Dienstag, 18. Juni 2019

Vor wichtigem Heimspiel gegen die TGS Pforzheim gehen Saase die Spieler aus

Der TVG Großsachsen geht personell am Stock

Hirschberg, 18. September 2013. (red/pm) Nachdem Thomas Zahn vergangenes Wochenende in Auerbach die Rote Karte bekam, folgte die Sperrung. Nun fehlen dem TVG Großsachsen sechs Personen fĂŒr das wichtige Heimspiel gegen die TGS Pforzheim. [Weiterlesen…]

Hirschberg siegt und verliert – SGL setzt sich gegen TVG durch

Guten Tag!

Hirschberg, 18. Oktober 2010. Es gibt nicht viele Gemeinden in Deutschland, die das zu bieten haben: Zwei Handballvereine in der 3. Liga, die im „Heimspiel“ gegeneinander antreten. Sieger und Verlierer kommen aus demselben Ort.

Von Hardy Prothmann

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Knallvolle Sachsenhalle - die Fans gaben alles. Siegen konnte nur ein Verein - in diesem Fall die SG Leutershausen ĂŒber den TVG Großsachsen.

Es war spannend, es war voll, es war eindeutig: SG Leutershausen gewann im Lokalderby am Samstagabend ĂŒberlegen mit 33:27 gegen TVG Großsachsen. Vor rund 1.100 Zuschauern – die Sachsenhalle bebte. Das Spiel war kĂ€mpferisch, aber ĂŒberwiegend fair.

Die Stars des Abends sind SGL-Torwart Ale-­xander HĂŒbe mit 21 Paraden und KreislĂ€ufer Hannes Volk mit acht Treffern. Bejubelt mit ohrenbetĂ€uben LĂ€rm der Fans.

Die Weinheimer Nachrichten verlieren angesichts des rasanten Spiels vollends die Nerven und titelt heute: „TVG Großsachsen unterliegt vor 1.100 Zuschauern der SG Leutershausen im Ortsduell verdient mit 27:33.“ (Wieso im Video zwei MĂ€nner von der EnBW als Fans prĂ€sentiert werden, versteht kein Mensch – außer, wenn man weiß, dass die Herren gerade um den Auftrag fĂŒr den Betrieb des Stromnetzes werben…)

„Unterliegt verdient“? – aha. Das sollte wohl „schmeichelhaft“ sein – ist leider aber genau das Gegenteil. Normalerweise „gewinnt man verdient“ – aber dann hĂ€tten die Weinheimer Nachrichten wahrscheinlich viele Abonnenten verprellt, die vorwiegend in Großsachsen wohnen.

Hauptsache das Spiel war fair und es gab viele Tore zu sehen. Das stört es nicht, wenn eine Lokalzeitung merkwĂŒrdige Schlagzeilen entwirft.

GlĂŒckwunsch an die SG Leutershausen fĂŒr den verdienten Sieg und alles Gute fĂŒr den TVG Großsachsen, der zwar verloren, aber gut mitgespielt haben und sicher auch in Zukunft ein ernst zu nehmender Gegner ist.

Hirschberg als Gesamtgemeinde darf sich ĂŒber zwei ambitionierte Vereine und tolle Fans freuen!

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Hilfeleistungszentrum soll weniger kosten

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 15. September 2010. Am 14. September 2010 tagte der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt in Hirschberg. FĂŒnf Bauvoranfragen bzw. BauantrĂ€ge standen auf der Tagesordnung, die alle einstimmig beschlossen wurden.

Der erste Tagesordnungspunkt, die Bauvoranfrage zur Errichtung eines 8-Familenhauses mit Tiefgarage und StellplĂ€tzen in der Birkenstraße, wurde intensiv von den GemeinderĂ€ten diskutiert.

Vor allem inwiefern sich der geplante Neubau harmonisch in die Umgebung mit ĂŒberwiegend Ein- und Zweifamilien- und ReihenhĂ€user einfĂŒge.

„Ich sehe hier stĂ€dtebaulich keine Disharmonie“, so BĂŒrgermeister Manuel Just. Zudem liege das GrundstĂŒck nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans. Das geplante Mehrfamilienhaus ĂŒberschreite zwar mit seiner Traufhöhe von 8,80 Meter die Nachbarbebauung, ist aber mit einer Firsthöhe von 9,60 Meter sogar niedriger als die angrenzenden ReihenhĂ€user.

„Auch von meiner Seite sehe ich keine Disharmonie“, sagte Dr. Jörg Boulanger (CDU) und betonte positiv die altersgerechte Bauweise. Auch Werner Volk (Freie WĂ€hler), Ulrich Schulz (SPD), Oliver Reisig (FDP) und Egon MĂŒller (GLH) schlossen sich dem an und begrĂŒĂŸten nochmals das barrierefreie und altersgerechte Bauen.

„Hier war der Investor clever“, sagte Just. Er habe die Diskussion in Hirschberg um das Seniorenheim mitbekommen und gesehen, dass hier Bedarf fĂŒr altersgerechtes Wohnen bestĂŒnde.

Bei der schwierigen Parkplatzsituation in der Birkenstraße wurde auch die Planung von 10 StellplĂ€tzen positiv beurteilt.

Ob sich das Mehrfamilienhaus harmonisch in die Umgebung einfĂŒge und ob die Kubatur so in Ordnung sei, war fĂŒr Karl-Heinz Treiber (GLH) zweifelhaft, dennoch stimmte er der Bauvoranfrage zu.

Auch Fritz Bletzer (Freie WĂ€hler) beurteilte das GebĂ€ude kritisch und gab nur „mit schwerem Herzen“ seine Zustimmung.

Der zweite Tagesordnungspunkt war der Bauantrag der Gemeinde fĂŒr das Kommunale Hilfeleistungszentrum, in das die Feuerwehr, das DRK und der Bauhof ziehen werden.

