefallen. Eine redaktionell-verantwortliche Kontrolle findet nicht statt. Das ist typisch fĂŒr die MitteilungsblĂ€tter aus dem Hause Nussbaum-Medien.

Grinse-Frakton - In der Summe verliert die Wahrheit. Quelle: CDU Hirschberg

Zur Not oder nach Belieben werden auch LĂŒgen verbreitet. Beide Zeitungen vor Ort haben glatt und klar gelogen, als sie von „50“ Besuchern beim Besuch des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag, Peter Hauk, vor Ort in Hirschberg berichteten. Nussbaum-Medien trĂ€gt diese LĂŒge nun erwartungsgemĂ€ĂŸ weiter.

Sowohl Hans-Peter RiethmĂŒller (WN), als auch Annette Schröder (RNZ) waren vor Ort und haben zumindest die erste HĂ€lfte der Veranstaltung „begleitet“.

Beiden ist zuzutrauen, dass sie bis 50 zĂ€hlen können. Beide haben unwahr berichtet, dass 50 GĂ€ste an der Veranstaltung teilgenommen haben. Es waren genau 28 Menschen, die sich im „Zuschauerraum“ hingesetzt hatten.

Die CDU Hirschberg hat den Artikel der RNZ von Annette Schröder mit Quellenangabe im Mitteilungsblatt nachdrucken lassen. Wurde Frau Schröder dazu befragt?

Nach geltendem Recht kann man auszugsweise rechtlich geschĂŒtzte Texte zitieren. Ein Nachdruck setzt das EinverstĂ€ndnis des Autoren oder der Autorin voraus.

Darf man also davon ausgehen, dass Frau Schröder erstens ihre unwahren Behauptungen weiter verbreiten und diese zweitens gerne auf dem „Ticket“ der CDU gerne weiterverbreiten möchte?

Davon muss man ausgehen, weil ein „Einspruch“ von Frau Schröder nicht bekannt ist. Eher eine stillschweigende Duldung. Ebenso duldet die CDU Hirschberg stillschweigend, dass einige der Informationen in Frau Schröders Artikel definitiv falsch sind.

Und hier wird es sowohl fĂŒr Frau Schröder als auch fĂŒr die CDU Hirschberg problematisch.

Die CDU Hirschberg muss sich fortan den Vorwurf gefallen lassen, unkritisch falsche Informationen zu verbreiten und Frau Schröder muss sich gefallen lassen, mit ihren Falschinformationen durch die CDU unterstĂŒtzt zu werden und sich fragen lassen, wie es denn so bei ihr bestellt ist, mit einer „objektiven Berichterstattung“?

Vermutlich darf man davon ausgehen, dass Frau Schröder so eine Art „Presseorgan“ der CDU ist und die RNZ-Redaktion dies unterstĂŒtzt.

In solchen FĂ€llen muss man immer nachfragen, ob es sich ausschließlich um eine Fehlleistung des jeweiligen Journalisten handelt oder eine der Redaktion. Solange das nicht geklĂ€rt ist, darf man getrost annehmen, dass auch die Redaktionsleitung der RNZ die LĂŒgen und Fehlleistungen der Journalistin Annette Schröder stĂŒtzt – denn unser Artikel in gleicher Sache dĂŒrfte der RNZ-Leitung angesichts von 26.000 Zugriffen in Deutschland und im Ausland nicht unbekannt sein – wenn doch, wĂ€re das mehr als peinlich fĂŒr die Redaktionsleitung der RNZ.

Es ist auch mehr als peinlich fĂŒr die CDU Hirschberg, wenn diese so tut, als gĂ€be es den Artikel auf dem hirschbergblog nicht. Es ist beschĂ€mend, dass es von Seiten der CDU keinerlei Reaktionen dazu gab. Stimmt nicht ganz: Der „Schön-schreib-alles-toll-und-souverĂ€n-Artikel“ von Frau Schröder ist prominent auf der CDU-homepage platziert.

Warum? Die Antwort ist klar. Weil er gefÀllt. Weil es sich um gefÀlliges, unkritisches und hofberichterstattendes Geblubber handelt, das den Namen Journalismus nicht verdient hat.

Frau Schröder wird sich von diesem Artikel vermutlich ebensowenig wie die CDU Hirschberg „irritieren“ lassen. Das sitzt man aus. Das nimmt man nicht zur Kenntnis. Das hĂ€lt man fĂŒr „blöd, bösartig“ oder sonstwas.

