Sonntag, 09. Juni 2019

FrĂŒhlingszeit ist Zeckenzeit!

Blutsauger haben Hochsaison

Rhein-Neckar, 13. April 2012. (red) Mit den wÀrmeren Temperaturen kommen auch wieder vermehrt Zecken zum Vorschein. Eine festgesaugte Zecke am Körper ist nicht nur unangenehm, sondern der Stich kann auch schwerwiegende Folgen haben. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ruft auch in diesem Jahr wieder zu Impfungen gegen FSME auf.

Von Jörg Theobald

Sie lauern wieder auf Opfer - Zecken. Bild: Zecken.de

Kaum wird es FrĂŒhling, lauern wieder Zecken im Wald, GebĂŒsch und Gras auf ihre Opfer. Sobald die Aussentemperatur konstant ĂŒber acht Grad Celsius liegt, werden die Tiere wieder munter. Die winzigen Spinnentiere halten sich dann im Bodenbewuchs bis auf einer Höhe von etwa anderthalb Meter auf.

Laut Frau Dr. Oswinde Bock-Hensley vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt es die Tiere zwar das ganze Jahr ĂŒber, aktiv sind sie aber vor allem von MĂ€rz bis Oktober.

Jeder, der sich viel im Freien aufhĂ€lt, kann zum Opfer der „Blutsauger“ werden. Besonders hĂ€ufig sind Wanderer, Jogger, Radfahrer und Hundehalter betroffen, ebenso Kinder. Durch ihre KörpergrĂ¶ĂŸe haben sie die richtige Höhe, um von den Zecken besonders gut erreicht zu werden.

Warm-feuchtes Wetter macht die Tiere besonders lebendig, dann stechen sie bevorzugt zu. Ihre Opfer suchen sich die Zecken am liebsten vormittags und am frĂŒhen Abend.

Auf die Opfer aufmerksam werden sie durch ErschĂŒtterungen, KörperwĂ€rme und den Körpergeruch. Haben die Zecken ein potentielles Ziel ausgemacht, lassen sie sich im VorĂŒbergehen von ihrem Platz im Bodenbewuchs abstreifen.

Hohes Infektionsrisiko

Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folgen, doch die Spinnentiere können auch Krankheitserreger ĂŒbertragen. Am bekanntesten sind die Erreger von Borreliose und FSME, hinzu kommt aber noch eine Vielzahl weiterer möglicher Infektionen. Zum Beispiel Anaplasmen, Babesien, Rickettsien oder Ehrlichiosen.

Die hĂ€ufigste Erkrankung, die durch Zeckenstiche ĂŒbertragen wird, ist die Lyme-Borreliose. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst.

Die Krankheit kann jedes Organ, das Nervensystem und die Gelenke sowie das Gewebe befallen. Dadurch kann eine Borreliose viele Symptome haben, man spricht auch von einer multisystemischen Krankheit. Durch die vielen verschiedenen Symptome ist es schwierig, eine Borreliose zu diagnostizieren.

Lediglich die sogenannte „Wanderröte“, eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle gilt als charakteristisches Symptom. Sie kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle auftreten. Allerdings tritt die Wanderröte, auch Erythema migrans genannt, nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.

Folgen der Borreliose können HirnhautentzĂŒndung, starke Schmerzen, GesichtslĂ€hmungen und sogar Herzproblemen sein. Im chronischen Verlauf kommt es auch hĂ€ufig zu GelenkentzĂŒndungen.

Da es sich bei der Borreliose um eine bakterielle Erkrankung handelt, lÀsst sie sich im Normalfall gut mit Antibiotika behandeln.

Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit dĂŒnner Haut - z.B. in den Kniekehlen, der Achselhöhle oder dem Schambereich. Bild: Zecken.de

FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit, die mit grippeĂ€hnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer HirnhautentzĂŒndung verlĂ€uft.

Typisch fĂŒr die Krankheit ist der Verlauf in zwei Stadien. Im ersten Stadium leidet der Betroffene an Fieber, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Krankheit Ă€hnelt in diesem Stadium von den Symptomen her einer Grippe. HĂ€ufig ist die Erkrankung nach diesem Stadium ĂŒberstanden.

 Bei einigen der Infizierten greift das Virus jedoch auf das zentrale Nervensystem ĂŒber. Im besten Fall kommt es jetzt zu einer HirnhautentzĂŒndung (Meningitis), schlimmstenfalls greift das Virus auf das ganze Gehirn ĂŒber. Jetzt leidet der Betroffene an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, bei der HirnentzĂŒndung kommt es mitunter auch zu LĂ€hmungen sowie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen.

Etwa die HĂ€lfte der Patienten mit FSME erleiden nach Angaben des Verbands einen schweren Krankheitsverlauf. Eine dauerhafte Erkrankung und eine daraus resultierende BerufsunfĂ€higkeit können folgen. Die Impfempfehlung gelte vor allem fĂŒr Ă€ltere Menschen, da die Schwere der Erkrankung mit zunehmendem Alter steige.