BĂŒrgermeister Manuel Just teilte den Ausschussmitgliedern mit, dass es gelungen sei, Kosten einzusparen. Insgesamt 47 StellplĂ€tze mussten fĂŒr das Bauvorhaben nachgewiesen werden. 22 AlarmstellplĂ€tze fĂŒr die Feuerwehr werden sich nun auf dem GelĂ€nde selbst befinden, weitere 27 StellplĂ€tze – also sogar 2 mehr als erforderlich – kann die Gemeinde auf dem GrundstĂŒck des SportgelĂ€ndes nutzen.

Als einzigen „Wermutstropfen“ bezeichnete Birgit Knoblauch, dass man die Chance verpasst habe, mit dem Bau des Hilfeleistungszentrums als Passivhaus ein Prestigeobjekt fĂŒr Hirschberg zu realisieren.

Insgesamt werden gut 6.000 Quadratmeter bebaut – das GrundstĂŒck ist rund 11.300 Quadratmeter groß – damit bleibt man unter der zulĂ€ssigen GrundflĂ€chenzahl von 0,6 – eventuell ist hier eine Kosteneinsparung gegeben.

Einstimmig angenommen wurde auch die Bauvoranfrage fĂŒr ein Reihenendhaus im Burgunderweg. In der Bauvoranfrage sollte eine Befreiung in drei Punkten von der Festsetzung des Bebauungsplanes zugestimmt werden. Zum einen der Überschreitung der Traufhöhe um 1,57 Meter, dem geplanten Dacheinschnitt ĂŒber die gesamte Hausbreite und der Terrasse außerhalb des Baufensters.

In allen Punkten sei schon im Baugebiet eine Befreiung erteilt worden, so Just. Bletzer kritisierte ein Lichtband im Dach, damit entstehe schon wieder eine neue Bau-Variante. Sowohl Treiber als auch Schulz und Karin Kunz bezeichneten das Bauvorhaben hingegen als gelungen. Durch viel Glas wĂŒrde die MassivitĂ€t der Reihenhausbauweise reduziert, betonte Schulz.

Der nĂ€chste Tagesordnungspunkt behandelte den nachtrĂ€glichen Bauantrag des TVG 1890 Großsachen zur Errichtung von 7 TennisplĂ€tzen. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens zur Errichtung des Seniorenzentrums wurde festgestellt, dass fĂŒr die TennisplĂ€tze, die 1972/73 eröffnet wurden, keine Baugenehmigung vorliege.

„Damit korrigieren wir somit eine fehlende Formalie“, so Just. Aus Aktennotizen war zu entnehmen, dass die Errichtung der TennisplĂ€tze im Einvernehmen und mit Kenntnisnahmen von der Gemeinde realisiert wurde. „Das hat man wohl einfach vergessen“, sagte Boulanger. Bei diesem Tagesordnungspunkt musste Karin Kunz als Vorsitzendes des TVG 1890 den Ratstisch verlassen.

Beim letzten Tagesordnungspunkt lag das Einvernehmen im Ermessen des BĂŒrgermeisters. Das bestehende EvoBus-Service-Center im „Gewerbepark Hirschberg SĂŒd“ soll durch einen zweistöckigen Anbau erweitert werden. Im Erdgeschoss werden ein Empfangs- und ein offener Bereich geschaffen. Im Obergeschoss entstehen weitere BĂŒrorĂ€ume. Zudem ist eine ĂŒberdachte AbstellflĂ€che fĂŒr Omnibusse geplant. Daraus ergibt sich eine Überschreitung der GrundflĂ€chenzahl um 4,84 Prozent. Der BĂŒrgermeister hat fĂŒr diesen Bauantrag sein Einvernehmen erteilt.

BĂŒrgermeister Just wird „ideologisch“ – ob ihm das gut tut, darf bezweifelt werden

Guten Tag!

Hirschberg, 01. Juli 2010. Der noch sehr junge BĂŒrgermeister Manuel Just (32) gilt als Dynamiker und hat sich und seiner Gemeinde Hirschberg zwei Projekte verschrieben, die ihn und seine Gemeinde an die Grenzen der Belastungsgrenze bringen werden. Das ist zur Zeit noch nicht „offensichtlich“, aber es ist absehbar.

Von Hardy Prothmann

Die Politik ist ein komplexes GeschĂ€ft – manchmal ist es so, dass sich jemand voller Elan einsetzt, in der Überzeugung das Richtige, Edle, Gute zu tun. Dabei wird man gefordert, unterstĂŒtzt, bestĂ€tigt. Gelingt das Vorhaben, ist man gerne der Freund der Dynamik. Scheitert das Vorhaben, hat man es immer schon gewusst.

Der Hirschberger BĂŒrgermeister Manuel Just ist ein Dynamiker. Ein quirliger, interessierter, aufmerksamer, fleißiger und blitzgescheiter Mensch.

BĂŒrgermeister Just: "Ihre Ideologie wird meine nicht ĂŒberzeugen." Bild: hirschbergblog

Und ein „Jungspunt“. Manuel Just weiß, dass er auch deshalb BĂŒrgermeister der Gemeinde Hirschberg und deren Ortsteilen Großsachsen und Leutershausen geworden ist. Jung, dynamisch, aber ausreichend konservativ und ein Mann der Zahlen. Er ist mit Verlaub das, was er gerne ĂŒber das Seniorenzentrum sagt: Eine Wollmilchsau, die auch noch Eier legen soll.

Die Ortsteile haben eine lange, komplizierte Geschichte und das „VerhĂ€ltnis“ beider ist noch komplizierter. Die „Alten“ haben erkannt, dass sie einen Neuanfang brauchten, um gemeinsam weiterzukommen – GrabenkĂ€mpfe gehen letztlich aufs GeschĂ€ft.