Das mag so sein – aber es werden sich sowohl fĂŒr Frau Schröder, als auch fĂŒr die CDU, die sich das aussucht, was ihr gefĂ€llt, anstatt sich mit der RealitĂ€t auseinanderzusetzen, die Zeiten Ă€ndern.

Die Menschen werden Informationen vergleichen, Behauptungen wahrnehmen und sich ihre Meinung bilden. UnabhÀngig davon, ob Zeitungen Hofberichterstattung betreiben oder nicht.

Frau Schröder, Redakteurin der RNZ, muss damit leben, dass man ihr vorwirft, faktisch falsch und tendensiös berichtet zu haben. Sie darf getrost als „CDU-nah“ eingestuft werden, was noch nicht mal „schlimm“ wĂ€re. „Schlimm“ ist, dass Frau Schröder und die RNZ so tun, als wĂ€ren sie „unabhĂ€ngig“.

Die CDU Hirschberg muss sich gefallen lassen, diese falsche Berichterstattung der Bevölkerung zu unterstĂŒtzen. Ob sich die CDU Hirschberg eher falschen Artikeln „nah“ fĂŒhlt oder sich „kritisch“ gibt, muss sie selbst wissen.

Spannend wird sein, was die Zukunft bringt.

Ach ja, die Überschrift fragte: „Was die CDU Hirschberg, Peter Hauk und das Mitteilungsblatt gemein haben?“ Die Antwort ist offensichtlich.

Stuttgart 21 Top-Thema auf dem hirschbergblog

Guten Tag!

Hirschberg, 26. Oktober 2010. Unser Artikel ĂŒber den „Informationsabend“ der Hirschberger CDU mit dem Gast Peter Hauk, Fraktionschef der Landes-CDU, hat fĂŒr einen Zugriffsrekord gesorgt: 4.708 14.738 Mal wurde der Text gestern aufgerufen. Nicht der Artikel an sich sorgte fĂŒr den Rekord, sondern der Inhalt und hier vor allem die Aussage von Hauk, dass es „wurscht ist, ob Stuttgart 21 zehn oder fĂŒnfzehn Milliarden Euro kostet.“

Von Hardy Prothmann

Mit ziemlicher Sicherheit gibt es in Hirschberg viele Menschen, die das „hirschbergblog“ noch nicht kennen – und es vielleicht auch nicht kennen wollen. Ist ja nur Internet und nichts „Handfestes, Gedrucktes“.

TatsĂ€chlich kennen mindestens 4.708 Menschen seit gestern das hirschbergblog – denn soviele LeserInnen haben den Artikel „CDU-Spitzenpolitiker Peter Hauk: “Ob das 10 oder 15 Milliarden kostet, kann Baden-WĂŒrttemberg wurscht sein“ innerhalb eines Tages aufgerufen.

Das ist ist ein absoluter Rekord – verzeichnen wir sonst im Schnitt rund 800-1000 Besucher am Tag.

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LĂ€cheln fĂŒr die Fotografen.

Das Interesse ist klar: Es gilt Stuttgart 21, einem der brisantesten Politikthemen ĂŒberhaupt zur Zeit. Und Stuttgart 21 ist kein lokales Thema, es beschĂ€ftigt die gesamte Republik.

Auf der Suche nach kritischen Informationen.

Viele der abgegebenen Kommentare kommen weder aus Stuttgart, noch aus Nordbaden oder Hirschberg, sondern aus ganz Deutschland – weil ĂŒberall in Deutschland Menschen auf der Suche nach Informationen zu Stuttgart 21 sind.

Vor allem auf der Suche nach kritischen Informationen, die nichts verlautbaren, sondern Fakten liefern und Stellung beziehen.

Alle „großen“ Medien wie SĂŒddeutsche Zeitung, FAZ, Spiegel, Bild, ARD und andere berichten darĂŒber, auch lokale Medien wie die Stuttgarter Zeitung. Warum interessieren sich so viele Menschen fĂŒr eine klitzekleine, lokaljournalistische Internetseite wie das hirschbergblog?

Weil der Artikel und sein Inhalt offensichtlich interessant sind. Denn die „große“ Landespolitik ist mit dem CDU-Fraktionschef Peter Hauk ins Lokale gekommen.

Alles super?

Das hĂ€tte niemanden weiter interessiert, wĂ€re es bei der gewohnten Berichterstattung der „traditionellen“ Lokalmedien geblieben. Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung haben brav-freundlich berichtet. Alles super, alles souverĂ€n. LĂ€chelnde Politiker – Gruppenbild mit Dame. NĂ€chster Termin. Schule, KaninchenzĂŒchter, Baugebiet.

