Mittwoch, 12. Juni 2019

Sonderschulpflicht soll im nÀchsten Schuljahr fallen

Sckerl: „Noch weit von Inklusion entfernt“

Ladenburg/Rhein-Neckar, 03. Dezember 2014. (red/ld) Die Landesregierung strebt an, die Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Schulen voranzutreiben. DafĂŒr ist fĂŒr das kommende Jahr eine Änderung des Schulgesetzes vorgesehen, die bereits im nĂ€chsten Schuljahr greifen soll. SonderschulpĂ€dagogen stehen diesen PlĂ€nen kritisch gegenĂŒber. Ebenso Eltern von Kindern mit Behinderung. Am Dienstag kamen diese mit dem Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl (GrĂŒne) zu einer Diskussionsrunde im Ladenburger Domhof zusammen. Dazu hatte der Ladenburger Ortsverband von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen eingeladen. [Weiterlesen…]

Bereits ĂŒber 30 FĂ€lle

Falscher Spendensammler weiter auf Diebestour

Mannheim/Weinheim/Edingen-Neckarhausen/Ketsch/Ludwigshafen/Rhein-Neckar, 01. Juli 2014. (red/pol) Nach wie vor in der Region aktiv ist ein illegaler Spendensammler, der vorgibt, im Auftrag einer Mannheimer Schule Spenden zu sammeln. [Weiterlesen…]

Weitere GeschÀdigte und Zeugen dringend gesucht

Falscher Spendensammler erneut aufgetreten

Edingen-Neckarhausen/Mannheim/Hirschberg/Weinheim, 13. Mai 2014. (red/pol) Weiter sein Unwesen in der Region treibt ein falscher Spendensammler, gegen den der Polizeiposten Edingen-Neckarhausen wegen Sammlungsbetrugs ermittelt. [Weiterlesen…]

Fremdevaluationen geben Auskunft ĂŒber SchulqualitĂ€t - aber nur dem Kultusministerium

Geheime Noten fĂŒr die Schulen

Rhein-Neckar, 09. Mai 2014. (red/ld) Halten Schulen, was sie in ihren Leitbildern versprechen? Das untersuchen 90 Mitarbeiter des Landesinstituts fĂŒr Schulentwicklung in Baden-WĂŒrttemberg im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Fremdevaluation. Die Ergebnisse veröffentlicht das Kultusministerium aber nicht – um ein Schulranking zu vermeiden. [Weiterlesen…]

Schulhausbegehung am 19. September

Karl-Drais-Schule besichtigen

Hirschberg, 12. September 2013. (red/pm) Die Karl-Drais-Schule lĂ€dt alle Eltern und interessierten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger am Donnerstag, 19. September, zu einer Schulhausbegehung mit Vorstellung des neuen LernbĂŒros durch Herrn Rektor Jens Drescher an den Standort Hirschberg ein. Treffpunkt und BegrĂŒssung ist um 17:00 Uhr in der Aula Hirschberg.

Gemeinderat beschließt sozialere Differenzierung der Beitragsgruppen

Ausweitung der Betreuung Hirschberger Schulen

Hirschberg, 16. Mai 2013. (red/ae) Das vom Gemeinderat vorgeschlagene Betreuungsangebot an den Hirschberger Schulen ist ab sofort deutlich sozialer. Beschlossen wurde ein Konzept zur Ausweitung des Betreuungsangebots an der Grundschule Großsachsen, ein Vorschlag fĂŒr eine neue Beitragsstruktur fĂŒr eine verlĂ€ssliche Grundschul- und Nachmittagsbetreuung sowie eine Gehaltsangleichung der Betreuungspersonen an der Großsachsener Grundschule und der Karl-Drais-Schule. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Schulpolitik muss zukunftsorientiert debattiert werden

Die Ganztagesschule muss kommen – aber sie ist trotzdem ein Problem

Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red) Alles schön und gut. Die Forderung nach einer Ganztagesschule ist richtig, aber trotzdem problematisch. Aktuell wurde im Ladenburger Gemeinderat ĂŒber die EinfĂŒhrung der Ganztagesschule an der dortigen Werkrealschule diskutiert – aber die Debatte wird auch in anderen Gemeinden unseres Einzugsgebiet laufen. Und vermutlich StĂŒckwerk bleiben. Weil immer nur kurzfristig geplant wird und niemand den Mut aufbringt, mal zehn oder sogar 20 Jahre nach vorne zu schauen. Oder auch mal zurĂŒck.

Kommentar: Hardy Prothmann

Dieser Beitrag kommt ohne Zahlen aus, weil es nicht um Erbsen zÀhlen gehen soll, sondern um einen Aufruf zu einer weitsichtigen Debatte, die leider nicht stattfindet.

Baden-WĂŒrttemberg ist unbestritten ein guter Schulstandort. Aber die Zeiten Ă€ndern sich. Mit ihnen die Menschen und die Bedingungen, unter denen sie miteiander leben. Deswegen beginne ich auch mit einem Sprung zurĂŒck.

Ich bin 1966 geboren und bin nach der vierten Klasse in Frankenthal aufs Gymnasium gegangen. Mit ein paar Freunden. Andere Freunde wechselten auf die Reals- oder Hauptschule. FĂŒr die Freundschaften war das weitgehend unbedeutend. Um 13:00 Uhr lĂ€utete es, ich war um 14:00 Uhr mit Essen und meist auch mit Hausaufgaben fertig, spĂ€testens um drei ging es raus: Kicken, Rad fahren, Schwimmen gehen, Blödsinn machen, Vereinstraining. Mit meinen Freunden und anderen Kindern. Beim Abendessen war ich oft todmĂŒde, weil ausgepowert.

Gemeinsamkeit

Mit einigen meiner Freunde bin ich unabhĂ€ngig vom Schulabschluss und der spĂ€teren beruflichen „Laufbahn“ immer noch gut befreundet. Die einen arbeiten als Handwerker, andere in Heilberufen ohne Ärzte zu sein, es gibt HĂ€ndler und Dienstleister unter ihnen. Alles feine Leute, die teils mal richtig ordentlich mehr Geld verdienen als ich. Und die oft um einiges weniger arrogant sind als die, die sich fĂŒr die Elite halten.

Überhaupt diese ganze leidige Elitendiskussion: Wenn ich einem Kumpel einen französischen Text ĂŒbersetzt habe oder die Inschriften auf alten DenkmĂ€lern lesen und verstehen konnte, wusste ich, dass ich mehr weiß als mein Hauptschulfreund. Na und? DafĂŒr konnte der flitzeflink spĂ€ter Maße und Winkel berechnen, wusste immer, wo gerade die besten Preise fĂŒr was auch immer waren. Das ergĂ€nzt sich bis heute.

Zusammen, statt getrennt

Hardy Prothmann (45) fordert mehr Weitblick bei der Schulpolitik.

Damit bin ich beim Kern der Debatte: Vor meiner Zeit wurden Jungs und MĂ€dchen getrennt. Auch zu meiner Zeit wurden wir Kinder getrennt. Gemeinsames Lernen gab es nicht. Aber wir hatten neben der Schule viel Zeit fĂŒr Gemeinschaft. Heute werden die Kinder auch getrennt, aber durch die Lebenssituation vieler Eltern brauchen sie eine lĂ€ngere Betreuung. Sicher sind auch die Anforderungen in der Schule gestiegen, also auch lĂ€nger Schule.

Ich habe zwei Kinder. Der Sohn hat gerade nach dem achtjĂ€hrigen Gymnasium Abitur gemacht, die Tochter besucht die 8. Klasse. Die kennen keine Haupt- und RealschĂŒler mehr. Nicht wegen Elitegedanken – ich achte drauf, dass sie bewusst bescheiden bleiben -, sondern weil sie keine Zeit haben. Morgens um sechs Uhr aufstehen, Schule bis um 16-17:00 Uhr. Dann noch Hausaufgaben machen, lernen, etwas Sport und etwas Musik. Damit ist der Tag rum. Ab und an treffen sich „beste Freundinnen“ und das ist natĂŒrlich jemand aus der Klasse. Andere Kinder bekommen sie ja nicht zu Gesicht.