Ein junger, unbelasteter BĂŒrgermeister wie Just kam da gerade recht – sicher auch mit dem KalkĂŒl im Hinterkopf der „Alten“, dass ein „Junge“ auch noch „formbar“ sei. Kalkuliert haben beide Seiten und sie versuchen, sich ihren BĂŒrgermeister zu „formen“.

Das Ergebnis sind zwei Projekte in Leutershausen und Großsachsen. Zwei richtig große Projekte. Seniorenzentrum und Hilfeleistungszentrum – jedes fĂŒr sich schon eine Herausforderung. Beide hat der BĂŒrgermeister Just angenommen und widmet sich ihnen mit seinem typischen Elan.

Doch EinsÀtze fordern immer ihren Preis. Die Alten wissen das, der junge Just hat davon aber nur eine Ahnung. Intelligenz, Ehrgeiz und Leistungsbereitschaft haben noch niemals die Erfahrung ersetzt. Das erfÀhrt Manuel Just jetzt.

Das Seniorenzentrum war als Idylle geplant und wird als RealitÀt umgesetzt werden.

Hier streiten sich die Geister – die alten der Vereinsgeschichte des TVG, Aufbau, Entwicklung, Dynamik und als sei es ein TheaterstĂŒck, apodiktisch dagegen gesetzt, Abbau, ebenfalls Entwicklung, Pflege und betreutes Wohnen. GrĂ¶ĂŸer könnten die GegensĂ€tze nicht sein.

Der Charme dieses Projekts spiegelt sich im Zustand der Gesellschaft wieder, die dynamisch sportlich sein will und doch immer Àlter wird und Betreuung braucht.

Das Hilfeleistungszentrum ist das viel bedeutendere Projekt – auch und gerade, weil darĂŒber viel zu wenig diskutiert wird.

Der Zusammenschluss der beiden Feuerwehren, der beiden DRK-Vereine ist ein absolutes Politikum. Wenn diese Vereinigung vollzogen sein wird, verlieren Großsachsener wie Leutershausener einen großen Teil ihrer selbstverstĂ€ndlichen Verteidigung.

Mit einem Male wird es eine gemeinsame Wehr geben, ein gemeinsames Kreuz. Beide werden sich gleichberechtigt zum Wohl der BĂŒrger einsetzen. Und viele werden versuchen, ihre GrĂŒnde zu sichern.

Es gab Anfang der siebziger Jahre eine Kommunalreform – die Ortsteile wurden „vereint“ – in Wirklichkeit ist Hirschberg trotz aller Beteuerungen gespalten. Und das ist schade. Verantwortlich dafĂŒr sind beide Seiten.

Jetzt leidet ausgerechnet dieses Integrationsprojekt an zu großen Vorstellungen und Kosten. Fast zehn Millionen Euro wurden eingedampft und eingedampft und eingedampft – bis 7,6 Millionen Euro ĂŒbrig blieben.

Über „Details“ soll noch verhandelt werden.

Der junge BĂŒrgermeister Just nimmt hier das erste Mal Schaden, hat er doch immer als Ziel vorgegeben, dass eine „6“ vorne stehen sollte.

Dieses Ziel kann er erreichen, durch Streichungen und KĂŒrzungen.

Jeder Strich, jede KĂŒrzung wird aber ihm zugerechnet werden. Die „Alten“, die „Ortsteile“ werden wissen, wer „schuld“ ist. Sie werden sich die Beute teilen.

In der Gemeinderatssitzung vom 29. Juni 2010 hat der BĂŒrgermeister Just vor allem die GemeinderĂ€tin Birgit Knoblauch direkt und unmissverstĂ€ndlich angegangen: „Ihre Ideologie wird meine nicht ĂŒberzeugen“, sagte Just.

Das war aus zwei GrĂŒnden ein schwerer taktischer Fehler.

Erstens hat sich Manuel Just damit eindeutig gegen die insgesamt sehr erfolgreiche grĂŒne Bewegung gestellt, die an Akzeptanz gewinnt, ganz ohne Parteipolitik, sondern aus der Lebenserfahrung der Menschen heraus.

Und zweitens hat Herr Just eine neue Dimension aufgemacht: Er ist nicht mehr nur jung, dynamisch, intelligent und ein „Rechner“, er wird ideologisch.

Und er hat sich eindeutig gegen die „GLH“ positioniert – vertreten durch Birgit Knoblauch, die in dieser Sitzung viel aushalten musste – auch wenn sie gerne und gezielt ausgeteilt hat.

Birgit Knoblauch hat dem BĂŒrgermeister die Pistole auf die Brust gesetzt – vermutlich unwissentlich, weil sie sich einfach fĂŒr die „ökologische Idee“ eingesetzt hat.

Manuel Just reagierte unwirsch und setzte deren Ideologie gegen seine: „Am Ende entscheide ich nach den Zahlen“, war seine Antwort auf die Frage, ob er wisse, wieviel Atomstrom die Gemeinde bezieht und ob es nicht ökologische Alternativen gebe. (Dazu werden wir weiter berichten)

Herr Just ist gut beraten, wenn er diese Haltung ĂŒberdenkt – die Menschen sind ĂŒber diese Position wahrscheinlich parteiĂŒbergreifend lĂ€ngst hinweg.

Finanzen, das Steckenpferd von Herrn Just, sind wichtig – die Fragen nach unserer Zukunft jenseits von Finanzen sind wichtiger fĂŒr die Menschen.

Man kann nicht an den Menschen vorbeirechnen und -planen. Das wurde auch durch die Fragen der beiden Kinder klar, die vom BĂŒrgermeister eine Antwort erwarteten.

Herr Just hat geantwortet – aber fĂŒr Kinder nicht verstĂ€ndlich.

