Donnerstag, 13. Juni 2019

Kreisumlage des Haushaltsplan soll nicht erhöht werden

Vorstandssitzung bei den Freien WĂ€hlern Hirschberg

Hirschberg, 30. Januar 2013. (red/pm) Trotz gleichzeitig laufendem WM-Handballspiel war die Vorstandssitzung am 23.01.2013 sehr gut besucht. Volker Barzyk in Vertretung des verhinderten Alexander May arbeitete die Tagesordnung zĂŒgig ab. Im Mittelpunkt standen dabei Veranstaltungen, Berichte aus dem Gemeinderat und Kreistag sowie das Bebauungsplanverfahren fĂŒr das ehemalige Feuerwehrhaus Großsachsen. Walter Brand berichtete von einer erfolgreichen Fahrt im Dezember 2012 zum Weihnachtsmarkt nach Straßburg. Die Stadt im Elsass habe sich dabei in ausgezeichneter Verfassung prĂ€sentiert, alle Teilnehmer seien sehr angetan gewesen. Die Freien WĂ€hler wollen auch in 2013 derartige Informationsfahrten durchfĂŒhren.

Information der Freien WĂ€hler Hirschberg:

„Peter Johe machte es bei seinem Bericht aus dem Gemeinderat relativ kurz. Andiskutiert wurde zunĂ€chst die Frage einer neuen Heizungsanlage im Rathaus. Der Einbau eines Blockheizkraftwerks kĂ€me nicht in Frage, da die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei. Die Entscheidung zwischen Gas oder Holzpellets sei noch offen, hierbei gehe es auch um die Lagerung der Pellets. – Beim Bebauungsplan fĂŒr das alte Feuerwehrhaus Großsachsen wurde schnell klar, dass den Teilnehmern der Sitzung die Frage der ausreichenden StellplĂ€tze bei einer Nutzung als Ärztehaus sehr wichtig erschien. Vorgeschlagen wurde auch die PrĂŒfung, die StellplĂ€tze auf dem Marktplatz im 45 ° Winkel anzuordnen, evtl. könnten dadurch StellplĂ€tze (eine weitere Reihe) gewonnen werden. Die PlĂ€tze mĂŒssten aber auch ausreichend breit sein.

Fritz Bletzer stellte bei seinem Bericht aus dem Kreistag den fĂŒr 2013 verabschiedeten Haushaltsplan in den Mittelpunkt. Wichtig sei, dass die Kreisumlage nicht erhöht werde. Schuldentilgung soll nicht vernachlĂ€ssigt werden. – Bei der Unterbringung der Asylbewerber sei in 2013 mit Mehrkosten zu rechnen, die Zahl der Asylsuchenden sei deutlich gestiegen. – Die MĂŒllgebĂŒhren wĂŒrden in 2013 nicht steigen, die braune Tonne könne weiterhin kostenlos bereit gestellt werden. – Bletzer attestierte der Kreisverwaltung sehr gute Arbeit bei der Aufstellung des Haushaltsplans, der Rhein-Neckar-Kreis werde ein finanziell gutes Jahr erleben.

Newsletter verabschiedet

Der von Peter Johe ausgearbeitete Newsletter Nr. 1/ 2013 wurde mit geringen ErgĂ€nzungen einstimmig verabschiedet. Er wird in den nĂ€chsten Tagen entweder per E-Mail oder in Papierform den EmpfĂ€ngern zugehen. Die Freien WĂ€hler werden Namen von Interessierten als Schöffen aus der Gemeinde Hirschberg benennen und an die Gemeindeverwaltung weiterreichen. Dabei kann ohne Bedenken die Zahl 12 fĂŒr Hirschberg ĂŒberschritten werden.

Volker Ehret berichtete ĂŒber den Stand der Vorbereitungen fĂŒr die nĂ€chsten Veranstaltungen. Dabei verwies er vor Allem auf das Heringsessen am 13. Febr. 2013 im Gasthaus „Bergstraße“ in Leutershausen. Anmeldungen werden erbeten an Werner Volk(Tel.51639) oder Volker Ehret(54336) bis spĂ€testens 08.Febr. 2013.

Unter Punkt Verschiedenes fragte Walter Brand nach der Reparatur der ParkplĂ€tze im Bereich des Stadions in Leutershausen(Galgenstraße). Johe erklĂ€rte, dass 2013 der kleine Parkplatz entlang der Straße saniert werde, wĂ€hrend der große Platz voraussichtlich 2014 drankĂ€me. Volker Barzyk sprach die nicht ausreichende Beleuchtung des Wegs vom Haupteingang zum Parkplatz der Sachsenhalle an. Die Verkehrssicherheit sei gerade im Winterhalbjahr nicht gewĂ€hrleistet.