Diese Trennung der Kinder fĂŒhrt auch irgendwann zu einer Trennung der Gesellschaft. Gymnasiasten wissen nicht wie RealschĂŒler ticken und die nicht, wie HauptschĂŒler so als Menschen sind. Falsche Elitendebatten fĂŒhren zu falschen Selbstbildern bei den „Besten“ wie bei denen, die es „halt nicht geschafft haben“. Und vor allem CDU, SPD und FDP heißen diese heillosen Debatten auch noch an. Christliche Verbundenheit, soziales Miteinander oder freies FĂŒreinander fĂ€llt diesen „politischen Eliten“ nicht mehr ein. Und umgekehrt kriegen die GrĂŒnen Pickel, wenn jemand Elite sagt, obwohl man die ganz sicher ebenso braucht wie den soliden Handwerker.

Der Schultyp der Zukunft, der auch den Gemeinsinn der Menschen stĂ€rkt und der gesellschaftlichen Situation Rechnung trĂ€gt ist die gemeinsame Ganztagsschule. Damit die nachwachsenden Generationen auch fĂ€hig sind, gemeinschaftlich zu denken. Und ĂŒbereinander Bescheid wissen. NatĂŒrlich gehört auch Inklusion dazu.

Und man muss die Sportvereine in die VerÀnderungen ebenso mit einbeziehen wie Musikschulen. Wenn die Ganztags-Werkrealschule kommt, werden die Vereine erneut Kinder und Jugendliche verlieren. Ganz einfach aus dem Grund, dass nicht alle auf ein Mal im Zeitfenster 17:00-19:00 Uhr auf demselben Platz kicken oder diesselbe Halle belegen können.

Alle mĂŒssen zusammenrĂŒcken

FrĂŒher ging man nach der Schule in den Sportverein. „Nach der Schule“ ist heute spĂ€ter Nachmittag oder frĂŒher Abend. Also mĂŒssen die Vereine in die Schulen, ebenso die Musikschulen.

Das wird ein gewaltiger Umbau – denn dafĂŒr muss vieles neu gedacht werden. Von GebĂ€uden, ĂŒber PlĂ€tze, ĂŒber Mittel bis hin zur Organisation. In vielen Gemeinden reichen die HallenkapazitĂ€ten nicht mehr aus. Nicht weil die von morgens bis abens belegt sind, sondern weil immer mehr Anspruch auf diesselben Zeitfenster erheben. Wo soll das hinfĂŒhren? Dass jeder 10.000-Einwohner Ort vier Hallen und zwei KunstrasenplĂ€tze hat?

Man muss nicht nur gesellschaftlich die Schulen neu denken, sondern auch wirtschaftlich. Denn bekanntlich fehlt es an Geld zur Unterhaltun und es wird weniger Kinder geben. Ob man sich diesen Luxus, drei Schulsysteme mit entsprechenden Verwaltungen noch wird leisten können, ist heute schon fraglich. Hinzu kommt der SchĂŒlerverkehr, denn die wenigstens laufen nach der Grundschule in eine weiterfĂŒhrende Schule.

Was die HauptschĂŒler schon mitmachen mussten, Zusammenlegungen, Werkrealschulreform, erneute Zusammenlegung, jetzt Ganztagsschule wird auch auf die anderen Schultypen zukommen. Gymnasien fĂŒhren teils wieder die 9-jĂ€hrigen ZĂŒge nach der G8-Reform ein oder bieten beide ZĂŒge an. Die Realschulen haben „Sorge“, dass ihre „HomogenitĂ€t“ durch HauptschĂŒler gestört wird, da der Wegfall der Schulempfehlung nun Kindern die Realschule erlaubt, die sonst auf der Hauptschule gelandet wĂ€ren. Und die Hauptschulen, neudeutsch Werkrealschulen, mĂŒssen bangen, ob sie ĂŒberleben können.

Man könnte das Durcheinander auch als „lebendig“ bezeichnen. TatsĂ€chlich weiß ich aus vielen GesprĂ€che mit Eltern und Kindern, dass es als chaotisch begriffen wird. Eine „neue Ordnung“ kann nicht mehr Schaden anrichten als das verkorkste Herumexperimentieren der vergangenen Jahre.

Weil der Job auch Spaß machen soll

Weinheim, 26. Januar 2012. (red/pm) Am Dienstag, 7. Februar, von 9 Uhr bis 13 Uhr, veranstaltet „Job Central“ im Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim einen Berufeparcours, bei dem die Jugendlichen spielerisch mit den AblĂ€ufen verschiedener Berufe vertraut gemacht werden.

An etwa 25 Stationen können die Jugendlichen praktische berufliche Übungen ausfĂŒhren und somit einen Einblick in verschiedene Berufsfelder bekommen. Die SchĂŒler wĂ€hlen sich eine bestimmte Anzahl von Aufgaben aus, die sie gerne bearbeiten möchten und notieren sich anschließend auf einem Laufzettel, mit welchem Erfolg sie diese lösen konnten.

Es sind die Handgriffe, die spĂ€ter einmal in Fleisch und Blut ĂŒbergehen sollen. Das spiegelverkehrte Zeichnen zum Beispiel. Frisörinnen und Zahnarzthelferinnen brauchen das tĂ€glich. Einen Piepser anzuschließen, das wird fĂŒr einen Mechatroniker ebenso zum TagesgeschĂ€ft gehören wie das Tisch eindecken fĂŒr einen Restaurant-Fachangestellten. „Macht mir so etwas Spaß?“ „Geht mir das leicht von der Hand?“ „Liegt mir das?“

Das sind Fragen, die sich AchtklĂ€sslerinnen und AchtklĂ€ssler der Haupt- und Werkrealschulen der Region natĂŒrlich stellen: „Welcher Beruf passt einmal zu mir?“
Die Regionale Jugendagentur „Job Central“, die Jugendliche von der Bergstraße und dem vorderen Odenwald an das Berufsleben heranfĂŒhrt, bietet jetzt wieder einmal die Möglichkeit, Antworten zu finden.

Beteiligte Schulen sind die Karl-Drais-Schule, die Grund- und Werkrealschule Hirschberg/Heddesheim, die Peter-Koch-Schule, Weinheim, die Werkrealschule Unterer Neckar, Ladenburg und die Friedrich-Schiller-Schule, Hemsbach.
MĂ€dchen und Jungen absolvieren den Parcours ĂŒbrigens getrennt, um die Tests möglichst frei von Rollenzuschreibungen ausprobieren zu können. UnterstĂŒtzt wird „Job Central“ von der Jugendagentur Heidelberg, Ehrenamtlichen des WUB, der Arbeitsagentur Mannheim und vom EuropĂ€ischen Sozialfond.

Landtagswahl: Sckerl beherrscht die Debatte


Guten Tag!

Hirschberg, 19. Januar 2011. Am Montagabend diskutierten die vier Landtagskandidaten von CDU, BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen, SPD und FDP ihre Positionen auf Einladung der Freien WĂ€hler.

Ein spannender Termin. Ein anstrengender Termin ĂŒber fast drei Stunden. Anstrengend fĂŒr das Podium und fĂŒr die rund 70 GĂ€ste.

Mit Fakten, Zahlen, Behauptungen, ZurĂŒckweisungen, Anklagen, Polemiken und Versprechen. Es ist Wahlkampf. Die Top-Themen waren nur vordergrĂŒndig Stuttgart21 und die Schulpolitik.

Das echte Top-Thema, das zur Zeit das Land bewegt, ist die innere Verfassung der Politik(er) und der BĂŒrger und wer ĂŒber was bestimmt.

Von Hardy Prothmann

Von links nach rechts sitzen am Podium die aktuellen Abgeordneten und Kandidaten Dr. Birgit Arnold (FDP), Gerhard Kleinböck (SPD), Hans-Ulrich Sckerl (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) und Georg Wacker (CDU). In der Mitte sitzt Volker Barzyk, stellvertretender Vorsitzender der Freien WĂ€hler und Moderator der Runde.

Bilder fĂŒr die Presse.

Die Spannung ist zum Greifen.

Vor dem Podium sitzen rund 70 BĂŒrger. Man merkt wĂ€hrend der WortbeitrĂ€ge am Verlauf des Beifalls und der Kommentare, wer fĂŒr wen ist. Es sind viele „GrĂŒne“ da. NatĂŒrlich viele Freie WĂ€hler. Einige CDU oder SPD-AnhĂ€nger und ein paar fĂŒr die FDP.

Auch im Publikum ist die Spannung zum Greifen.

Der Ortstermin hat Charme. Denn die Freien WĂ€hler – die stĂ€rkste „kommunalpolitische Kraft“ im Land – dĂŒrfen als „objektiv“ gelten, weil sie (noch) nicht mit eigenen Kandidaten am Landtagswahlkampf teilnehmen. Aber sie sind so abhĂ€ngig wie alle anderen von den Entscheidungen in Stuttgart – das relativiert die „ObjektivitĂ€t“.