Herr Just hat eine „6“ vor dem Hilfeleistungszentrum angekĂŒndigt – jetzt sind es 7,6 Millionen. Herr Just hatte ein Seniorenzentrum mit Park im Blick – jetzt werden es „fĂŒnf BĂ€ume“ wie Karlheinz Treiber sagt. Das werden auch die Erwachsenen nicht selbstverstĂ€ndlich verstehen wollen.

Herr Just hat sich viel MĂŒhe gegeben, viel Einsatz gezeigt und war die meiste Zeit souverĂ€n. Und auch seinen Mitarbeitern hat der „Chef“ viel abverlangt.

Wenn er jetzt anfĂ€ngt, „ideologisch“ zu werden, darf man getrost davon ausgehen, dass ihn das zerreiben wird.

Herr Just muss immer daran denken, dass er der BĂŒrgermeister von Hirschberg ist, nicht der von TVG, Großsachsen, Leutershausen, CDU, FW und schon gar nicht der des „Investors“. Sondern von allen.

Wenn er daran denkt, ist er gut beraten.

Doch das erfordert nicht nur viel Dynamik und Kraft, sondern auch viel Kondition.

Die „ideologische“ Positionierung hat erstmals die Atemnot des BĂŒrgermeisters Just gezeigt.

Jeder kann mal außer Atem geraten – das ist nicht schlimm.

Schlimm wird es immer, wenn „Ideologien“ aufeinander knallen.

Noch schlimmer wird es, wenn nicht klar ist, welche Ideologien vertreten werden.

Bislang galt der BĂŒrgermeister Just als unabhĂ€ngig – die Zukunft wird zeigen, ob das zutrifft.

Just erklĂ€rt den Riegel, FrĂ¶ĂŸinger mahnt, Kunz versichert – die Grundbuchregelung solls richten

Guten Tag!

Hirschberg, 22. April 2010. Die außerordentliche Mitgliederversammlung des TVG verlief ĂŒberraschend – es gab weniger Kritik als erwartet. Und das lĂ€sst sich sogar mit Zahlen belegen: Bis Dienstag wollten nur zwei BĂŒrger Einblick in den Bebauungsplan Seniorenzentrum nehmen. Rudi FrĂ¶ĂŸinger mahnt – auch nachdem der BĂŒrgermeister eine Lösung „empfohlen“ hatte.

Von Hardy Prothmann

Nur zwei BĂŒrger haben also in den ersten acht Tagen der Offenlage Einblick in den Bebauungsplanentwurf „Seniorenzentrum“ nehmen wollen.

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TVG-Mitglieder bei der außerordentlichen Mitgliedversammlung. Bild: hirschbergblog

Was heißt das? Dass all der Ärger im Vorfeld nur ein vorgeblicher war?

Oder heißt das, dass alle, die es interessiert, schon woanders Einblick genommen haben? Also nicht mehr aufs Rathaus mĂŒssen?

Ich habe lange ĂŒberlegt, wie das Ereignis vom Dienstagabend, den 20. April 2010 im Feuerwehrhaus Großsachsen hier auf dem hirschbergblog berichtet werden sollte? Als Nachricht? Als Bericht?

Außerordentliche AtmosphĂ€re.

Diese Formen sind ungeeignet – sie erlauben keine subjektive Betrachtung. Deshalb schreibe ich szenisch.

Eine Beobachtung ist, die Reaktion und Verfassung des BĂŒrgermeisters Just waren verwirrend. In der Diskussion sagte Just halblaut: „Zwei“, als es um die Zahl derer ging, die schon Einblick in den Plan nehmen wollten. Dabei guckt er erst direkt, wie man das von ihm kennt, dann auf den Tisch vor sich verzieht das Gesicht und sagt nochmal: „Zwei“, dann nickt er schnell – auch das eine bekannte Gestik.

Was aber denkt BĂŒrgermeister Manuel Just in diesem Moment? „Der ganze Ärger und jetzt kommen nur zwei?“, oder: „Mist, nur zwei. Was heißt das? Keinen interessierts oder am Ende kommen die EinwĂ€nde und dann die Klagen?“

Manuel Just hat eine gute Kondition. Die braucht er auch im Moment. Die drei Großprojekte Hilfeleistungszentrum, Seniorenzentrum und Sterzwinkel kosten Kraft – seine und die seiner Mitarbeiter. Heute Abend sieht man ihm an, dass sein Auftritt ihn Kraft gekostet hat. Die hat er ĂŒbrigens optimal genutzt.

Kraftakt.

Und die der TVG-Mitglieder, die nicht wissen, wie ihnen geschieht. Keiner hat ernsthaft etwas gegen das Seniorenzentrum. Viele sind in einem Alter, in dem eine BeschÀftigung mit dem Thema sinnvoll ist. Aber alle hÀngen am Verein und bis zum geplanten Bau des Seniorenzentrums war ihr Leben in Ordnung.

Plötzlich soll das „Plopp“ der BĂ€lle ein Problem sein. Das heißt: „Kein „Plopp“, kein Tennis.“

Nach kurzer Moderation durch die TVG-Vorsitzende Karin Kunz, legte BĂŒrgermeister Just vor: Niemand wolle den TVG schĂ€digen. Beide Interessen werden abgewogen. Der Investor ist nicht nur auf Gewinnmaximierung aus. Behauptungen, Erweiterungen seinen „scheibchenweise“ vorgenommen worden, trĂ€fen so nicht zu. Erst mussten die „Hausaufgaben“ gemacht werden. Eine vorherige Beteiligung der Öffentlichkeit hĂ€tte keinen Sinn gemacht.

Jetzt sei der Plan öffentlich und das sei transparent. Und der heutige Termin in der Mitte der Offenlegungsphase sei so geplant, um Einblick nehmen zu können und dann noch Zeit fĂŒr Einwendungen oder Anregungen zu haben.