Um dem ganzen ein wenig mehr Bedeutung zu geben, verdoppeln die Zeitungen einfach mal die Besucherzahl und lĂŒgen dabei „wie gedruckt“. Zwischen tatsĂ€chlich 28 anwesenden GĂ€sten und angeblichen 50 ist ein deutlicher Unterschied – so verschĂ€tzen kann man sich gar nicht unabsichtlich. Selbst wenn man das Podium und die Journalisten und die Fotografen hinzuzĂ€hlt, kĂ€me man gerade mal auf 38 Personen.

Die Fotografen machen gut 30-50 Bilder von strahlenden Politikern, die dauerlĂ€cheln und Anweisungen befolgen: „Ja, bitte so nochmal, mehr lĂ€cheln, ja gut, jetzt nĂ€her zusammen…“

Ich habe auf ein solches Foto verzichtet und die Fotografen beim Fotografieren fotografiert. Denn was sich hier in der Provinz abspielt, ist symptomatisch fĂŒrs ganze Land. Eine mediale Politikinszenierung, die nichts mit dem zu tun hat, was tatsĂ€chlich geschieht.

Große Verunsicherung.

TatsĂ€chlich geschieht eine große Verunsicherung. Bei den Menschen, die nicht mehr verstehen, was Stuttgart 21 eigentlich sein soll. Die nicht verstehen, wie brave BĂŒrger zusammengeknĂŒppelt werden. Rentner und SchĂŒler. In Hirschberg sitzen an diesem Abend fast nur Rentner, die sich von Peter Hauk anhören: „Es gab auch gewaltbereite Demonstranten.“

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Planlos auf der Suche nach Orientierung: Peter Hauk.

Selbst diese treuen CDU-AnhĂ€nger sind verunsichert. Hauk redet auf sie ein und ein und ein. Auch ich bin verunsichert, das gebe ich offen zu. Verunsichert, weil Herr Hauk „seiner ausladenden Rede von Car-Sharing ĂŒber Stromkabel bis Gorleben“ (RNZ) so viele Themen anschneidet, dass kein Bericht möglich ist, der das einigermaßen wiedergeben kann.

Verunsichert, weil ich befĂŒrchte, nicht kompetent genug ĂŒber Stuttgart 21 berichten zu können, ein Projekt, dass 1988 erdacht wurde (ich habe 1991 als freier Journalist meine Arbeit begonnen) und seit 1995 verhandelt wird und das so viele Berichte erzeugt, die kein Mensch mehr lesen kann.

Ich konzentriere mich also auf das, was ich als einigermaßen informierter Mensch darĂŒber weiß und was ich vor Ort erlebe und schreibe mit. Details recherchiere ich in den Tagen nach dem Termin nach.

Und ich spĂŒre die Verunsicherung der GĂ€ste vor Ort. Ich registriere die selbstgefĂ€llige Haltung von Herrn Hauk, die verunsicherten Blicke der lokalen CDU-Prominenz vorne auf dem Podium, die schon lĂ€ngst den Anschluss an das verloren hat, was Hauk von sich gibt, ich sehe den Bundestagsabgeordneten Karl A. Lamers, der stĂ€ndig nervös zwinkert und den StaatssekretĂ€r Georg Wacker, der irgendwelche SMS in seinem Handy „checkt“, wĂ€hrend Hauk redet und redet und redet.

Gewinner und Verlierer.

Das schreibe ich auf. Vor allem einen Satz, der irgendwie alles zusammenfasst, was Herr Hauk vorher geredet hat: „Ob das 10 oder 15 Milliarden kostet, kann Baden-WĂŒrttemberg egal sein.“

Zu diesem Zeitpunkt sind die „Kollegen“ von der Zeitung schon weg. Annette Schröder titelt fĂŒr die RNZ: „Das Land in der Summe gewinnt“. Das ist, mit Verlaub, ein Schwachsinnssatz, einige der Angaben im Artikel sind glatt gelogen, die allermeisten beschönigend dargestellt.

Die Weinheimer Nachrichten haben die Überschrift: „Keine Stimmungsdemokratie“ – die ĂŒbernommene Argumentation von Redakteur Hans-Peter RiethmĂŒller ist einfach: Wenn Stuttgart 21 nicht kommt, hat Baden-WĂŒrttemberg immer nur gezahlt, aber nichts zurĂŒckbekommen. Der Artikel endet mit einem Zitat von Hauk: „Das ist nicht einzusehen.“

Ich glaube vielmehr, dass nicht einzusehen ist, dass die Öffentlichkeit von solchen Medien und Journalisten vollstĂ€ndig verantwortungslos manipuliert wird. Es ist nicht einzusehen, dass man irgendwelche Abschriften gereicht bekommt, deren Verfasser sich unwohlig auf ihren Stuhlen herumdrĂŒckten, um dann gefĂ€llige Artikel drucken zu lassen, die nichts mit dem zu tun haben, was sie selbst erlebt haben.