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Volker Barzyk, Moderator

Die vordergrĂŒndige NeutralitĂ€t ist torzdem eine gute Voraussetzung fĂŒr eine interessante Debatte im Feuerwehrhaus Großsachsen.

Selbst wenn man weiß, dass die Freien WĂ€hler noch als „eher dem bĂŒrgerlichen Lager zugeneigt“ gelten dĂŒrften. UnabhĂ€ngig von einer Parteifarbe gilt die RealitĂ€t der Entscheidungen in Stuttgart genauso unmittelbar fĂŒr sie wie fĂŒr die Parteifraktionen vor Ort. Und die Freien WĂ€hler wissen auch in der wohlhabenden Gemeinde Hirschberg, dass die Landespolitik zu oft zu sehr zu Lasten der Kommunen geht.

KrÀftemessen.

Moderator Barzyk beginnt unter Missachtung der „Farbenlehre“ von ihm aus rechts gesehen, vom Publikum aus links, aber korrekt nach dem Alphabet und erteilt Frau Arnold das Wort.

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Dr. Birgit Arnold, FDP

„Ich sehe eine sehr positive Entwicklung. Vor der Schlichtung waren 54 Prozent der BĂŒrger gegen Stuttgart21, danach waren 54 Prozent dafĂŒr. Das hat sich umgedreht.“ Sie ist „enttĂ€uscht ĂŒber den Umgang der GrĂŒnen mit dem Schlichterspruch“: „Das ist politisch unterm Strich unglaubwĂŒrdig“, sagt sie. Sie sagt natĂŒrlich noch viel mehr, aber das ist die Kernbotschaft: „Stuttgart21 wird gebaut. Auch, wenn den Leuten vorgegaukelt wird, dass sich was Ă€ndern wĂŒrde.“

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Gerhard Kleinböck, SPD

Herr Kleinböck sagt: „Die SPD hat in der Debatte um Stuttgart21 nur wenig stattgefunden.“ Er informiert, dass die Mehrheit der SPD fĂŒr Stuttgart21 sei, er selbst aber dagegen und sagt: „Ich empfehle dringend, den Protest der BĂŒrger wahrzunehmen. Viele Abgeordnete haben mit Beginn der Baumaßnahmen gehofft, dass der Protest abnimmt.“ Und er behauptet: „Wir haben die Möglichkeit fĂŒr einen Volksentscheid eröffnet.“

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Uli Sckerl, BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen

Hans-Ulrich Sckerl sagt: „Die Schlichtung war gut und richtig. Es kann aber nicht sein, dass ein Mann einen Spruch verkĂŒndet und alle haben sich zu fĂŒgen. Nur ein Volksentscheid bringt eine Befriedung. Dem wĂŒrden wir uns unterwerfen. So gute Demokraten sind wir allemal.“ Und: „Frau Arnold, ich halte nichts davon, dass Sie unseren Rechtsexperten diffamieren und ihren ĂŒber den Klee loben. Wenn man es politisch will, findet man eine Lösung.“

„Stuttgart21 ist ein Projekt, dass fĂŒr alle Menschen von Vorteil sein wird,“, sagt Georg Wacker als letzter in der ersten Runde: „Sonst wird Baden-WĂŒrttemberg umfahren.“ Und: „Drei unabhĂ€ngige Gutachter haben festgestellt, dass die Kosten von 4,5 Milliarden im Grunde realistisch sind. Das muss man dann auch akzeptieren, auch wenn ich Herrn Kleinböck und Herrn Sckerl recht gebe, dass es keine 100-prozentige Planung geben kann. Doch nach fĂŒnfzehn Jahren politischen Entscheidungsprozessen ist das demokratisch legitimiert. Es gibt eine Verpflichtung der EntscheidungstrĂ€ger, zu den Entscheidungen zu stehen.“

Die Details sind nicht wichtig – die gingen eh an den BĂŒrgern vorbei.

Gut eine dreiviertel Stunde ist vorbei. Keine Chance, auch nur annĂ€hernd den 15-jĂ€hrigen Entscheidungsprozess wiederzugeben. Alle Kandidaten haben viel mehr gesagt, als sie hier zitiert werden. Sonst mĂŒsste man noch mehrere Seiten Protokoll anfĂŒgen.

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Georg Wacker, CDU

Es geht auch nicht ums Detail. FĂŒr Details standen 15 Jahre zur VerfĂŒgung. „Demokratisch legitimierte Entscheidungsprozesse“. Keiner bestreitet das. Doch alle wissen: Das ging an den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern voll vorbei. Es wird ĂŒber Prozesse diskutiert, die offenbar zu unverstĂ€ndlich oder zu komplex sind. Oder nicht oder falsch oder zu intransparent vermittelt wurden.

Auch Moderator Volker Barzyk ist ĂŒberfordert. Er tut so, als könne er einfach weiterfragen. Ohne dass er das möchte, spiegelt er die große Debatte im „kleinen“ Rahmen.

Bereits an dieser Stelle spannen sich die RĂŒcken der GĂ€ste. Schon jetzt drĂ€ngen Fragen. Aber es geht weiter.

Der Volksentscheid – die Antwort auf alle Fragen?

„Wie steht die FDP zu einem BĂŒrgerentscheid?“, fragt Herr Barzyk.

„Ein Volksentscheid ist gegen die Verfassung“, antwortet Frau Arnold und rechnet vor, dass eine „RĂŒckabwicklung“ bis zu drei Milliarden Euro kosten wĂŒrde.

Herr Kleinböck sagt: „Diese Illussion hatte ich nie, dass ein CDU-Mitglied Heiner Geissler fĂŒr einen Volksentscheid ist. Dabei ist das die einzige Lösung, aus dem Dilemma herauszufinden.“

„Ich höre stĂ€ndig neue Zahlen, die immer grĂ¶ĂŸer werden, was ein Ausstieg kosten soll“, sagt Sckerl. „Wir mĂŒssen den Menschen exakt sagen, was ein Ausstieg kostet und darĂŒber informieren, dass sie die Kosten zu tragen haben, wenn sie sich mit Ja oder Nein entscheiden. Wovor haben Sie Angst, Frau Arnold?“

Herr Wacker sagt: „Wir haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im Land, ja in ganz Europa. Die Frage ist, ob wir als moderner Unternehmensstandort erhalten bleiben oder nicht?“ Er nennt viele Zahlen dazu und sagt: „Man muss sich ĂŒber die Tragweite Gedanken machen, was passiert, wenn Stuttgart21 nicht kommt.“

Top-Thema: BĂŒrgerinnen und BĂŒrger.

Politik besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten. Politik ist das, was die Menschen angeht, woran sie teilhaben. Politik ist das, was die Menschen bewegt. Zur Zeit sind die Menschen sehr bewegt.

Das ist das Top-Thema des Wahlkampfs in Baden-WĂŒrttemberg – Stuttgart21 oder die Schulpolitik sind nur Synonyme dafĂŒr.

Das Top-Thema heißt: BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Und ob sie der Politik noch folgen können oder nicht.

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GĂ€ste.

Hans-Ulrich Skerl ist an diesem Abend der Applaus-Sieger. Und nicht nur das: Ich sitze zwischen Freien WĂ€hlern und höre viele positive Kommentare. Und Murren. Vor allem ĂŒber Frau Arnold und auch ĂŒber Herrn Wacker: „Die verarschen uns“, sagt einer.

Uli Sckerl ist definitiv kĂŒrzer als die anderen drei, sagt klare SĂ€tze: „Die BĂŒrger gehen auf die Barrikaden, keine Chaoten, sondern ganz normale BĂŒrger wie die hier in Hirschberg.“

Ein Gast ruft: „Die habt ihr in Bussen hingekarrt.“ Uli Sckerl wiegelt ab: „Die Regierung hat ĂŒberzogen, ohne Not, als sie einfach weitergemacht hat und den Protest nicht ernst genommen hat. Wenn das so weitergeht, wird es keinen Frieden geben.“

Unruhe vs. Aufmerksamkeit.

Als wenn manche im Publikum ihn bestĂ€tigen wollten, wird laut dazwischengerufen, gemurmelt, es herrscht Unruhe – wenn Sckerl redet.

Dabei redet er ruhig, verstĂ€ndlich und ĂŒber die Rechte von BĂŒrgern. Die „Sckerl-Gegner“ in den Reihen der GĂ€ste machen keine gute Figur an diesem Abend. Wahrscheinlich halten sie sich fĂŒr „gute BĂŒrger“ und benehmen sich dabei einfach schlecht.