Just umarmt seine Kritiker.

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Jede Menge Fakten - nur, wer im Stoff steht, kommt hier noch mit. Bild: hirschbergblog

Im Schweinsgalopp prĂ€sentiert der BĂŒrgermeister nochmals das Projekt – die „eierlegende Wollmilchsau“. Eloquent umarmt er immer wieder die Kritik und damit auch die Kritiker – um dann seine Sicht der Dinge weiter zu prĂ€sentieren.

Um seinem Tempo folgen zu können, muss man schon gut im Stoff stehen – zu dicht, ohne Punkt und Komma.

Die TVG-Mitglieder sind sehr leise. Und gucken, als wĂŒrden sie ein spannendes Finale beobachten. Nur gehen die Köpfe nicht links und rechts, sondern nur nach vorne. Zum BĂŒrgermeister.

SpĂ€ter in der Fragerunde sind es zwei, die im Stoff stehen, die die meisten Fragen unter den 50 GĂ€sten stellen: Regina Beck und Rudi FrĂ¶ĂŸinger. Sie ist ehemalige GemeinderĂ€tin der GLH, er Ehrenvorsitzender der TVG.

Beck bemĂ€ngelt das Konzept und die Informationen darĂŒber, FrĂ¶ĂŸinger mahnt zur Vorsicht und verpflichtet in seiner stoischen Art damit den BĂŒrgermeister.

Just erklĂ€rt den „Riegel“.

Der erklĂ€rte zuvor den „Riegel“: „Das Seniorenzentrum wird kein Einfamilienhaus, sondern ein großes GebĂ€ude fĂŒr 90 Personen plus Personal. Alles andere wĂ€re gelogen.“

Und dann: „Ich sage Ihnen auch, dass ich mit gutem Gewissen kein Eigentum belasten will und dass in der AbwĂ€gung mit dem Betrieb eines Hobbys das zu Lasten der TVG geht.“

Just erklĂ€rt die zwei Hauptkonflikte: Ästhetik des GebĂ€udes und der LĂ€rm. Der setzt sich aus BetriebslĂ€rm TVG und VerkehrslĂ€rm zusammen. Ein LĂ€rmgutachten habe erbracht, dass bei „Vollbetrieb“ des TFG, die zulĂ€ssigen Grenzwerte von 30 Dezibel nicht ĂŒberschritten wĂŒrden. Also quasi einer Riesenparty und einem Sportfest zusammen.

Das Problem ist der VerkehrslÀrm. Oder?

Der VerkehrslĂ€rm hingegen ĂŒberschreitet die Werte, vor allem nachts. Was Just nicht sagt: Das ist aus Sicht des Bauherren das grĂ¶ĂŸte Problem.

Wenn diese Werte nicht unterschritten werden können, kostet das selbst einen „nicht-gewinnmaximierend“ arbeitenden Betrieb wie die FWD eine Stange Geld, um das Problem zu lösen. Bauherr Alex Zimmermann sagt: „Vor jeder Gewinnmaximierung denke ich an unsere 240 Mitarbeitern, die auch was zu beißen wolle.“

Der Mann breitet sich am Tisch aus wie das Seniorenzentrum vor den Toren der TVG. Irgendwann muss Just mit dem Stuhl zurĂŒckrĂŒcken, weil ihm Zimmermann zu nahe kommt, ohne es zu merken. Just nimmts mit Humor, ist aber doch etwas irritiert.

Umlegung Bouleplatz? Kein Problem. ZusÀtzlicher Schallschutz? Kein Problem. Und so gibt er zu und zu und hat mit allem kein Problem.

Null Problemo.

MĂŒssen sich seine 240 Mitarbeiter nun Sorgen „um was zu Beißen“ machen oder heißt das nur, dass trotz aller „Zugaben“ fĂŒr den Investor hier ein ordentliches GeschĂ€ft bleibt?

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TVG-Mitglieder - die meisten ohne Fragen. Bild: hirschbergblog

Diese Frage wird an diesem Abend nicht gestellt und nicht beantwortet.

Auch nicht die Fragen von Rudi FrĂ¶ĂŸinger, der auf Gerichtsurteile verweist, die Ă€hnlich seien „und immer zu Lasten der Vereine gingen“. FrĂ¶ĂŸinger mahnt und mahnt zur Vorsicht.

Frau Beck kritisiert die Ausmaße und den Verlauf der Planung – die Ruhe und Konzentration eines FrĂ¶ĂŸinger bringt sie nicht auf. Frau Beck redet auch ĂŒber etwas anderes als Herr FrĂ¶ĂŸinger: Frau Beck redet ĂŒber mehr Transparenz und Mitsprache – FrĂ¶ĂŸinger ĂŒber die möglicherweise bedrohte Zukunft des TVG.

Die TVG-Vorsitzende Karin Kunz versichert immer wieder, dass der Vorstand alles tue, um diese zu sichern. Ein Anwalt sei eingeschaltet. Der kĂŒmmere sich.

Just liefert Lösung . Fair. Mit Risik0.

BĂŒrgermeister Just stellt die Probleme dar und liefert Lösungen. Eine davon empfiehlt er: „Die Eintragung einer Immissionsduldung zugunsten des TVG ins Grundbuch. Dann wird diese EinschrĂ€nkung fĂŒr jeden KĂ€ufer spĂ€testens beim Notar ersichtlich.“

Und: „Ich sichere Ihnen zu die Belange des TVG fair zu wĂŒrdigen.“

FĂŒr ein TVG-Mitglied ist „mit dieser privatrechtlichen Verankerung das Problem gelöst“. Das Mitglied hat keine Nachfrage und alles verstanden. Und rĂ€t: „Problem gelöst“.

