Mittwoch, 22. September 2021

Ausschuss für Technik und Umwelt entscheidet über Beschlussvorschläge

Große Einigkeit über Bauvorhaben in Hirschberg

Print Friendly, PDF & Email

Hirschberg, 13. März 2013. (red/ms/aw) Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat in seiner Sitzung am 12. März gleich mehrere Bauvorhaben genehmigt. Darunter  zwei Maßnahmen in Leutershausen und drei in Großsachsen. Die Beschlüsse ergingen allesamt einstimmig, wenn auch nicht immer ohne Kritik und Forderungen.

„Großssachsen wird zur Gesundheitshochburg“, kommentierte ATU-Mitglied Eva-Marie Pfefferle den Antrag eines Hausbesitzers aus der Lettengasse in Großssachsen. Bereits im September 2011 wurde vom ATU die Baugenehmigung für ein Mehrfamilienhaus in der Lettengasse 38 erteilt. Da eine der insgesamt zwölf Wohnungen nun als eine Praxis für Heilpraktik genutzt werden soll, wurde dem Ausschuss für Technik und Umwelt ein Antrag auf Nutzungsänderung gestellt. Da bei Nutzungsänderung differenzierte Ansprüche erfüllt werden müssen, die über eine normale Wohnnutzung hinausgehen, wie beispielsweise das Bereitstellen von Parkplätzen für Patienten. Der Nachweis darüber konnte dem ATU bereits vorgelegt werden. Ein weiteres Gewerbe in Hirschberg werde immer begrüßt und es passe in die Umgebung, sagte auch Thomas Thünker. Der ATU stimmte der Nutzungsänderung einstimmig zu.

Einen weiteren postitiven Beschluss in Sachen Nutzungsänderung konnte auch einem IT-Unternehmen in Hirschberg zugesagt werden. Der Geschäftsführer eines Unternehmens aus der IT-Branche zieht innerhalb von Hirschberg um und plant, seine ehemalige Doppelhaushälfte in der Brunnengasse als Büro einzurichten. Da nur etwa ein bis zwei Mal im Monat mit Kundenbesuch zu rechnen ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Ruhe innerhalb des Wohngebietes unbeeinträchtigt bleibt. Auch die beiden bereits vorhandenen Stellplätze erscheinen dem ATU als ausreichend. Bauplanungsrechtlich kann die Brunnengasse als „Allgemeines Wohngebiet“ angesehen werden. Sonstige, nichtstörende Gewerbe können dort ausnahmsweise zugelassen werden. Da bei dem IT-Unternehmen solche Störungen nicht abzusehen sind, genehmigte der ATU das Nutzungsänderungsvorhaben einstimmig.

GLH-Vorsitzender Müller fordert Grünsatzung

Schon im September 2012 hatte der ATU eine Baugenehmigung für ein Zweifamilienhaus in der Hintergasse bewilligt. Doch statt einem Zweifamilienhaus soll es nun ein Einfamilienhaus werden. Der ATU musste nun über die abweichenden Maße des ersten Planungsentwurfs entscheiden. Die Maße des Einfamilienhauses fallen nämlich anders aus, als die ursprünglich bewilligten: Maximal zehn auf zwölf Meter wurden für die Grundfläche vorgeschrieben. Das geplante Einfamilienhaus überschreitet mit 12,50 Metern in der Länge zwar knapp die Vorgaben, kompensiert das aber wiederum durch die geringere Breite (7,80 Meter).

Der Großteil der Anwesenden war jedoch sogar erfreut über das jetzt insgesamt schlanker ausfallende Gebäude: „Der Bauherr kommt uns entgegen“, hieß es etwa aus der CDU und auch die freien Wähler sprachen von einer „positiven Veränderung“.

Einzig die Grünen konnten „nicht ganz in den allgemeinen Jubel einstimmen“ und der GLH-Vorsitzende Egon Müller erinnerte an die vielen Bäume, die für das Bauprojekt gerodet werden mussten und forderte erneut eine Grünsatzung. Bürgermeister Just befürwortete zwar grundsätzlich die Idee, verwies jedoch darauf, dass es ein „riesiges Vorhaben“ sei, welches viel Geld und Zeit kosten würde. Die weitere Diskussion wurde dazu wurde vertagt. Der Beschluss erfolgte trotzdem einstimmig.