Wenn Frau Arnold oder Herr Wacker reden, verhalten sich die „grĂŒnen“ GĂ€ste ruhig und aufmerksam. Es wirkt wie ein Spiegelbild der Stimmung im Land. Friedliche Proteste, die zu „Gewaltdemos“ stilisiert und niedergeknĂŒppelt werden, stehen krakelenden „rechtschaffenden BĂŒrgern“ entgegen.

Zahlen und VerdÀchtigungen.

Herr Wacker redet was von „Initiatoren des Protests“.

Uli Sckerl verweist auf die Zahlen: „WĂ€hrend seit Monaten jedes Wochenende und an den Montagen bis zu 100.000 BĂŒrger aus der Mitte der Gesellschaft auf die Straße gehen, haben die BefĂŒrworter gerade mal 7.500 Menschen versammeln können. Das sind die Zahlen und die muss man ernst nehmen.“ Auch jetzt wird gestört, aber nicht mehr so sehr.

Es geht weiter mit der Schulpolitik – wieder gibt es zu lange Statements der Kandidaten. Das ist mehr als anstrengend fĂŒr die meisten GĂ€ste. Man merkt die Anspanung.

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Arnold und Kleinböck.

Moderator Barzyk ist dem RedebedĂŒrfnis der Kandidaten kaum gewachsen und setzt zu selten einen Punkt. Zum Thema Bildung verirrt sich der Kandidat Kleinböck in langen GedankengĂ€ngen. Es fĂ€llt ihm sichtlich schwer, sich zu konzentrieren, obwohl er als Lehrer und Schulleiter eigentlich „der“ Fachmann am Tisch ist.

Frau Arnold wirft Zahlen ĂŒber Zahlen in den Raum und redet nur davon, wie positiv alles sei: „Wir haben die Werkrealschule auf den Weg gebracht.“

Bilderung ja – aber welche und wie?

Georg Wacker, StaatssekretĂ€r fĂŒr Bildung bekennt sich wenig ĂŒberraschend zum bestehenden Schulsystem und sagt: „Wir mĂŒssen die Realschule stĂ€rken. Sie ist die Schulart des sozialen Aufstiegs.“

Uli Sckerl sagt: „Wir wollen keine Schulform, die von oben verordnet wird. Wenn die Schulreformen so „rosig“ sind, wieso gibt es dann so viel Aufruhr? Wieso ist der Landeselternbeirat dagegen? Warum gibt es so viele Hauptschulrektoren, die sagen, dass diese Schule keine Zukunft hat?“

Herr Wacker und Frau Arnold finden, dass das achtjĂ€hrige Gymnasium „internationaler Standard ist. Da gibt es keinen Weg zurĂŒck.“ Herr Kleinböck sieht das anders und will den Schulen freistellen, ob sie einen „G8“ und einen „G9“-Zug anbieten. Und Uli Sckerl kann sich vorstellen, dass die SchĂŒler bis Klasse 10 gemeinsam mit unterschiedlicher Förderung „in der Kommune“ unterrichtet werden: „Es gibt Alternativen zum dreigliedrigen Schulsystem.“

Herr Wacker sagt: „Wer die Hauptschule zur Unterschule abstempelt, stempelt die SchĂŒler ab.“ Es wird geraunt. „Das ist doch die RealitĂ€t“, sagt jemand.

Immerhin, man ist sich einig, dass die „individuelle Förderung“ zunehmen muss.

Die GĂ€ste dĂŒrfen Fragen stellen. Viele ergehen sich in ErklĂ€rungen. Der frĂŒhere Freie WĂ€hler-Vorsitzende Manfred Kopp sagt: „Nach 57 Jahren Regierung gibt es Verschleißerscheinungen. Demokratie lebt vom Wandel. Erleben wir ein „grĂŒnes Wunder“ oder ein Come-Back der regierenden Parteien?“

Um 22:17 Uhr ist die „Diskussion“ beendet, die pĂŒnktlich um 19:30 Uhr begonnen hat.

Die GĂ€ste und auch die Kandidaten sind sichtlich geschafft von der Anstrengung.

EindrĂŒcke.

Als Beobachter gebe ich meinen persönlichen Eindruck wieder – der sicher vom Eindruck anderer abweichen kann.

Ich unterstelle allen Kandidaten, dass sie das beste wollen – keiner ist in einer wirklich entscheidenden „Machtposition“, wie es beispielsweise ein Minister ist.

Aber es gibt deutliche Unterschiede. Der StaatssekretĂ€r Wacker „reprĂ€sentiert“ immerhin die Macht als CDU-Mitglied. Er betont immer, wie seriös die Entscheidungen seien. Was mir missfĂ€llt ist seine „Angst-Rhetorik“ – wenn Stuttgart21 nicht kommt, geht Baden-WĂŒrttemberg den Bach runter. Wenn man etwas am Schulsystem Ă€ndert, riskiert man ein „erfolgreiches“ Modell. Mit gefĂ€llt, dass er einlenkt und sagt, dass die regierende Politik an den BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern vorbei entschieden hat und dies ein Fehler ist.

Die „Koalitionspartnerin“ Frau Dr. Arnold kann ĂŒberhaupt nicht ĂŒberzeugen. Sie wirft mit Zahlen um sich, die „kĂŒnstlich“ wirken und kann keine echte Überzeugung darstellen. Als sie Herrn Wacker fragt, ob sie sich Ă€ußern dĂŒrfe, mag das höflich gemeint sein, wirkt aber nur unterwĂŒrfig.

Herrn Kleinböck ist die Koalitionsbereitschaft mit den „GrĂŒnen“ mehr als deutlich anzumerken. Zu oft redet er statt zu den GĂ€sten in Richtung Herrn Sckerl. Er scheint sich damit abgefunden zu haben, dass diese Wahl zwischen den GrĂŒnen und der CDU entschieden wird und die SPD keine große Rolle spielt.

Der „Innenpolitische Sprecher“ Hans-Ulrich Sckerl dominierte die Diskussion – nicht durch provokante Äußerungen, sondern durch Einsicht, dass die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger bis ins bĂŒrgerliche Lager hinein mit der Regierungsarbeit nicht einverstanden sind. Überzeugend wirkt er durch seine Forderung, diese entscheiden zu lassen und sich einem Votum zu beugen.

Wacker vs. Sckerl. Sckerl vs. Wacker.

Damit ist Herr Sckerl der ernstzunehmende Gegenspieler von Herrn Wacker, der bekennt, dass die CDU-Politik an den BĂŒrgern vorbeigegangen ist und dadurch sicherlich auch „Punkte“ macht.

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Die Kontrahenten: Sckerl und Wacker.

Der Wahlkampf wird ganz sicher an dieser Linie entschieden und der Frage, wem der BĂŒrger mehr glaubt: Einer „gelĂ€uterten“ CDU oder dem „EinlĂ€uten“ einer neuen Ära durch die GrĂŒnen.

Die SPD spielt zwischen diesen Lagern keine große Rolle. Die FDP schon gar nicht.

Aller Voraussicht nach wird aber entscheidend sein, ob die FDP den Wiedereinzug ins Parlament schafft – und Die Linke nicht.

Der Weinheimer Kandidat von Die Linke, Matthias Hördt, war an diesem Abend nicht dabei. Angeblich, weil das den „Rahmen“ sprengen wĂŒrde, wie die Weinheimer Nachrichten den Freien WĂ€hler-Sprecher Peter Johe zitierten.

TatsĂ€chlich wohl eher, weil Die Linke noch nicht ins „politische Bild“ der Freien WĂ€hler passt. Auch das könnte sich Ă€ndern, ob das den Freien WĂ€hlern passt oder nicht.

Sollte Die Linke erfolgreich sein, wird deren Erfolg durch die verfehlte Politik der CDU befördert – unterstĂŒtzt durch eine auch an diesem Abend deutlich gewordene fehlende Positionierung der SPD.

GrĂŒnes Wunder oder bĂŒrgerliches Come-Back?

Die GrĂŒnen haben noch lĂ€ngst nicht gewonnen – Uli Sckerl machte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er sich mit seiner Partei bereits an der Macht sieht. Trotzdem war er der souverĂ€nste an diesem Abend. Denn die GrĂŒnen werden mit großer Wahrscheinlichkeit die absoluten Wahlsieger werden.

Ob es reichen wird, die Macht im Land zu ĂŒbernehmen, wird erst am 27. MĂ€rz 2011 entschieden.

Das wĂ€re ein „grĂŒnes Wunder“.