Seit Mitte der neunziger Jahre verzeichnen die GesundheitsĂ€mter des Odenwaldes eine stetige Zunahme der von Zecken ĂŒbertragenen HirnhautentzĂŒndung FSME. Dabei ist nicht nur die Fallzahl insgesamt, sondern gleichzeitig die Zahl der schweren und schwersten VerlĂ€ufe der FSME gestiegen.

Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

Zu Schutzimpfungen gegen gefĂ€hrliche Folgen von Zeckenbissen durch FSME haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch fĂŒr die Stadt Heidelberg und somit fĂŒr rund 650.000 Einwohnerinnen und Einwohner zustĂ€ndig ist, und die Ärzte in der Region aufgerufen. Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz, sagt dazu:

Gemeinsam mit Bayern und ThĂŒringen fĂŒhrt Baden-WĂŒrttemberg die Hitliste der Risikogebiete an

Laut Informationen des Robert-Koch-Institut, dem deutschlandweit wichtigsten Institut fĂŒr Infektionskrankheiten und nicht ĂŒbertragbare Krankheiten, erfolgten 47,1% aller im Jahr 2010 festgestellten FSME-Infektionen in Baden-WĂŒrttemberg.

Laut Dr. Bock-Hensley ist eine Impfung nach wie vor fĂŒr das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders fĂŒr Ă€ltere Menschen. Die Kosten hierfĂŒr tragen die Krankenkassen.

Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2010 260 Menschen, die an FSME erkrankt sind, im Rhein-Neckar-Kreis waren es 2011 sieben Erkrankte, davon fĂŒnf MĂ€nner und zwei Frauen mit teilweise schweren KrankheitsverlĂ€ufen.

„Bevor Sie uns Ihre Familie die Natur genießen, schĂŒtzen Sie sich vor Zeckenstichen“, raten die beiden Ärzte des Gesundheitsamtes.

Das Infektionsrisiko fĂŒr alle durch Zecken ĂŒbertragene Krankheiten kann gemindert werden, indem man sich kurzfristig mit Zecken abwehrenden Sprays oder Lotions schĂŒtzt. ZusĂ€tzlich kann helle, geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem GelĂ€nde und Unterholz helfen, nicht von einer Zecke gestochen zu werden.

Nach einem Spaziergang in der Natur sollte man sich und vor allem auch Kinder und Haustiere grĂŒndlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere sollten mit einer geeigneten Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.

Unter keinen UmstĂ€nden sollte man die Tiere jedoch mit Öl, Klebstoff, Nagellackentfernern oder Alkohol „behandeln“. Im Todeskampf entleert die Zecke ihren Darminhalt in die Wunde: Dadurch steigt das Risiko einer Infektion.

Anti-Bot Initiative der deutschen Internetwirtschaft

Hirschberg/Rhein-Neckar, 16. September 2010. SchĂ€tzungsweise jeder vierte Computer mit Internetzugang ist in Deutschland Teil eines „Bot“-Netzes, schĂ€tzt der Verband der Internetwirtschaft „eco“. Mittels eines Schadprogramms werden die infizierten Rechner fĂŒr kriminelle AktivitĂ€ten genutzt. Ein „Cleaner“, also eine Anti-Schadsoftware, soll helfen, die „Bot“-Netze zu sĂ€ubern.

Von Hardy Prothmann

„Relativ wenige Botnet-Betreiber haben Millionen von Computer zu Botnetzen zusammengeschlossen und verfĂŒgen damit ĂŒber eine Rechenleistung, die höher ist als die von allen Hochleistungscomputern der Welt zusammen. Allein das im April 2009 entdeckte Botnetz „Mariposa“ bestand aus 13 Millionen gekaperten Computern. Darunter sind auch immer mehr Computer von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Links in sogenannten Instant Messages (z.B. in Chatprogrammen), die auf prĂ€parierte Webseiten fĂŒhrten und von einer LĂŒcke im Browser profitierten, waren neben infizierten Dateien von Tauschbörsen und auf USB-Sticks die Ursache fĂŒr die Infektionen.“

Informatives und hilfreiches Angebot zum Schutz vor Bot-Angriffen: botfrei.de

Was der Verband eco beschreibt, kann man ein „Horrorszenario“ nennen. Cyber-Kriminelle drĂŒcken zu einem Tag X auf die Entertaste und aktivieren gekaperte Internetcomputer, um irgendeinen Angriff zu starten: Ein Konkurrenzunternehmen stilllegen, Kursmanipulationen an den Börsen sind denkbar, massive Angriffe auf die staatliche Infrastruktur.