Zustimmung auch für Vorhaben in Leutershausen

In dem 2005 beschlossenem Bebauungsplan für den „Ortskern in Leutershausen – im Teilebereich Am Lindenbrunnen“ wurden die Baufenster für das Plangebiet so gewählt, dass die Neubauten an bereits vorhandene Gebäude anschließen. Diese Auflage, die für ein einheitliches Stadtbild sorgen soll, hat jedoch zur Folge, dass nachträgliche Anbauten und Erweiterungswünsche nur schwer möglich sind.

Zulässig ist für Anbauten eine Überschreitung der Baugrenze von fünf Metern in der Breite und eineinhalb Metern in der Tiefe. Am 07. Februar wurde beim Ausschuss für Technik und Umwelt ein Antrag für die Errichtung eines Wintergartens gestellt, der an das Wohnhaus angebaut werden soll. Mit 5,80 Metern in der Breite und zwei Metern in der Tiefe, die zulässigen Maße allerdinngs knapp überschreitet.

Da diese Abweichung aber nur sehr geringfügig ist und keine nachbarlichen Interessen beeinträchtigt werden, wurde das Bauvorhaben vom Ausschuss für  Technik und Umwelt einstimmig genehmigt.

Positiver Beschluss, trotz Angst vor einem Präzendenzfall

Zur Wahrung eines einheitlichen Stadtbilds wurde 1993 in Leutershausen der Bebauungsplan „Hühl“ verabschiedet. Innerhalb dieses Plangebietes dürfen Neubauten nur so errichtet werden, dass sie mit bereits vorhandenen Gebäuden abschließen oder die Baugrenzen um maximal fünf Meter in der Breite oder um eineinhalb Meter in der Tiefe überschreiten. Demnach bleibt nur wenig Freiraum für Anbauten.

Am 01. März 2013 wurde beim ATU ein Antrag gestellt, ein Wohnhaus auf dem Grundstück Steig 13 um einen zweistöckigen Anbau zu erweitern. Allerdings überschreitet dieser mit 7,70 Metern in der Breite und 4,50 Metern in der Tiefe  deutlich die nord-östliche Baugrenze. Die Gemeinde befürchtet, mit einer Zustimmung ein Präzedenzfall zu schaffen, der durch eventuelle Nachahmer die städtebauliche Ordnung störe. Insbesondere Oliver Reisig von der FDP betonte seine „Bauchschmerzen“: Man habe sich bei Bauanträgen oft genug geärgert, in der Vergangenheit falsch entschieden zu haben.

Der ATU gestand den Fehler ein, das Baufenster für das Grundstückbereits im Vorfeld falsch festgelegt zu haben: Mit einer Fläche von 14,50 Meter auf 12 Meter lässt es eine Bebauung von insgesamt 174 Quadratmetern zu. Durch die Wohnfläche werden davon jedoch bislang nur knapp 123 Quadratmeter genutzt, die restlichen 51 Quadratmeter sind quasi nicht mehr zu nutzen, da der Schnitt des Baufensters sehr ungünstig ausfällt.

Selbst mit dem geplanten Anbau von etwa 46 Quadratmetern, würden auf dem Grundstück nur 169 Quadratmeter genutzt, was also noch unter der zulässigen Bebauungsfläche des Baufensters liegt. Man befürchtete eine „unbeabsichtigte Härte“, wenn man den Antrag verwehren würde. „Wir sind ja kein Bauverhinderungsamt“, sagte Bürgermeister Manuel Just. Unter der Bedingung, dass der Bauherr garantiert, die verbleibende Restfläche unbebaut zu lassen und es somit sich somit um einen sehr spezifischen Einzelfall handeln dürfte, stimmte der ATU dem Bauvorhaben einheitlich zu.