Wenn das nicht eintritt, bleibt es trotzdem spannend, ob es zu einem „Come-Back“ der bĂŒrgerlichen Parteien kommt oder es beim Dienst nach Vorschrift bleibt.

Gabis Kolumne

Non vitae, sed scholae discimus oder ists umgekehrt?

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Guten Tag!

Hirschberg, 21. Juni 2010. Lateinische Zitate sind vor allem etwas fĂŒr Profilneurotiker. So weit, so gut. Was nĂŒtzen Lateinkenntnisse im wahren Leben? Vor allem, um den eigenen Kindern zu helfen, meint Gabi.

Endlich weiß ich, warum ich sieben Jahr lang Latein in der Schule gelernt habe!

Nein, ich habe es nicht fĂŒr mein Studium gebraucht und es hat auch spĂ€ter keinen meiner Arbeitgeber interessiert, dass ich mein Großes Latinum, zwar mit Ach und Krach, aber dennoch bestanden habe.

Jetzt ĂŒber zwanzig Jahre spĂ€ter bin ich sehr froh darum. Bin dankbar, dass mein Vater mich mit öden Deklinationen und Konjugationen gequĂ€lt hat und sehe endlich einen Sinn darin – mal ganz abgesehen davon, dass ich seine stĂ€ndigen „lateinischen Weisheiten“ verstehe.

Sie fragen sich sicher, warum? Ganz einfach, um meinen Kindern beim Lernen zu helfen, um Fehler in der Korrektur der Lateintests zu entdecken und um mich mit Lateinlehrern auseinander zu setzen.

Die PÀdagogen unter Ihnen werden jetzt sagen, aber nein, das ist doch nicht die Aufgabe der Eltern. Die Kinder sollen selbstÀndig lernen, sie sollen in der Schule aufpassen und das Gelernte zu Hause wiederholen.

Ja, davon war ich auch ĂŒberzeugt bis der Schulalltag meiner Kinder mich eines Besseren belehrt hat.

Und seien Sie mal ehrlich, wer hat seinen Kindern noch nicht bei einem Referat, einer Buchvorstellung oder einer GFS (Gleichwertige Feststellung von SchĂŒlerleistungen) geholfen.

Vor ein paar Wochen war die Lateinarbeit in der Klasse meiner Tochter so schlecht ausgefallen, dass sich der Lehrer bemĂŒĂŸigt fĂŒhlte, den Eltern einen Brief zu schreiben, in dem er sie nicht nur bat, die Hausaufgaben zu kontrollieren, sondern auch die Lernmethoden der Kinder zu ĂŒberprĂŒfen. Ich wusste bis dato nicht, dass Lehr- und Lernmethoden in das Aufgabenfeld von Eltern fallen.

Nun wĂ€re es einfach, sich dem zu widersetzen. Wir alle haben unseren Job zu machen und ich kann schlecht meine Aufgaben an die Lehrer meiner Kinder delegieren. Doch welche Konsequenz hĂ€tte meine Verweigerung fĂŒr die schulische Entwicklung meiner Kinder? Fallen die durch das Raster deren Eltern nicht helfen wollen oder nicht helfen können!

Noch kann ich meiner Tochter in den meisten FĂ€chern helfen, aber bei meinem Sohn in Mathematik in der Oberstufe – keine Chance. Ich kenne kaum ein Kind, das das Gymnasium ohne den verstĂ€rkten Einsatz der Eltern oder die Zuhilfenahme von Nachhilfelehrern – oder wie das neudeutsch heißt: Trainern – durchlĂ€uft.

Wo bleibt denn da die Chancengleichheit? Fehlt es den Eltern an Zeit, Schulbildung und/oder Geld wird es fĂŒr viele Kinder ganz schön hart, wenn nicht unmöglich, ihr Abitur zu erreichen.

Dabei schreien unsere Politiker doch nach gut ausgebildeten Jugendlichen und laut Pisa liegen wir nicht gerade gut im europaweiten Vergleich, wenn es um das Erlangen der Hochschulzugangsberechtigung geht.

Ich kann fĂŒr mich nur sagen, bin ich mal froh, dass ich Latein hatte. Und wenn mich meine Kinder fragen, wofĂŒr sie das alles lernen sollen, habe ich jetzt auch immer ein gutes Argument.

Und hĂ€tte ich doch nur mal besser in Mathe aufgepasst! Das hat mein Mann – wir ergĂ€nzen uns also.

Die entscheidende Frage bleibt: „Non vitae, sed scholae discimus“, heißt es bei Seneca im Original. Nicht fĂŒr das Leben, sondern fĂŒr die Schule lernen wir. Der gute Mann hat das einstmals als Kritik an den Philosophenschulen seiner Zeit gesagt.

Heute kennt man das verdrehte Zitat: „Non scholae, sed vitae discimus“ – nicht fĂŒr die Schule, fĂŒr das Leben lernen wir.

Ist das so? Daran habe ich echte Zweifel.

Schulische Chancengleichheit? SPD-Diskussion ĂŒber Bildung

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 10. Juni 2010. Die Frage ist spannend: „Bieten unsere Schulen wirklich Chancengleichheit?“, fragen die OrtsverbĂ€nde aus Heddesheim und Hirschberg heute Abend in Heddesheim. Dazu gibt es VortrĂ€ge und eine Diskussion ab 20:00 Uhr im „Pflug“.

Information der SPD Rhein-Neckar:

„Die SPD-Heddesheim und die SPD-Hirschberg laden zu einer gemeinsamen Veranstaltung am

Donnerstag, den 10. Juni 2010, 20.00 Uhr im BĂŒrgerhaus/ Pflug in Heddesheim ein.

Das Thema des Abends lautet

„Bieten unsere Schulen wirklich Chancengleichheit?
Entwicklungsmöglichkeiten zu besserer Bildung“

Dabei werden vier KurzvortrÀge gehalten, zu denen die Referenten

  • Jens Drescher, Rektor der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Hirschberg,
  • Hans-JĂŒrgen Krieger, Realschulrektor a.D. Schriesheim,
  • Hildegard Klenk, Vorsitzende der GEW Nordbaden und
  • Gerhard Kleinböck, Landtagsabgeordneter von Baden-WĂŒrttemberg zur VerfĂŒgung stehen.

Auch die VerĂ€nderungen im Zuge der EinfĂŒhrung der Werkrealschule Hirschberg-Heddesheim sollen dabei angesprochen werden. Den VortrĂ€gen schließt sich eine Diskussion an mit der Möglichkeit, weitere Informationen zu erhalten und Fragen an die Referenten zu stellen.

Zu dieser öffentlichen Veranstaltung sind alle an Schule und Bildung interessierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger willkommen.“

GĂ€ste sind natĂŒrlich willkommen.

Siehe Terminkalender.

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Gabis Kolumne

Generation G8 oder die verplante Zukunft unserer Kinder

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Guten Tag!

Hirschberg, 17. Mai 2010. Die Reform der gymnasialen Oberstufe ist ein Missgriff, meint Gabi. Ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen, betrachtet unsere Kolumnistin dabei die psychologischen Auswirkungen. Panik macht sich breit. Wer sichs leisten kann, schickt seine Kinder schon heute zur „Sonderqualifikation“, denn es wird eng – vor allem ums Herz.

Meine Kinder haben beide das Pech oder auch GlĂŒck, je wie man es sieht, zur Generation G8 zu gehören, also SchĂŒlerinnen, die sich mit dem achtjĂ€hrigen Gymnasium herumschlagen mĂŒssen.

2012 gibt es den ersten G8-er Jahrgang – davor waren es G9-er, also Absolventen eines neunjĂ€hrigen Gymnasiums.

GlĂŒck haben sie insofern, dass sie ein Jahr frĂŒher fertig werden und damit endlich im europĂ€ischen Zeitplan fĂŒr die Oberstufe liegen.

Und Pech -۩ Na ja, das zu erklĂ€ren, dauert lĂ€nger.

2012 wird es eine große Klopperei um Studien- und AusbildungsplĂ€tze geben.

Ein Sonderfall ist dazu noch der Jahrgang meines Sohnes. Der gehört nĂ€mlich zu den ersten und zu den doppelten. Und das heißt wiederum: 2012 haben wir einen doppelten Jahrgang von G8-ern und G9-ern, die sich fröhlich um Studien- und AusbildungsplĂ€tze kloppen dĂŒrfen.