Aktuell hat „eco“ in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern die Initiative „Anti-Bot“ gestartet, im Internet gibt es Informationen dazu unter „www.botfrei.de“. Außerdem wird hier ein „Cleaner“ angeboten, also ein Programm, das infizierte Computer „reinigen“ soll, als Schadprogramme deinstalliert und vernichtet.

Diese Initiative ist absolut zu unterstĂŒtzen. Kriminelle erschweren schon heute durch „Spam“ allen anderen Internetnutzern das Leben. PostfĂ€cher quellen ĂŒber mit den Schrottnachrichten, man versucht durch Pseudo-Angebote den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, auch das „Pishing“, das Abgreifen von Bankdaten und anderen sensiblen Informationen nimmt immer mehr zu.

Ein guter Schutz sind ein Virenscanner, der natĂŒrlich immer aktuell gehalten werden muss, sowie regelmĂ€ĂŸige Updates aller Software auf dem Computer. Die meisten Programme erledigen das selbststĂ€ndig, wenn man diese Option nicht abschaltet. Veranwortlich sind aber auch die PC-Nutzer, die emails dubioser Absender nicht öffnen sollten und nachdenken, bevor sie auf irgendeinen Link klicken.

Die wichtigsten Fragen, die man sich stellen sollte, sind:

Kenne ich den Absender?
Erwarte ich Post von diesem Absender?
Ist es wahrscheinlich, dass mir der angebliche Absender Post schickt? (Bank, Versicherung, andere Finanzdienstleister?)
Klingt das versprochene Angebot in der Betreffzeile plausibel?

Bei jeder email, auf die eine dieser Fragen nicht zutrifft, sollte man vorsichtig sein. Denn wie wahrscheinlich ist es schon, dass „geile Schlampen aus der Nachbarschaft“ ausgerechnet auf einen warten? Wie wahrscheinlich ist es, dass man irgendetwas gewonnen hat, obwohl man gar nicht teilgenommen hat? Wie wahrscheinlich ist es, dass ein „guter Freund“ sich meldet, vorzugsweise aus Afrika, um einem Millionen zu versprechen? Wer gibt einem die Garantie, dass das „Viagra“ auch Viagra ist und nicht nur eine eingefĂ€rbete Pille, falls man die jemals trotz eines „unschlagbaren Angebots“ erhĂ€lt.

Der gesunde Menschenverstand ist mitunter der beste Schutz. Man muss wissen, dass „verlockende“ Angebote entweder Nonsens oder gefĂ€hrlich sind.

Ich lösche rigoros alle email, auf die meine PlausibilitĂ€tsfragen keine Antwort finden. NatĂŒrlich könnten darunter auch „ernsthafte“ Angebote sein. Dann gehe ich aber davon aus, dass der Absender es meist telefonisch nochmals bei mir probiert: „Hast Du meine mail nicht erhalten?“

Niemand ist gesetzlich verpflichtet, seinen Rechner auf die Infizierung mit „Bot“-Schadsoftware zu ĂŒberprĂŒfen. Wer aber gerne im Internet ist, sollte aus SolidaritĂ€t mit den anderen Nutzern auf die eigene Sicherheit und auf ein sicheres Netz achten. Denn Opfer eines Bot-Angriffs wird man vielleicht nicht persönlich, aber doch indirekt. Um SchĂ€den zu beseitigen muss viel Geld aufgewendet werden, das letztlich wieder in die Kalkulation der Angebote einfließt.

Die „botfrei“-Seite ist sehr informativ und beschreibt gut, wie man die „Bösewichter“ auf dem eigenen Rechner wieder los wird. Benutzer, die unsicher sind, können sich bei Freunden Hilfe holen oder auch beim Fachmann.

UnsereLeserInnen, die Fragen haben, können sich gerne auch an die Redaktion wenden. Wir helfen ebenfalls gerne weiter.

Der DE-Cleaner sĂ€ubert zur Zeit nur Windows-basierte System – auf Anfrage bestĂ€tigte uns „eco“, dass an einer Mac-Version gearbeitet wird. Dem Verband „eco“ gehören rund 500 Unternehmen der Internetbranchen an.

Einen ersten Hinweis, dass mit dem eigenen Computer „irgendwas nicht stimmt“, erhĂ€lt man, wenn der Computer zwar modern ist, aber langsam arbeitet oder „sich irgendwie komisch“ verhĂ€lt oder Dinge tut, die ihm niemand befohlen hat, also plötzlich neu zu starten, Fenster zu öffnen oder zu schließen oder die Festplatte arbeitet wie wild, ohne dass man weiß, warum. Sollten also „merkwĂŒrdige Symptome“ auftreten, ist eine Untersuchung mittels Cleaner sehr sinnvoll – aber auch ohne Symptome schadet eine regelmĂ€ĂŸige PrĂŒfung nicht, sondern bewahrt vor eigenem Schaden und auch einem der Allgemeinheit.