Regina Beck erinnert an andere Überlegungen, Herr Zimmermann sagt: „Ihr Vorschlag wurde diskutiert und verworfen. Das ist Demokratie.“

FrĂ¶ĂŸinger mahnt: „Bewußtsein schĂ€rfen“ und bringt zum LĂ€rm das Licht ins Feld. Zimmermann sagt: „Ich gebe Ihnen Recht, dass Risiken bestehen. Nehmen Sie uns doch ab, dass wir das bereits wissen.“

Gemeinderat noch nicht ĂŒber Grundbuchregelung informiert.

Interessant ist, dass der BĂŒrgermeister den Gemeinderat noch nicht ĂŒber die Lösung mit dem „Grundbucheintrag“ in Kenntnis gesetzt hat: „Der ist noch nicht darĂŒber informiert.“

Herr FrĂ¶ĂŸinger fordert, die „Grunddienstbarkeit“ ins Grundbuch schreiben zu lassen – damit verpflichtet sich ein EigentĂŒmer, einem anderen Rechte, in diesem Fall LĂ€rm, einzugestehen.

Interessant ist, dass, wer Rechte hergibt, dafĂŒr normalerweise entschĂ€digt wird. Wer entschĂ€digt also die FWD fĂŒr all die ZugestĂ€ndnisse? Die TVG? Die Gemeinde? Verzichtet die FWD auf Einnahmen? Was meint der BĂŒrgermeister in diesem Zusammenhang mit „fairer Lösung“ fĂŒr den TVG?

Klingen diese Fragen unangenehm? Sie sind es – auf der außerordentlichen Sitzung der TVG wurden sie nicht gestellt.

Die Tatsache, dass bei einer „Grundbuchregelung“ die Gemeinde aus allen Rechtsverpflichtungen raus ist, wurde nicht beachtet.

BĂŒrgermeister Just hat auch schnell und viel geredet. Danach merkt man ihm an, dass er genug fĂŒr heute hat. So geht es auch den TVG-Mitgliedern.

Die Versammlung löst sich schnell auf.

Alle Fotos: hirschbergblog

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Offenlage Seniorenzentrum: Zwei Einsichtnahmen des Bebauungsplans

Guten Tag!

Hirschberg, 21. April 2010. Bis zum 20. April 2010 gab es bislang lediglich zwei Einsichtsnahmen des Bebauungsplanentwurfs fĂŒr das geplante Seniorenzentrum.

Am Rande der außerordentlichen Hauptversammlung bemerkte BĂŒrgermeister Manuel Just, dass bis zum Dienstagabend lediglich zwei BĂŒrger sich fĂŒr die offengelegten BebauunsplĂ€ne interessierten.

Auf Nachfrage bestĂ€tigte der BĂŒrgermeister diese Zahl.

Die Offenlage hat am 08. April 2010 begonnen. Die BauplĂ€ne können im Rathaus zu den ĂŒblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Gemeinde will „Transparenz“ beim Seniorenzentrum schaffen

Guten Tag!

Hirschberg, 06. April 2010. Heute wurde durch die Gemeinde Hirschberg eine Pressemitteilung zum geplanten Seniorenzentrum herausgegeben. Wir dokumentieren den Text.

Wir werden im Laufe des Donnerstags, 08. April 2010 weiter zum Thema berichten. Wie gewohnt hintergrĂŒndig und analytisch. Außerdem wird es einen Kommentar zum Thema geben.

Aus Sicht der Redaktion ist die Pressemitteilung der Gemeinde nÀmlich ein Grund zur Recherche: Inhaltlich sind alle Informationen bekannt. Wieso also gibt es diese Pressemitteilung? Welche Notwendigkeit hat sie?

Sofern Sie mithelfen wollen, schreiben Sie gerne an die Redaktion: redaktion (at) hirschbergblog.de

Wir vermuten, dass die Gemeindeverwaltung zur „Beruhigung“ der Situation beitragen will – zumindest der Konflikt mit dem TVG hat fĂŒr „Irritationen“ gesorgt.

Redaktion hirschbergblog

Dokumentation der Pressemitteilung der Gemeinde Hirschberg:

„In der Gemeinderatssitzung vom 30. MĂ€rz 2010 hat die Gemeinde Hirschberg den Aufstellungsbeschluss fĂŒr den Bebauungsplan „SĂŒdlich der Rosengartenstraße“ (Seniorenzentrum) herbeigefĂŒhrt.

Das geplante Seniorenzentrum aus der Vogelperspektive. Quelle: Gemeinde Hirschberg

Ferner geht damit der Bebauungsplan, der die baurechtliche Grundlage fĂŒr die Errichtung des Hirschberger Seniorenzentrums sowie die Kleinkindkrippe bieten wird in der Zeit vom 09. April 2010 bis zum 10. Mai 2010 in die Offenlage, um somit auch die Einwohner/ innen der Gemeinde Hirschberg sowie die TrĂ€ger öffentlicher Belange an diesem Verfahren zu beteiligen.

Vorgebracht werden können Einwendungen, Anregungen oder auch WĂŒnsche im Hinblick auf den Bebauungsplanentwurf, der in der Gemeinderatssitzung am 27. Juli 2010 voraussichtlich als Satzung verabschiedet werden soll.

Da es sich bei diesem Bebauungsplan um eine Planungsgrundlage handelt, die fĂŒr viele Einwohnerinnen und Einwohner fast untrennbar mit der parallel verlaufenden Planung fĂŒr die zu errichtenden GebĂ€ude (Betreutes Wohnen und Pflegeheim) verknĂŒpft erscheint, hat sich der Gemeinderat in seiner nichtöffentlichen Sitzung am 30. MĂ€rz 2010 dazu entschieden auch die aktuelle Planungsvariante der GebĂ€ude (im Vorentwurfsstadium) aus TransparenzgrĂŒnden der Öffentlichkeit zur VerfĂŒgung zu stellen.