Über die bekannten Nachteile des G8 wurde schon viel geschrieben: Schwachsinnig verkĂŒrzte LehrplĂ€ne, Nachmittagsunterricht, kaum Freizeit – also eine typisch deutsche Reform, in der reformiert wurde, ohne richtig darĂŒber nachzudenken, ob das eigentlich Sinn macht. Hauptsache reformiert.

Und jetzt ist es soweit, der doppelte Jahrgang geht in die Kurstufe, sprich 12. und 13. Klasse. Wer jetzt aufmerksam mitgerechnet hat, sagt Stopp!, eine 13. Klasse kann es ja nicht mehr geben.

Weit gefehlt, in diesem Sonderfall, also genau in diesem Jahrgang, ĂŒberspringen alle 10-KlĂ€ssler mal kurz die 11. Klasse, um gemeinsam mit den G9-ern nach den Sommerferien in die 12. Klasse zu kommen. Raffiniert, so wird landesweit ein ganzer Jahrgang zu Hochbegabten SchĂŒlerinnen, die mal eben eine Klasse ĂŒberspringen.

Gehen wir nun mal positiv davon aus, dass die Schulen es geschafft haben könnten, beide JahrgĂ€nge gleich gut auf ihr Abitur vorzubereiten, wird Baden-WĂŒrttemberg (auch Bayern) 2012 nun ĂŒber die doppelte Anzahl von Abiturienten verfĂŒgen.

Schön fĂŒr die Hochschulen und Betriebe, denn die können sich die Besten aussuchen.

Doppelte Konkurrenz.

Da fragt man sich natĂŒrlich als Eltern, was tun? In Windeseile und mit Druck wurden unsere Kinder durch die Schulzeit gepeitscht, um sich dann sich in unglaublicher, nĂ€mlich doppelter Konkurrenz wieder zu finden.

Ein Rezept fĂŒr viele ist sicherlich eine einjĂ€hrige „Auszeit“, sprich ein Soziales Jahr oder ein Auslandaufenthalt mit „Mehrwert“, also mit Sprachschule, Praktikum, Selbsterfahrung oder Ă€hnlichem. Denn, das haben wir gelernt, einfach nur so darf diese Generation gar nichts mehr tun.

Waren unsere Kinder schon ab dem Kindergartenalter in ihrer Freizeit verplant, so mĂŒssen sie auch direkt vom Abitur in eine sinnvolle gut planbare BeschĂ€ftigung gleiten.

Organisationen, die fĂŒr teures Geld unsere Kinder im Ausland bei Jobs, Sprachschulen und Praktika betreuen, sprießen nur so aus dem Boden und sind Ă€ußerst erfolgreich.

Duale Hochschulen als Karrieregaranten?

Auf der Überholspur im Wettbewerb bei den Studienmöglichkeiten sind demnach auch die dualen Hochschulen, die nicht nur ein kurzes Studium, sonder auch gleichzeitig Praxis, Firmenkontakt und wenn möglich ĂŒber das Studium hinaus ein BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis zu garantieren versprechen.

Bisher gelingt es mir noch ganz entspannt zu bleiben. Doch im Freundes- und Bekanntenkreis, beginnt die Hektik und Panik auszubrechen: Was passiert mit unserem Kinder nach dem Abitur? Und das ist, wohlgemerkt, 2012.

Durch Sprachaufenthalte in der Schulzeit versuchen einige Eltern, die sich das leisten können, ihren Kindern schon im Vorfeld einen Wettbewerbsvorteil zu ermöglichen.

Ein Bekannter, dessen Tochter in der 11. Klasse, also sprich noch G9 ist, rennt schon seit Wochen auf Info-Veranstaltungen von Hochschulen in der Region und auf Berufsinformationsmessen. Man muss sich frĂŒhzeitig kĂŒmmern, erklĂ€rt er mir.

„Sonst hast Du keine Chance mehr…“

Auf einer Party unterhielt ich mich kĂŒrzlich mit einer Frau, deren Sohn genau wie meiner nach G8 in zwei Jahren Abitur machen wird. „Wenn Du ein Duales Studium anstrebst, musst Du Dich mit dem Zeugnis von 11/1 bei den Betrieben bewerben, sonst hast Du keine Chance“, erklĂ€rte sie mir. Ich dachte: Stopp, ich strebe ĂŒberhaupt kein Studium mehr an, das habe ich alles hinter mir, mein Zeugnis von 11/1 zeige ich keinem mehr und – ich hab-€ℱ doch schon einen Job.

Meine Argumente, mein Sohn weiß doch noch gar nicht, was er nach dem Abi machen möchte und vielleicht soll er erstmal ein Jahr auf Reisen gehen, wurde mit dem Blick, „Du hast ja keine Ahnung und Du wirst schon sehen, was dabei raus kommt“, abgeschmettert.

Wie schon gesagt, bislang bleibe ich noch ganz entspannt. Aber, wenn ich ehrlich bin, ich weiß nicht mehr, wie lange.

Denn auch, wenn ich bei dieser Hysterie (noch) nicht mitmache, möchte man ja doch das Beste fĂŒr seine Kinder.

Aber ich bezweifle, dass ein so vorgeplanter Weg, wirklich das Beste ist. Oder? Was meinen Sie?

Jobs for Future mit hohen Besucherzahlen

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Hirschberg, 25. Februar 2010. Bereits am ersten Tag der dreitĂ€gigen Messe fĂŒr Arbeit, Aus- und Weiterbildung strömten 11.172 Menschen in die Mannheimer Maimarkthalle (Vorjahr erster Tag: 10.134 Besucher).

Am Vormittag besuchten in erster Linie SchĂŒlerinnen und SchĂŒler die Messe – viele erkundeten mit Fragebögen mögliche Berufe zum Beispiel bei Anbietern von grĂŒnen Berufen, Medien und Veranstaltungsberufen, StudiengĂ€ngen, von Berufen in der Kirche und im öffentlichen Dienst.

Die Messe Jobs for Future ist auch am Freitag und Samstag noch von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Berufsmesse Jobs for Future. Bild: hirschbergblog

Berufsmesse Jobs for Future. Bild: hirschbergblog

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10. Messe „Jobs for Future“ vom 25. bis 27. Februar in der Maimarkthalle Mannheim

Guten Tag!

Hirschberg/Mannheim, 23. Februar 2010. Am Donnerstag, den 25. Februar 2010, startet SĂŒddeutschlands grĂ¶ĂŸte Messe rund um Ausbildung, Studium und Beruf.

Mit 233 Ausstellern ist die „Jobs for Future“ in Mannheim SĂŒddeutschlands grĂ¶ĂŸte Aus- und Weiterbildungsmesse. Sie wendet sich an alle SchĂŒler, Abiturienten, Studierende, ExistenzgrĂŒnder, BerufstĂ€tige und Wiedereinsteiger.

2009 verzeichnete „Jobs for Future“ an den drei Tagen ĂŒber 40.000 Besucher.

„Welcher Beruf kommt fĂŒr mich in Frage? Wo gibt es AusbildungsplĂ€tze in der Region? Welcher Studiengang hat Zukunft? Wie kann ich im Job weiterkommen und welche Qualifikation brauche ich dafĂŒr? Wie finde ich eine neue Stelle?“

Die Aussteller auf der „Jobs for Future“ helfen bei diesen Fragen weiter. Sie werden die Besucher fachkundig informieren und ihnen die Möglichkeiten fĂŒr ihren Berufswunsch aufzeigen.

Drei volle Tage, vom 25. bis 27. Februar, jeweils von 10 bis 18 Uhr, stehen Personalchefs, Dozenten, Meister, Studienberater, Ausbildungs- und Arbeitsmarktexperten den Besuchern Rede und Antwort. Der Eintritt ist frei.

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Tödlicher Stich ins Herz – weitere Waffen gefunden

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 19. Februar 2010. Gegen den 23-jĂ€hrigen Mann, der gestern in Ludwigshafen einen 58-jĂ€hrigen Lehrer niedergestochen hatte, erging heute Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen BeweggrĂŒnden. In der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler weitere Waffen und Chemikalien, die eventuell fĂŒr einen Bombenbau vorgesehen waren.

Gemeinsame PresseerklÀrung der Staatsanwaltschaft Frankenthal und des PolizeiprÀsidiums Rheinpfalz:

„Nach der noch gestern durchgefĂŒhrten Obduktion bei der Rechtsmedizin in Mainz liegt das vorlĂ€ufige Obduktionsergebnis vor. Danach fĂŒgte der 23-jĂ€hrige ehemalige SchĂŒler der BBS II seinem Opfer mehreren Messerstiche zu. Tödlich verletzt wurde der 58-JĂ€hrige durch einen Stich in die Brust, der das Herz verletzte.