Wahrheit und LĂŒgen.

Durch das Internet lassen sich solche LĂŒgenmĂ€rchen schnell enttarnen. Herzig ist, dass die, die dadurch in die Kritik geraten, gerne das Internet als „LĂŒgenmaschine“ diffamieren.

Denn sie haben Angst vor diesem Medium, dass sie nicht so einfach kontrollieren können wie die Zeitungsbranche und den Rundfunk.

Und sie wissen, dass man zentrale Medien noch ganz gut beherrscht, aber das dezentrale Internet nicht beherrschen kann, das ĂŒberall ist, aber irgendwie auch nirgends und mit Angeboten wie dem hirschbergblog plötzlich vor Ort eine Bedeutung erhĂ€lt.

Das betrifft nicht nur Machtmenschen wie Peter Hauk, auch der örtliche Sprecher der GrĂŒne-Liste-Hirschberg-Fraktion, JĂŒrgen Steinle, musste vor kurzem erleben, dass nicht alles so lĂ€uft, wie er sich das vorstellt. Auch hier gibt es offensichtlich VerstĂ€ndnisprobleme, was ein unabhĂ€ngiges Medium ist.

Haltung.

Als verantwortlicher Journalist fĂŒr das hirschbergblog werde ich diese Haltung weiter bewahren: unabhĂ€ngig, ĂŒberparteilich und kritisch zu berichten.

Am 25. Oktober 2010 haben 4.708 LeserInnen die Möglichkeit wahrgenommen, sich hier ĂŒber den Auftritt von Peter Hauk zu informieren und sich eine Meinung zu bilden. Wir haben auf die „Konkurrenz“-Angebote in den Zeitungen hingewiesen, um uns mit anderen Medien-Angeboten vergleichbar zu machen, weil wir Wettbewerb nicht scheuen.

Wir können noch nicht so viele Themen abdecken, wie wir das gerne wollten. Aber die Themen, die wir berichten, sind offen und ehrlich und ohne „RĂŒcksichtnahmen“ kostenlos fĂŒr alle nachzulesen.

Und zu kommentieren – auch das trĂ€gt zur Meinungsbildung bei.

Im Namen des gesamten Teams bedanke ich mich fĂŒr das Interesse und die Kommentare.

Falschmeldung: RNZ meldet „Verabschiedung des Bebauungsplans“

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 05. MĂ€rz 2010. Die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) hat es mit der geplanten Ansiedlung des Logistikunternehmens „Pfenning“ anscheinend sehr eilig. Am 27. Februar 2010 verbreitete die Zeitung eine Falschmeldung, die behauptet, dass „der Bebauungsplan verabschiedet wurde“.

Von Hardy Prothmann

Falschmeldung der RNZ. Quelle: RNZ

Falschmeldung der RNZ. Quelle: RNZ

Die Meldung ist eindeutig… und falsch: „Bebauungsplan verabschiedet“. Glaubt man der Berichterstattung der RNZ, könnte die Unternehmensgruppe „Pfenning“ tatsĂ€chlich sofort mit dem Bauen ihres geplanten Logistikzentrums im Heddesheimer Gewerbegebiet beginnen.

TatsÀchlich wurde in der vergangenen Sitzung des Heddesheimer Gemeinderats vom 25. Februar 2010 die öffentliche Auslage des Bebauungsplanentwurfs beschlossen. Hierzu können Stellungnahmen abgegeben werden.

Diese Stellungnahmen mĂŒssen von der Verwaltung geprĂŒft und bewertet werden. Bei Bedarf wird der Bebauungsplanentwurf dann entsprechend verĂ€ndert.

Ein Einsichtnahme des Bebauungsplanentwurfs ist vom 15. MĂ€rz bis einschließlich 16. April 2010 im Rathaus der Gemeinde Heddesheim wĂ€hrend der Öffnungszeiten der Verwaltung möglich.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog

Anmerkung der Redaktion: Verantwortlich fĂŒr das hirschbergblog ist Hardy Prothmann, der in Heddesheim partei- und fraktionsfreier Gemeinderat ist.