Sonntag, 09. Juni 2019

BĂŒrgermeister Just stellt PlĂ€ne fĂŒr das alte Feuerwehrhaus in Großsachsen vor

Feuerwache wird Ärztehaus

Vorentwurf fĂŒr den Umbau des alten Feuerwehrhauses in Großsachsen. Quelle: Fa. Gebert & Mack GmbH

 

Hirschberg, 19. Oktober 2012. (red/ld) Nach der Fusion der beiden Feuerwehren Großsachsen und Leutershausen zur Feuerwehr Hirschber und dem Einzug ins Hilfeleistungszentrum, wird die alte Feuerwache in Großsachsen ab dem nĂ€chstem FrĂŒhjahr zu einem Ärztehaus umgebaut. Gestern stellten BĂŒrgermeister Manuel Just und die Ärzte Eckhard Willersinn und Tilmann Steinhausen die PlĂ€ne von Architekt Udo Richter aus Heilbronn vor. Als Investoren haben sich Gebert & Mack verpflichtet. Das Team hatte 2007 bereits die Tabakfabrik saniert.

Von Lydia Dartsch

Lange war es ein GerĂŒcht. Jetzt ist es offiziell: Das ausgediente Feuerwehrhaus in Großsachsen wird neue Heimat fĂŒr das Ärztehaus in der Hohensachsener Straße. Damit soll unter anderem die medizinische Infrastruktur in der Gemeinde sichergestellt sein. „Wir haben schon jetzt Platznot“, erklĂ€rte Willersinn und gab zu bedenken, dass die bestehenden Praxen attraktiv gehalten werden mĂŒssten, um Nachfolger anzuziehen:

Die Patienten merken es noch nicht, aber wir steuern auf einen Ärztemangel zu.

Eine Chance fĂŒr Gemeinde und Ärzte

Doch Willersinn und Steinhausen hören bereits von Kollegen, die ihre Praxen schließen und keine Nachfolger finden. FĂŒr den Internisten Willersinn ging es deshalb auch um die Frage, ob er mit seiner Praxis in der Gemeinde bleibt: „Wir FachĂ€rzte sind nicht so stark an die Gemeinde gebunden. Wir hatten auch andere Orte als Ideen, wollten aber lieber hier bleiben“, zeigte er sich glĂŒcklich ĂŒber die Entscheidung. „Der hausĂ€rztliche Bereich ist ja in der Gemeinde verwurzelt. Der muss sichergestellt sein“, ergĂ€nzte SteinhĂ€user.

ZusĂ€tzlich zum bestehenden Angebot in der Großsachsener Straße wird es im neuen GebĂ€ude eine Praxis fĂŒr Krankengymnastik, eine OrthopĂ€die und eine Apotheke geben. Die Gemeinde verkauft das GrundstĂŒck an die Investoren. Die Ärzte werden die neuen PraxisrĂ€ume mieten. Die angrenzende Turnhalle und der Spielplatz bleiben erhalten.

Kernsaniert und angebaut

Im Kern bleibt das Feuerwehrhaus erhalten. Erkennbar wird es aber nicht mehr sein: Die PlĂ€ne sehen zwei Keile vor und hinter dem bestehenden Haus vor, die den Verlauf des Riedwegs aufnehmen und das GebĂ€ude optisch dem öffentlichen Bereich davor zuwenden. Gleichzeitig bietet das GebĂ€ude so einen Abschluss des öffentlichen Bereichs zu den WohnhĂ€usern dahinter. Das bestehende Walmdach wird abgetragen und zu einem vollstĂ€ndigen Stockwerk mit Flachdach ausgebaut. Das Ärztehaus wird daher ein wenig niedriger als das Feuerwehrhaus. Außerdem wird ein Aufzugschacht neu angebaut. Auch gibt es mehr ParkplĂ€tze rund um das Haus.

Als Projektentwickler und Investoren haben die Ärzte Gebert & Mack ins Boot holen können, die schon die alte Tabakfabrik saniert haben. „Aus meinem Blickwinkel ist es hilfreich, dass man sich auf einen Projektentwickler verstĂ€ndigt hat, der in der Gemeinde bekannt ist und der auf die WĂŒnsche und Bedenken der BĂŒrger eingeht“, zeigte sich BĂŒrgermeister Manuel Just zufrieden. Und sicher freut er sich auch ĂŒber die kommunale Einnahme durch die VerĂ€ußerung des Objekts – wie viel man erlösen kann, ist noch offen. Die Verhandlungen laufen und Herr Just will sich mit Hinweis darauf zunĂ€chst nicht Ă€ußern.

Bebauungsplan verhindert Zeitplan

Ein Ärztehaus ist auf dem als Sondergebiet ausgewiesenen GrundstĂŒck nicht vorgesehen, sagt der Bebauungsplan. Das verhindert derzeit einen genauen Zeitplan zur Fertigstellung des Vorhabens. Zuerst muss also der Bebauungsplan geĂ€ndert werden: „Das werden wir in der Dezembersitzung in den Gemeinderat einbringen“, kĂŒndigte BĂŒrgermeister Just an. Nach der Entscheidung im MĂ€rz 2013 könnte dann der Bauantrag gestellt und kurz darauf begonnen werden. Gegen Mitte oder Ende 2014 könnte die Bauphase dann abgeschlossen sein:

Wir befinden uns am Anfang Verfahrens. Es können immer Probleme auftauchen, die uns im Zeitplan zurĂŒckwerfen.

GerĂŒchte gehen um seit 2011

Bereits Ende 2011 habe es die erste Idee fĂŒr ein Ärztehaus gegeben, erklĂ€rten Willersinn und Steinhausen. GerĂŒchte habe es schon vorher in der Bevölkerung gegeben. Nun ist es also offiziell. Bleibt die Frage, was aus dem Ärztehaus in der Großsachsener Straße wird und ob der bisherige Betreiber des Ärztehauses, der Apotheker Tilmann Lauppe, mit seiner Stern-Apotheke ebenfalls ins neue Ärztehaus einzieht. „Da wir selbst nur als Mieter auftreten, haben wir darauf keinen Einfluss“, erklĂ€rte Willersinn.