Der 23-JĂ€hrige wurde heute um 11.30 Uhr dem Haftrichter vorgefĂŒhrt. Die VorfĂŒhrung erfolgte beim PolizeiprĂ€sidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Auf Antrag der zustĂ€ndigen Staatsanwaltschaft Frankenthal erging Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen BeweggrĂŒnden.
Im Rahmen seiner richterlichen Vernehmung machte der Beschuldigte keine weiteren Angaben.

Bei der zwischenzeitlich erfolgten Durchsuchung seiner Wohnung in Ludwigshafen wurden 16 Schusswaffen, darunter Schreckschuss-, Luftdruck- und Gotcha-Waffen sichergestellt. Weiterhin entdeckte der EntschĂ€rfungsdienst des Landeskriminalamtes Chemikalien, die zum Bau von SprengsĂ€tzen geeignet sein können. Sie werden zurzeit beim LKA untersucht. ZusĂ€tzlich wertet die Polizei derzeit schriftliche und elektronische Aufzeichnungen des TatverdĂ€chtigen aus. Diese deuten darauf hin, dass er sich mit vorangegangen Amoktaten befasst und möglicherweise bereits vor einiger Zeit mit der Planung einer eigenen Gewalttat begonnen hat.“

Mord aus niedrigen BeweggrĂŒnden – Ex-SchĂŒler tötet Lehrer mit Messer

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim ist heute ein Lehrer von einem ehemaligen SchĂŒler getötet worden. Als Tatmotiv hat der 23-jĂ€hrige mutmaßliche TĂ€ter „Wut“ angegeben.

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Die rheinland-pfÀlzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) und der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig. Bild: hblog

Die Teilnehmer der Pressekonferenz im Ludwigshafener PolizeiprĂ€sidium waren sichtlich erschĂŒttert ĂŒber die Tat: „Wir gehen von einer Tat aus niedrigen BeweggrĂŒnden aus“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig gegenĂŒber der Presse.

Rund 70 Reporter filmten, fotografierten und schrieben mit. Noch gibt es wenige Details: Alles deutet darauf hin, dass es kein Amoklauf war, sondern eine gezielte Attacke auf den getöteten 58 Jahre alten Lehrer, der seinen Wohnsitz in Hessen hat.

Verletzt wurden ein weiterer Lehrer und der Schulleiter Walter Lautwein. Beide konnten sich aber in Sicherheit bringen. Die Schule wurde umgehend gerÀumt, SpezialkrÀfte der Polizei verhafteten kurz darauf den TatverdÀchtigen.

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Die Berufsbildende Schule Technik II in Ludwigshafen. Bild: hblog

Dieser soll strafrechtlich bislang nicht auffĂ€llig gewesen sein und habe nach eigenen Angaben die Schule bereits 2004 verlassen. „Wut“ ĂŒber die schlechte Benotung sei angeblich das Tatmotiv gewesen.

Hinweis:
Der fĂŒr dieses blog verantwortliche Journalist Hardy Prothmann auf Focus online: Trostlose Lebenssituation

Redaktion

Amoklauf an Berufsschule in Ludwigshafen? Lehrer getötet

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim soll es am Vormittag zu einem Amoklauf gekommen sein. Dabei wurde ein Lehrer getötet. Der mutmaßliche TĂ€ter soll gefasst sein.

Die Nachrichtenlage ist dĂŒnn. Laut Polizei soll sich die Tat gegen 10:00 Uhr ereignet haben. Angeblich soll ein bereits gefasster 23-jĂ€hriger der mutmaßliche TĂ€ter sein, der mehrere Personen angegriffen haben soll. Ein Lehrer starb an seinen Verletzungen.

Welche Waffe der TĂ€ter benutzte, ist auch noch nicht klar. Vermutlich ein Messer.

Die Schule ist nach Angaben der Polizei durch ein Großaufgebot der Polizei schnell gerĂ€umt worden. Eltern und SchĂŒler werden nach Angaben der Behörden psychologisch betreut.

Die Berufsbildende Schule Technik II im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim hat 3.200 SchĂŒler und 130 Lehrer.

Redaktion

Starke Belastung fĂŒr SchĂŒler und Eltern

Guten Tag!

Hirschberg, 12. Februar 2010. Die Grundschulempfehlung: FĂŒr die, bei denen es „passt“, ist alles in Ordnung. FĂŒr die anderen kann sie ein Drama werden. Bis zum 4. MĂ€rz 2010 werden in Baden-WĂŒrttemberg wieder die Briefe versandt, die ĂŒber die schulische und damit vielleicht auch berufliche Zukunft der Kinder entscheiden.

Kommentar: Sabine Prothmann

Im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland können ein paar Kilometer entscheidend sein, ob die Eltern oder die Lehrer die Entscheidung treffen, auf welche Schule ihr Kind geht: Hier in Baden-WĂŒrttemberg bestimmt die Schule auf Basis des Halbjahreszeugnisses, im benachbarten Hessen ist die verbindliche Empfehlung abgeschafft.

Absurd: Verbessert sich das Kind in der zweiten HĂ€lfte des vierten Schuljahres, spielt das keine Rolle mehr.

Ist das Kreuz aus der Sicht der Eltern nicht an der richtigen Stelle, geht ein Kampf David gegen Goliath, sprich Eltern gegen die Entscheidung der Schule los.

Wenn Eltern mit der Grundschulempfehlung nicht einverstanden sind, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie nehmen das Beratungsverfahren in Anspruch oder sie melden ihr Kind gleich zur AufnahmeprĂŒfung an, was sie auch noch nach dem Beratungsverfahren machen können.

In diesem Verfahren werden mehrere Kinder von einer Beratungslehrerin getestet, die zwei verschiedene allgemeine Begabungstests durchfĂŒhrt. Diese sind landesweit einheitlich festgelegt und nach den vorgegebenen Normen ausgewertet werden.

Nach einem BeratungsgesprĂ€ch mit den Eltern tagt die Klassenkonferenz gemeinsam mit dem Beratungslehrer, der stimmberechtigt ist, und beschließt die „Gemeinsame Bildungsempfehlung“. Entspricht die Empfehlung den Vorstellungen der Eltern, so können sie ihr Kind an der gewĂŒnschten Schule anmelden. Ist dies nicht der Fall, können sie sich entscheiden, ob sie ihr Kind zur AufnahmeprĂŒfung anmelden wollen.

Die Aufgaben fĂŒr die AufnahmeprĂŒfung werden zentral vom Kultusministerium – auf der Grundlage des Bildungsplanes der Grundschule und unter Einbeziehung von Lehrerinnen und Lehrern aller betroffenen Schularten – gestellt. Damit werden sowohl die Voraussetzungen der abgebenden Schulart als auch die Erwartungen der aufnehmenden Schularten berĂŒcksichtigt.

Die PrĂŒfung besteht aus einem schriftlichen und einem mĂŒndlichen Teil.

Sollte das Kind den Durchschnitt fĂŒr die gewĂŒnschte Schulart nach der schriftlichen PrĂŒfung (3,0 fĂŒr die Realschule, 2,5 fĂŒr das Gymnasium) nicht erreicht haben, so wird eine mĂŒndliche PrĂŒfung durchgefĂŒhrt. Die Leistungen fĂŒr die schriftliche und mĂŒndliche PrĂŒfung zĂ€hlen je zur HĂ€lfte.

Über Sinn oder Unsinn des Systems sowie ĂŒber das dreigliedrige Schulsystem kann man unterschiedlicher Meinung sein.

Man sollte sich aber auf alle FĂ€lle bei einem Widerspruch gegen die Schulempfehlung darĂŒber im Klaren sein, dass eine AufnahmeprĂŒfung fĂŒr das Kind und auch die Familie durch das bĂŒrokratische Verfahren eine starke Belastung darstellt.

Welche Schule ist die richtige fĂŒr mein Kind?

Guten Tag!

Hirschberg, 12. Februar 2010. Diese Frage stellen sich dieser Tage wieder viele Eltern in Baden-WĂŒrttemberg. Bis zum 26. Februar 2010 finden die InformationsgesprĂ€che mit den Klassenlehrern statt und bis zum 4. MĂ€rz werden die Grundschulempfehlungen versandt. Die RĂŒckmeldung der Eltern zur Grundschulempfehlung muss bis zum 11. MĂ€rz 2010 erfolgen.