Achim MĂŒller fragte nach schnellen Internetverbindungen in bestimmten Bereichen von Hirschberg. Nach Johe sei eine rasche Verbesserung der Situation nicht zu erwarten. Die Gemeinde habe sich jedoch einer Initiative mit der Forderung nach Verbesserung angeschlossen. Eine Alternative ist nach Barzyk die Nutzung von Satelliten, sie sei jedoch mit relativ hohen Kosten verbunden. Aus dem Gremium wurde vorgeschlagen, andere Möglichkeiten zu prĂŒfen. Volker Barzyk dankte den Teilnehmer der Vorstandssitzung herzlich fĂŒr ihr Kommen und wĂŒnschte einen guten Nachhauseweg.“

EM 2012 – eine kollektive Fete

Public Viewing ist Party. Archivbild WM 2010.

Rhein-Neckar, 25. Juni 2012. In knapp einer Woche ist der ganze Zauber wieder vorbei. Nächsten Sonntag steht der Europameister 2012 fest und man kann die Abende wieder anders verplanen. Gabi ist darüber ganz froh, denn sie ist kein Fußballfan. Dennoch geht sie zu Public Viewings.

Ich hab’s nicht mit Fußball. So, jetzt ist es raus, jetzt habe ich es gesagt.

Vor dem Sommermärchen, der WM 2006 in Deutschland, konnte man dies auch noch ungestraft sagen. Bis dahin gab es die Fußball-Begeisterten und die anderen.

Doch mit diesem Sommer änderte sich alles. Mit Public Viewing wurde die WM 2006 zu einem nationalen Event.

Deutschlandfahnen, in meiner Jugend noch verpönt, wehen nun in den Zeiten von Welt- und Europameisterschaften von Balkonen, aus Fenstern und von Autodächern.

Das perfekte Styling muss sein

Eine ganze Industrie entstand, die für das richtige Equipment sorgte. Ketten, Schweißbänder, Schminke, Vuvuzelas, Überzieher für die Autoaußenspiegel und Fahnen in jeglicher Größe, alles in schwarz-rot-gold, gibt es an jeder Straßenecke zu kaufen.

Dieser Tage habe ich sogar einen alten Mann mit einem mit Fahnen geschmückten Rollator gesehen.

Was früher den wahren Fan ausmachte wurde quasi über einen Sommer zum Allgemeingut.

Wenn ich sage, ich schaue kein Fußball, heißt es nicht, dass ich mir nicht das eine oder andere Spiel angucke, aber es bedeutet, ich plane in dieser Zeit meinen Alltag nicht um dieses Ereignis. Und ich empfinde es äußerst lästig, wenn auf die Frage, „kommt ihr zum Grillen“, die Antwort „stellt ihr auch einen Fernsehen auf“ folgt.

Ich freue mich, wenn die deutsche Mannschaft nach einem guten Spiel weiter kommt, aber ich stürze nicht in eine Existenzkrise, wenn sie ausscheidet.

Gott sei Dank ist auch mein Mann kein Fußballfanatiker. Er schaut nie die Sportschau und hat auch keinen Lieblingsverein in der Bundesliga. Aber natürlich schaut er WM- und EM-Spiele – wenn es zeitlich passt.

Ich bin zwar Mutter eines Sohnes, blieb aber von Fußballverein und dementsprechenden Spielen am Wochenende verschont.

Wahre Fans und Party-Mitläufer

Anders geht es da einer guten Freundin. Alle zwei Jahre ist sie komplett verzweifelt, denn ihr Angetrauter und ihre beiden Söhne  gucken jedes Spiel von der Vorrunde an.

Vier Wochen lang ist mit ihren Männer komplett nichts anderes anzufangen.

Aber ihr Göttergatte war schon immer Fußball begeistert, nicht erst seit die große Meisterwelle die Nation überschwappt hat.

Das ist ehrlich und authentisch. Vielen anderen geht es nur um die Party.

Am vergangenen Freitag war ich zufällig in Mannheim und habe ganze Gruppen von Jugendlichen in perfektem EM-Styling zum Friedrichspark pilgern sehen.

Das hätte auch ein Rock-Konzert sein können, dachte ich mir. Es geht um das Event als solches und weniger um den Inhalt. Und das schöne daran ist, das ganze Land und besser noch, ganz Europa feiert mit.

Wenn ich morgens mit dem Auto zur Arbeit fahre, gibt es jetzt bei SWR3 regelmäßig einen kurzen Talk mit „dem EM-Hasser“. Er outet sich ganz freimütig und mimt damit den Außenseiter. Glaubwürdig oder auch nicht, eines wird klar, entzieht man sich dem nationalen Hype, gerät man ins Abseits.

Und auch ich gehe gerne auf Public Viewings, das macht Spaß, das ist spannend, das ist Party. Hat aber mit Fußball selbst, recht wenig zu tun.

Und wichtig ist: Bleibt die deutsche Mannschaft drin, geht die Party weiter.

gabi

Gabis Kolumne

Frauen lieben Fußball

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Guten Tag!

