Donnerstag, 17. Dezember 2020

Rhein-Neckar: Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts kontrollieren

Vergiftungen fĂŒhren unweigerlich zum Tod

HĂŒbsch, aber hochgiftigt - das Jakobskreuzkraut. Quelle, Wikipedia

Heidelberg/Rhein-Neckar, 11. Juli 2012. (red/pm) Das Landratsamt warnt vor dem Jakobskreuzkraut. In den vergangenen Jahren  hat sich die Pflanze in der Region ausgebreitet. Sie ist hochgiftig und kann vor allem Pferde zur Bedrohung werden. FlĂ€chen mit Jakobskreuzkraut dĂŒrfen daher auf keinen Fall beweidet werden.

Informationen des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis:

„Die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts nimmt im Rhein-Neckar-Kreis wie auch in den benachbarten Landkreisen im Regierungsbezirk Karlsruhe weiterhin zu. Die Pflanzen fallen jetzt an StraßenrĂ€ndern und noch ungemĂ€hten Wiesen durch ihre leuchtend gelben BlĂŒten, rot angefĂ€rbten StĂ€ngel und den hohen Wuchs auf. „Es handelt sich dabei um eine alte heimische Pflanze, die allerdings hoch giftig ist und vor allem bei Pferden zu Vergiftungen fĂŒhrt“, erklĂ€rt Klemens Joerger vom Landwirtschaftsamt und Naturschutz im Rhein-Neckar-Kreis.

Die Giftstoffe seien in der ganzen Pflanze und zwar sowohl in frischen Pflanzen als auch in Heu und Silage vorhanden, so Joerger weiter. Junge Pflanzen enthalten keine Bitterstoffe, so dass sie von Weidetieren gefressen werden. Diese Stoffe aus der Gruppe der Alkaloide verursachen Lebervergiftungen, wobei auch die lĂ€ngere Aufnahme von kleinen Mengen zu Vergiftungen fĂŒhrt, weil die Giftstoffe sich in der Leber anreichern. Die Symptome können erst nach Wochen oder Monaten auftreten, fĂŒhren dann aber fast unweigerlich zum Tod.

FlĂ€chen mit Jakobskreuzkraut dĂŒrfen daher auf keinen Fall beweidet werden. Aufwuchs von diesen FlĂ€chen darf weder frisch noch als Heu oder Silage verfĂŒttert werden. Auch beim Menschen sind schon einzelne VergiftungsfĂ€lle bekannt geworden. Sie aßen das Kraut im verunreinigten Salat oder tranken einen Gesundheitstee.

Die Pflanzen werden ĂŒber Samen verbreitet, die, wie beim Löwenzahn, ĂŒber den Wind weitergetrieben werden und bis zu 150.000 StĂŒck pro Pflanze betragen können. Die HauptblĂŒtezeit des Jakobskreuzkrauts ist Juli bis August.

„Eine weitere Ausbreitung muss unbedingt verhindert werden“, so Joerger. Und jeder Tierhalter sollte seine Tiere vor der Gefahr der Vergiftung schĂŒtzen. Problematisch sind hier extensiv genutzte Wiesen und Weiden, insbesondere Pferdeweiden, sowie FlĂ€chen ohne Nutzung wie Stilllegungen, StraßenrĂ€nder und Böschungen, weil diese oftmals erst spĂ€t gemĂ€ht werden und dadurch zur Verbreitung beitragen.

FlĂ€chen, auf denen das Jakobskreuzkraut stark auftritt, sollten kurz vor oder wĂ€hrend der BlĂŒte – unter Beachtung naturschutzrechtlicher Bestimmungen – gemĂ€ht oder gemulcht werden. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine Samen ausgefallen und durch den Wind verbreitet, die Mutterpflanze wird jedoch so stark geschwĂ€cht, dass sie meist im Folgejahr nicht mehr austreibt.

Einzelne Pflanzen können durch Ausreißen beseitigt werden, dabei sollten unbedingt Schutzhandschuhe getragen werden. GemĂ€hte oder ausgerissene Pflanzen mĂŒssen von WeideflĂ€chen unbedingt entfernt werden. Diese können dem RestmĂŒll beigegeben oder, solange keine Samen vorhanden sind, kompostiert werden.