Der Trend zum Gymnasium ist nach wie vor hoch. Fast die HĂ€lfte der SchĂŒler erhalten eine entsprechende Empfehlung. Haupt- und Realschule liegen fast gleichauf. Aber: WĂ€hrend nur jedes fĂŒnfte deutsche Kinder von der Grund- auf die Hauptschule wechselt, ist es jedes zweite Kind aus Familien mit Migrationshintergrund.

Auf der Seite des statistischen Landesamts können Sie dazu einen ausfĂŒhrlichen und interessanten Text lesen: Grundschulempfehlung und Elternwunsch – nicht immer stimmen sie ĂŒberein.

Nachfolgend finden Sie eine Auflistung der Informationsabende (sind auch im Terminkalender eingetragen) von Gymnasien und Realschulen, die gut von Hirschberg aus zu erreichen sind:

Kurpfalz – Schule Schriesheim
Hirschberger Straße 1
69198 Schriesheim
Gymnasium
Informationsveranstaltung am 11. MĂ€rz von 17.00 – 20.00 Uhr.
Realschule
4.3.10 Tag der offenen TĂŒr fĂŒr Eltern der Klasse 4

Dietrich-Bonhoeffer-Schule
Breslauerstraße 60
69469 Weinheim
Gymnasium: Informationsabend, Dienstag, 16. MĂ€rz 2010, 18.00 Uhr
Realschule: Tag der Offenen TĂŒr, am Samstag, 20. MĂ€rz 2009, zwischen 10.00 und 14.00 Uhr

Werner-Heisenberg-Gymnasium
Friedrichstraße 7
69469 Weinheim
Informationsabend fĂŒr die Eltern der zukĂŒnftigen Sextaner am 4.3.2010, 19.00 Uhr.

Carl-Benz-Gymnasium, Ladenburg
Realschulstr. 4
Ladenburg
Infoabend am 24. Februar, 17.30 Uhr

Merian Realschule, Ladenburg
Heidelberger Str. 20
Ladenburg
Infoabend am 10. MĂ€rz, 17:00 Uhr

Bunsen-Gymnasium
Humboldtstraße 23
69120 Heidelberg
Am Donnerstag, 11.03.2009 um 16:00 Uhr Tag der Information.

KurfĂŒrst-Friedrich-Gymnasium
Neckarstaden 2
69117 Heidelberg
Im Rahmen des Schulfestes findet am Samstag, den 13.03.2010 (ab 10 Uhr)
um 11:00 Uhr eine Informationsveranstaltung fĂŒr die GrundschĂŒler und Eltern statt.

Hölderlin Gymnasium Heidelberg
Plöck 40-42
69117 Heidelberg
Infoabend am Dienstag, den 16.3.2010 um 19.00 Uhr
Tag der offenen TĂŒr am 20.3.2010

Einen schönen Tag wĂŒnscht
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Gabis Kolumne

Was eine „Halbjahresinformation“ bedeutet

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Guten Tag!

Hirschberg, 01. Februar 2010. Am Mittwoch gibt es die „Halbjahresinformation“. FrĂŒher hieß das „Zeugnis“. Wie es auch heißt – die Noten zeigen, ob die Kinder „auf dem richtigen Weg“ sind. Doch welcher ist das?, fragt sich Gabi, die auch nicht immer auf dem aus Sicht der eigenen Eltern „besten Weg“ war.

Dieser Tage saß ich mit meinen Freundinnen bei einer Tasse Kaffee und wir diskutierten unsere Köpfe heiß. Um was es ging? Um die sogenannte „Halbjahresinformation“.

Und wie mein Sohn mir erklÀrte, hat die auch rein gar nichts mit einem Zeugnis zu tun.

Denn, wie der Name schon sagt, wird man als Eltern sozusagen ĂŒber einen Zwischenstand informiert. Quasi wie die Halbzeit beim Fußballspiel. Was ja, wie wir alle wissen, nichts mit dem Endergebnis zu tun hat. Wobei eine 4 in der Halbzeit selten zu einer 1 im Endergebnis werden wird, genauso wenig wie ein 6:0 selten zu einem 6:10 gedreht werden kann – und ich bin bei Gott kein Fußballexperte.

Gut – noch schaue ich gelassen dem kommenden Mittwoch entgegen. Einer meiner Freundinnen ging es da schlechter: Ihr Sohn hatte seinen Halbzeitstand schon bekommen und dementsprechend war ihr GemĂŒtszustand – alles andere als bestens.

Das Ergebnis zÀhlt.

Sie erzĂ€hlt, dass eine ihrer Freundinnen vom Psychologen zu hören bekam: „Das sind nicht Ihre Noten. Sie haben ihren Schulabschluss schon gemacht. Die Kinder mĂŒssen ihren eigenen Ehrgeiz entwickeln.“

Soweit so gut. Aber was tun, wenn der Ehrgeiz nicht von alleine kommt? Sollen wir unsere Kinder einfach auflaufen lassen?

„Also, als erstes geht erst mal die Playstation auf den Speicher“, sagte meine Freundin. Wir anderen nickten zustimmend. Das war eine klare Maßnahme und wĂŒrde sicherlich wirken.

„SchrĂ€nke doch seinen Kontakt mit der Freundin ein. Das trifft ihn bestimmt“, schlug eine der Frauen vor. „Das sollte vielleicht eher mein Mann machen, sonst sieht es nach Aktion eifersĂŒchtige Mutter aus“, gab eine andere Freundin zu bedenken.

„Also ich habe bei meiner Tochter die besten Erfahrungen mit einer Mathe-Nachhilfeschule in den Ferien gemacht“, warf eine dritte Freundin ein.

Es durchzuckte uns wie ein Blitz. Ja, das sah wirklich nicht nach Spaßprogramm aus und schien, wie das Ergebnis zeigte, sehr erfolgversprechend aus. Aber konnten wir das unseren armen Schulreform-geplagten Kindern wirklich antun? Vier Wochen tĂ€glich vier Stunden Mathe in den Sommerferien? Und wer kann sich das schon leisten?

„Wenn ich mich erinnere, wie schlecht ich in der 7. Klasse war, und in der 8. Klasse hat nicht viel gefehlt und ich wĂ€re sitzengeblieben, habe ich hintenraus doch noch ganz gut abgeschnitten“, erinnerte ich mich.

Aber wir hatten das GlĂŒck der reformierten Oberstufe, fast alles, was uns nicht passte, konnten wir abwĂ€hlen.

Haben sich unsere Eltern so um die Schule gekĂŒmmert, wie wir das heute tun? „Nein, mein Vater hat mich ab und an in Latein abgehört, was ganz schrecklich war, und meine Mutter in Französisch, das war schon alles“, erzĂ€hlt eine Freundin.

Aber haben wir unsere Kinder nicht gepampert von Anfang an? Waren wir nicht im Kinderturnen, haben unzĂ€hlige Bastelnachmittage, Elternabende und LehrergesprĂ€che ĂŒber uns ergehen lassen? Wie können wir sie jetzt mitten in der PubertĂ€t sitzen lassen und von ihnen eigenen Ehrgeiz erwarten?

Das Leben ist kein Picknick.

„Ja, und was machst Du, wenn Dein Sohn eine Ausbildung anfĂ€ngt oder studiert? Wirst Du ihm dann die Berichte schreiben oder bei den Seminararbeiten helfen?“, fragt mich eine Freundin. „Aber nein, nach der Schule ist er selbstverantwortlich“, entgegne ich nicht ganz so ĂŒberzeugt, wie ich es gerne sein wĂŒrde.

Es ist nicht immer leicht eine Position zu finden, wenn man die Kinder einerseits so gut verstehen kann und andererseits weiß, dass das Leben eben kein Picknick ist. Und fĂŒr den Blödsinn, den wir veranstaltet haben, waren wir schließlich auch selbst verantwortlich.

Schule ist schließlich nicht alles, versuche ich mich zu beruhigen. „Wenn meine Kinder eine schlechte Note nach Hause bringen, ist mein Tag gelaufen“, gesteht eine gute Bekannte. Und trifft mit dieser Aussage in der Runde auf mehr VerstĂ€ndnis als auf Widerspruch.

Der nĂ€chste Mittwoch darf und wird kommen und schließlich ist es ja nur eine Halbjahresinformation und kein Halbjahreszeugnis wie in meiner Schulzeit.

Da gab es auch noch keine Zensuren wie 5+ oder 3-4. Da war eine 5 eine 5 und man hatte eine 3 oder eine 4 oder auch eine 1 oder eine 2.

„Siehst du“, sagte mein Sohn, „deshalb heißt es jetzt ja auch Information.“

gabi