Hirschberg, 05. Juli 2010. Frauen lieben Fußball. Wussten Sie das schon? Zumindest, wenn es um die WM geht. Und dann werden sogar Frauen zu Fußball-Kennerinnen. Gabi meint: Die WM wird fĂŒr die Frauen gemacht. Die Bundesliga fĂŒr die MĂ€nner.

Fußball macht auch Frauen gute Laune.

Meine Freundin hasst es, wenn ihr Mann samstags die Sportschau guckt, aber wĂ€hrend der WM-Zeit ist sie der grĂ¶ĂŸte Fan unserer Nationalmannschaft.

WĂ€hrend meiner Studienzeit fand die WM in Italien statt und meine Freundinnen und ich waren komplett begeistert von der italienischen Mannschaft – dabei interessierten uns nicht die SpielzĂŒge, sondern die Spieler und die italienischen waren eindeutig die hĂŒbschesten. Zudem schwĂ€rmten wir fĂŒr Kamerun, den Außenseiter, der sich mit Spielfreude und Einsatz ins Viertelfinale spielte.

SpĂ€testens die WM vor vier Jahren in Deutschland wurde zum nationalen Event. Public Viewings, Corsos – das ganze Land war in Feierlaune. Erstmals war wieder an allen Ecken die Nationalflagge zu sehen. Partystimmung auf jedem Balkon, in jedem Garten, auf öffentlichen PlĂ€tzen, in Kneipen – ein SommermĂ€rchen.

Das konnte kaum vier Jahre spĂ€ter noch einmal wiederholt werden. Schon im Vorfeld der WM war klar, unsere Mannschaft ist jung und unerfahren, große Chancen rechneten wir uns nicht aus.

Nichts desto trotz HĂ€user und Autos wurden wieder mit schwarz-rot-gold geschmĂŒckt und Lokale und Zelte wurden mit GroßbildleinwĂ€nden ausgestattet.

Das erste Spiel Deutschland gegen Australien sahen wir mit Freunden bei einem Public Viewing in einem großen Festzelt. Ich begegnete einer Bekannten im perfekten WM-Outfit: Nationalmannschaftstrikot, Samthut in schwarz-rot-gold, eine Sonnenbrille mit TOOR, eine Aloha-Kette und PulswĂ€rmer in den deutschen Farben. Und die Deutschlandflagge auf die Wangen gemalt. Ich war schwer beeindruckt.

„Mensch“, sagte ich, „ich wusste gar nicht, dass du auf Fußball stehst“. „Tu ich auch gar nicht, aber die Stimmung ist super und ich feier-€ℱ gern“, entgegnete sie mir.

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Anderer Ort, anderes Spiel: Deutschland gegen Ghana. WĂŒrden wir ins Achtelfinale einziehen? Perfektes Styling im ganzen Partyzelt. Aloha-Ketten und Vuvuzelas wurden verkauft, WM-Songs ertönten bei jedem Tor, junge Frauen tanzten auf den Tischen.

Das Spiel Deutschland gegen England haben wir in großer Runde bei Freunden geschaut. Das Deutschlandtrikot als Dresscode war anscheinend ungeschriebenes Gesetz. Ich habe mich in meinem Sommerkleid nicht wirklich wohl gefĂŒhlt. „Ich hoffe nur, dass Klose wieder gut in Form ist“, sagte eine Bekannte. „Also Thomas MĂŒller ist fĂŒr mich der beste Spieler, hast du gesehen, wie er die Tore geschossen hat“, sagte eine andere. Fußball-Kennerinnen unter sich.

„Hast du Maradonnas Gesicht beim Viertelfinale beobachtet?“, fragte mich eine Freundin nach der Niederlage Argentiniens 0:4 gegen Deutschland. „Das war das reine Drama, ich glaube, er musste sogar weinen.“

Da wurde mir schlagartig klar, die WM wird fĂŒr die Frauen gemacht. Die Bundesliga fĂŒr die MĂ€nner.

WĂ€hrend es bei der WM um Emotionen geht, geht es bei der Bundesliga um die Fachsimpelei und die TabellenplĂ€tze. Die WM ist großes Kino und das mögen wir Frauen halt – Close Ups auf die Gesichter der Freude und der TrĂ€nen.

Wir haben uns ĂŒber die Franzosen geĂ€rgert und ihnen gegönnt, dass sie schon in der Vorrunde heim fliegen mussten und zu gerne hĂ€tten wir die quirligen Spieler aus Ghana im Halbfinale gesehen.

Fußballweltmeisterschaften, das sind große Emotionen, das ist Party, das ist Styling – das sind Events die Spaß machen, den MĂ€nnern und den Frauen. Schön, wenn die Deutschen so hervorragend spielen wie in diesem Jahr, noch schöner, wenn sie Weltmeister werden.

Auf alle FÀlle hat die WM 2010 wieder das Zeug zu einem SommermÀrchen.