Die PlĂ€ne werden daher sowohl ĂŒber die Homepage der Gemeinde (www.hirschberg-bergstrasse.de), als auch im Rahmen der Offenlage zum o. g. Bebauungsplanverfahren zur Einsichtnahme freigegeben.

Zu sehen sind mehrere Perspektiven.

Inhaltlich gilt es festzuhalten, dass der Investor FWD Hausbau GmbH auf dem zur Bebauung geplanten Gesamtareal 27 Wohnungen fĂŒr Betreutes Wohnen sowie 48 PflegeplĂ€tze schaffen wird. Das Pflegeheim wird nach seiner Fertigstellung von der Evangelischen Heimstiftung betrieben.
Die ebenfalls im Plangebiet vorgesehene Kleinkindkrippe des Postillion e.V. soll 20 BetreuungsplÀtze (in insgesamt 2 Gruppen) beinhalten.

StĂ€dtebaulich betrachtet soll der Turm als historisches Bauwerk erhalten bleiben. Das Gesamtareal soll fußlĂ€ufig eine Verbindung zwischen der im Norden liegenden Rosengartenstraße sowie dem im SĂŒden liegenden Riedweg ermöglichen.

Um der logischerweise aus den Vorgaben entstehenden GrĂ¶ĂŸe des GebĂ€udes baulich entgegen zu wirken hat man sich im aktuellen Verfahrensstadium dazu entschieden im Bereich des Betreuten Wohnens (im nord-westlichen GrundstĂŒcksteil) mit kleinparzelligen Elementen (Fenstern, Loggien und Balkonen) zu arbeiten. Um zumindest in AnsĂ€tzen eine organisch gewachsene Struktur zu erzielen wurde zusĂ€tzlich mit zwei „PunkthĂ€usern“ im Bereich des Gartens gearbeitet.
Die Dachneigung im Bereich des Betreuten Wohnens lehnt sich an die Neigungswinkel des bestehenden Turms an.

Beim GebĂ€ude des Pflegeheims (im sĂŒd-östlichen GrundstĂŒcksteil) versucht der beauftragte Architekt durch eine gegensĂ€tzlich zueinander auf- und ablaufende Dachstruktur zu einer Auflockerung beizutragen.
Der diesem GebĂ€ude zuzuordnende Gartenbereich (im Innenhof des „u-förmigen“ Hauses) soll entgegen dem im nördlichen GrundstĂŒcksbereich angesiedelten Garten hingegen nur den Bewohnern des Pflegeheims zur VerfĂŒgung stehen.
Unter dem GebÀude des Pflegeheims wird eine Tiefgarage liegen, die sowohl einen direkten Zugang in das Haus bzw. auf den Platz ermöglicht.

Hirschberg, den 06. April 2010

gez. Manuel Just
BĂŒrgermeister“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog

Rudi FrĂ¶ĂŸinger im GesprĂ€ch

Guten Tag!

Hirschberg, 25. MĂ€rz 2010. Rudi FrĂ¶ĂŸinger gehört zur Hirschberger „Prominenz“ – er ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Gemeinde. 30 Jahre lang stand er dem TVG vor – seine Persönlichkeit wurde durch den 2. Weltkrieg und das Ausland geprĂ€gt.

Hinweis der Redaktion, 11. April 2012: Der Artikel ĂŒber den öffentlichen Auftritt von Herrn FrĂ¶ĂŸinger im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hirschberger LebenslĂ€ufe“ wurde durch uns auf Wunsch von Herrn FrĂ¶ĂŸinger gelöscht. Herr FrĂ¶ĂŸinger hat dafĂŒr „persönliche GrĂŒnde“ vorgebracht. Der Text dokumentierte das GesprĂ€ch zu Lebensstationen von Herrn FrĂ¶ĂŸinger. Inhaltlich gab es keine Beanstandungen. Wir haben nach interner Debatte entschieden, diesem Wunsch ausnahmsweise nachzukommen.

Hardy Prothmann
Redaktion Hirschbergblog.de

Was der Gemeinderat nur zum Teil einstimmig beschlossen hat

Guten Tag

Hirschberg, 27. Januar 2010. Der Hirschberger Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 26. Januar 2010 mehrere Punkte in Sachen Seniorenzentrum. Dabei kam es durch eine rege Diskussion zu Änderungen der Beschlussvorlagen. Diese wurde ĂŒberwiegend einstimmig angenommen. Bis auf einen: Den Lageplan.

Der Gemeinderat hat sich mit acht Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung denkbar knapp fĂŒr den Lageplan „C“ entschieden. Nach zwei anderen EntwĂŒrfen „A“ und „B“ wird damit der Bau von 27 Wohneinheiten vorgesehen. Plan „B“ sah nur 24 Wohneinheiten fĂŒr das betreute Wohnen vor. Plan „A“ sah wie auch „C“ 27 Wohneinheiten vor, hĂ€tte aber zur „Überschattung“ des GebĂ€udekomplexes fĂŒr die Pflege gefĂŒhrt.

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Beschlossen: Lageplan C hat das Rennen gemacht. Quelle: FWD

BĂŒrgermeister Manuel Just bewarb zunĂ€chst das Projekt als „eierlegende Wollmilchsau“: „Wir werden hier gleich mehrere Projekte umsetzen können: Das Seniorenzentrum, eine Kinderkrippe, eine Tiefgarage, einen großzĂŒgigen öffentlichen Platz, den Erhalt des Wasserturms und können somit eine neue attraktive zweite Ortsmitte schaffen.“

Doch bis es soweit ist, werden noch viele Fragen geklĂ€rt werden mĂŒssen. Beispiel TVG: Der Verein befĂŒrchtet, dass es durch LĂ€rmbelĂ€stigungen zu Problemen kommen könnte und will Rechtssicherheit, damit spĂ€ter nicht gegen den Betrieb der Sport- und VergnĂŒgungsstĂ€tte Klagen kommen.