Weitere Informationen zum Jakobskreuzkraut gibt es unter www.jacobskreuzkraut.de oder beim Pflanzenschutzdienst des RegierungsprĂ€sidiums Karlsruhe unter Tel. 0721/926-5173.“

Dossenheim: Polizei bittet um Hinweise

Labradorwelpe stirbt an ausgelegten Giftködern

Dossenheim/Schriesheim/Rhein-Neckar, 09. Mai 2012. (red) Die Polizei hat auf Anfrage bestĂ€tigt, dass Giftköder sichergestellt worden sind, nachdem ein Hund eingegangen ist. Am Montag ist ein 12 Wochen alter Welpe nach Aufnahme von vergifteter Fleischwurst jĂ€mmerlich zugrunde gegangen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig – die Konsequenzen sind vermutlich „erbĂ€rmlich“.

Von Hardy Prothmann

Wer tut so etwas? Wer ist so feige? So hinterhĂ€ltig? Der 12 Wochen alte Labrador-Welpe hatte keine Chance. Bei einem Spaziergang am Montagvormittag hat der junge Hund im Feldgebiet zwischen Dossenheim und Schriesheim (verlĂ€ngerte Schriesheimer Straße) Fleischwurst gefunden und gefressen. Doch diese war mit „blauen KĂŒgelchen“ prĂ€pariert – vermutlich KunstdĂŒnger.

Die 45-jÀhrige Besitzerin des kleinen Hundes hat die Aufnahme gegen 10:30 Uhr nicht bemerkt. Drei Stunden spÀter erbricht sich der Hund.

Eine halbe Stunde spĂ€ter geht die Frau mit dem Welpen nochmals Gassi. Plötzlich röchelt dieser, bricht zusammen, entleert sich und verendet. Ein Tierarzt in einer nahe gelegenen Praxis kann nichts mehr tun – nur noch den Tod des jungen Hundes feststellen.

Die Frau ist fassungslos. Trotzdem hat sie die Kraft, das Erbrochene zu untersuchen. Sie entdeckt darin „blaue Körner“ und geht mit Bediensteten der Tierarztpraxis erneut in das Feldgebiet, in dem der Hund die WurststĂŒcke aufgenommen haben muss.

Dabei werden laut Angaben der Polizei weitere mit blauen Körnern vergiftete FleischstĂŒcke aufgefunden und beseitigt.

Um welche Art Gift es sich handelt, konnte die Polizei noch nicht feststellen. Das Polizeirevier Heidelberg-Nord hat die Ermittlungen aufgenommen, Proben der vergifteten StĂŒcke sichergestellt und diese einer Untersuchung zugeleitet.

Die Polizei bestĂ€tigt auf Anfrage, dass man grundsĂ€tzlich ermittle, vermutlich wegen TierquĂ€lerei. Doch der Sachverhalt sei schwierig. Selbst wenn man den Schuldigen ausfindig macht – wofĂŒr kann er angeklagt werden? FĂŒr das Wegwerfen von Nahrungsmitteln? Auch von „prĂ€parierten“? Wollte er alle Hunde vergiften oder nur den jungen Labrador-Welpen?

Und ĂŒberhaupt, ein Hund ist als Haustier juristisch gesehen eine „Sache“. Der qualvolle Tod des jungen Welpen ist also eine Art SachbeschĂ€digung. Aber es ist keine Tasse kaputt gegangen, sondern ein geliebtes Tier ist qualvoll verreckt.

Ob man den TĂ€ter je findet? Vermutlich nicht. Und wenn, ist eine staatliche Strafverfolgung eher nicht „abschreckend“. Es könnte eine zivilrechtliche Klage erhoben werden. „Schadensersatz“ gefordert werden.

Das macht den jungen Hund nicht wieder lebendig. Und lindert auch nicht den Schock, den die Frau erlitten hat, als der kleine Hund jÀmmerlich zugrunde ging.

Und es hilft auch nichts, dass nach unseren Recherchen viel Panik mit angeblich vergifteten Ködern gemacht wird. Vor kurzem machte das GerĂŒcht in Viernheim die Runde. TatsĂ€chlich war nichts dran an der „Story“ – insgesamt ist das Delikt so unbedeutend, dass die Polizei keine Statistik dazu fĂŒhrt.

Trotzdem gibt es diese FĂ€lle – wie aktuell durch die Polizei bestĂ€tigt, dass irgendwer vergiftete Köder auslegt, um wahllos Tiere zu töten und Menschen Leid zuzufĂŒgen.

Die Sachbearbeiter der Polizei erbitten sachdienliche Hinweise unter Tel.-Nr. 06221/4569-0.