Mittwoch, 06. Januar 2021

Rhein-Neckar: Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts kontrollieren

Vergiftungen fĂŒhren unweigerlich zum Tod

HĂŒbsch, aber hochgiftigt - das Jakobskreuzkraut. Quelle, Wikipedia

Heidelberg/Rhein-Neckar, 11. Juli 2012. (red/pm) Das Landratsamt warnt vor dem Jakobskreuzkraut. In den vergangenen Jahren  hat sich die Pflanze in der Region ausgebreitet. Sie ist hochgiftig und kann vor allem Pferde zur Bedrohung werden. FlĂ€chen mit Jakobskreuzkraut dĂŒrfen daher auf keinen Fall beweidet werden.

Informationen des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis:

„Die Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts nimmt im Rhein-Neckar-Kreis wie auch in den benachbarten Landkreisen im Regierungsbezirk Karlsruhe weiterhin zu. Die Pflanzen fallen jetzt an StraßenrĂ€ndern und noch ungemĂ€hten Wiesen durch ihre leuchtend gelben BlĂŒten, rot angefĂ€rbten StĂ€ngel und den hohen Wuchs auf. „Es handelt sich dabei um eine alte heimische Pflanze, die allerdings hoch giftig ist und vor allem bei Pferden zu Vergiftungen fĂŒhrt“, erklĂ€rt Klemens Joerger vom Landwirtschaftsamt und Naturschutz im Rhein-Neckar-Kreis.

Die Giftstoffe seien in der ganzen Pflanze und zwar sowohl in frischen Pflanzen als auch in Heu und Silage vorhanden, so Joerger weiter. Junge Pflanzen enthalten keine Bitterstoffe, so dass sie von Weidetieren gefressen werden. Diese Stoffe aus der Gruppe der Alkaloide verursachen Lebervergiftungen, wobei auch die lĂ€ngere Aufnahme von kleinen Mengen zu Vergiftungen fĂŒhrt, weil die Giftstoffe sich in der Leber anreichern. Die Symptome können erst nach Wochen oder Monaten auftreten, fĂŒhren dann aber fast unweigerlich zum Tod.

FlĂ€chen mit Jakobskreuzkraut dĂŒrfen daher auf keinen Fall beweidet werden. Aufwuchs von diesen FlĂ€chen darf weder frisch noch als Heu oder Silage verfĂŒttert werden. Auch beim Menschen sind schon einzelne VergiftungsfĂ€lle bekannt geworden. Sie aßen das Kraut im verunreinigten Salat oder tranken einen Gesundheitstee.

Die Pflanzen werden ĂŒber Samen verbreitet, die, wie beim Löwenzahn, ĂŒber den Wind weitergetrieben werden und bis zu 150.000 StĂŒck pro Pflanze betragen können. Die HauptblĂŒtezeit des Jakobskreuzkrauts ist Juli bis August.

„Eine weitere Ausbreitung muss unbedingt verhindert werden“, so Joerger. Und jeder Tierhalter sollte seine Tiere vor der Gefahr der Vergiftung schĂŒtzen. Problematisch sind hier extensiv genutzte Wiesen und Weiden, insbesondere Pferdeweiden, sowie FlĂ€chen ohne Nutzung wie Stilllegungen, StraßenrĂ€nder und Böschungen, weil diese oftmals erst spĂ€t gemĂ€ht werden und dadurch zur Verbreitung beitragen.

FlĂ€chen, auf denen das Jakobskreuzkraut stark auftritt, sollten kurz vor oder wĂ€hrend der BlĂŒte – unter Beachtung naturschutzrechtlicher Bestimmungen – gemĂ€ht oder gemulcht werden. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine Samen ausgefallen und durch den Wind verbreitet, die Mutterpflanze wird jedoch so stark geschwĂ€cht, dass sie meist im Folgejahr nicht mehr austreibt.

Einzelne Pflanzen können durch Ausreißen beseitigt werden, dabei sollten unbedingt Schutzhandschuhe getragen werden. GemĂ€hte oder ausgerissene Pflanzen mĂŒssen von WeideflĂ€chen unbedingt entfernt werden. Diese können dem RestmĂŒll beigegeben oder, solange keine Samen vorhanden sind, kompostiert werden.

Weitere Informationen zum Jakobskreuzkraut gibt es unter www.jacobskreuzkraut.de oder beim Pflanzenschutzdienst des RegierungsprĂ€sidiums Karlsruhe unter Tel. 0721/926-5173.“