Der beauftragte BautrĂ€ger FWD versprach, sich mit dem Verein in Verbindung zu setzen und fĂŒr passiven LĂ€rmschutz zu sorgen. Anzunehmende BelĂ€stigungen gibt es zahlreich: Flutlichtanlage, Restaurantbetrieb, Feiern, Sportbetrieb und weitere vorstellbare „Probleme“ sollen im Vorfeld geklĂ€rt werden. Die FWD versprach: „Ein LĂ€rmschutz ist machbar.“

Es gibt kein GrundstĂŒck mit weniger Belastungen.“ BĂŒrgermeister Just

BĂŒrgermeister Just mahnte an, die Sitzung nicht mit Diskussionen zu belasten, die schon im baubegleitenden Ausschuss geklĂ€rt worden seien: „Ganz klar ist: Wir werden kein GrundstĂŒck finden, dass weniger Belastungen fĂŒr die Anwohner mit sich bringt. Es gibt ganz klar Konfliktpotenzial, das gelöst werden muss.“

Damit wies er Detailfragen zurĂŒck: „Wir befinden uns hier in der Vorentwurfsplanung. Da geht es um grundsĂ€tzliche Angelegenheiten.“

Die GemeinderĂ€te diskutierten umfangreich ĂŒber die Parkplatzsituation. Die Freien WĂ€hler regten an, dass der „Laubengang“ vor dem betreuten Wohnen fĂŒr Autos befahrbar sein sollte, was der Bauherr zurĂŒckwies, weil es sich hier um einen „FußgĂ€ngerbereich“ handle. Anlieferungen hĂ€tten nur kurze Wege.

Die GLH kritisierte besonders den neuen Entwurf „C“: „Das wird eine schattige Angelegenheit“, sagte Monika Maul-Vogt und meinte den „WĂŒrfel“ in der Mitte der „Parkanlage“. FDP-Gemeinderat Hartmut Kowalinski sagte: „Vielleicht sollte man statt Park „Garten“ sagen, weil es nicht wirklich ein Park ist.“ Gleichzeitig drĂŒckte er seine UnterstĂŒtzung fĂŒr den Entwurf aus und lobte die FWD mehr als deutlich als „guten Partner“.

„Regenerative Energien mĂŒssen sein.“ CDU

Beim Thema Energie ging es hoch her. Passivhausstandard oder nicht. Solaranlagen oder Geothermie als Zusatz zur geplanten „Pellets-Heizung“. Nicht die GrĂŒnen, sondern vor allem die CDU forderte nachhaltige Energiekonzepte: „Wir können regenerative Energien nicht ausschließen, weil es den Bauherren zu teuer ist.“

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Blick von der Riedstraße auf das geplante Seniorenzentrum. Quelle: FWD

Deutliche Kritik kam von der SPD: „Der Entwurf A ist mit 8+1 eine deutlich bessere Lösung gewesen. Jetzt wird aus dem Park ein „PĂ€rkle“. Der TVG muss lernen, dass man RĂŒcksicht aufeinander nehmen muss“, sagte Eva-Marie Pfefferle (SPD). Sie zog zudem Zusagen der Evangelischen Heimstiftung (EHS) in Zweifel und sagte: „Der EHS kann man nicht mehr glauben, dass sie das Beste will.“

Die geplante Tiefgarage sorgte ebenfalls fĂŒr Diskussionsbedarf. Alle Parteien begrĂŒĂŸten eine solche Lösung. Einig waren sich die GemeinderĂ€te, dass man wegen der Förderungen „so billig“ keine Tiefgarage mehr bekommen könnte: Rund 140.000 Euro muss die Gemeinde fĂŒr 20 der insgesamt 36 StellplĂ€tze aufwenden.

Doch daran schlossen sich viele Fragen an: Sind diese PlÀtze tatsÀchlich öffentlich oder werden sie vermietet oder von Anwohnern sowie Personal zugeparkt?

Auch einem mobilen Pflegedienst zeigte sich der Gemeinderat offen: Wegen des Angebots und der ArbeitsplĂ€tze. Doch wo sollen die mobilen, sprich „Auto fahrenden“ Pfleger parken? DarĂŒber gab es erneut Diskussionen.

Problemzone Parken.

Wichtig war den GemeinderĂ€ten auch die Funktion der kĂŒnftigen Cafeteria. Diese soll „öffentlich“, also durch soziale oder andere VerbĂ€nde wie der AWO genutzt werden können und einen offenen Zugang beispielsweise fĂŒr Mittagstische bieten. Das wurde durch die Vertreter der EHS zugesichert: „Die Cafeteria kann angemietet werden.“

Im Bereich betreutes Wohnen sollen die Wohnungen zwischen 53 und 75 Quadratmetern groß sein. Im Pflegetrakt soll es drei „Gruppen“ Ã¥ 16 PlĂ€tze, also insgesamt 48 PlĂ€tze geben. Weiter ist eine Tagespflegeeinrichtung und ein mobiler Dienst geplant.

Letztlich nahm der Gemeinderat alle BeschlĂŒsse bis auf den Lageplan „C“ einstimmig an.

Aus GrĂŒnden der journalistischen Sorgfaltspflicht haben wir die Gemeinde um Übermittlung der tatsĂ€chlich-gĂŒltigen Beschlussvorlagen gebeten. Aus organisatorischen GrĂŒnden konnte die Gemeinde heute unserem Wunsch nicht nachkommen. Das hirschbergblog wird diese dokumtentieren, sobald diese vorliegen.

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Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog