Mittwoch, 19. Januar 2022

AktionsbĂŒndnis kĂ€mpft fĂŒr Erhalt der "KAST"

6.000 Unterschriften fĂŒr Erhalt der Kripo vor Ort

Rund 6.000 Unterschriften sind Ausdruck eines starken BĂŒrgerinteresses: Die Kripo soll in Weinheim bleiben.

 

Weinheim/Mannheim/Heidelberg, 12. Juni 2012. (red/pm). Es ist noch nichts entschieden. Noch haben die Menschen in Weinheim und Umgebung die Hoffnung, dass sie weiterhin auf die Kripo vor Ort setzen können – mit deren Erfahrung, ihren Orts- und Personenkenntnissen, dem Wissen um die Besonderheiten und Anforderungen.

Information der Stadt Weinheim:

Wir appellieren an die Politiker, die Stadtverwaltungen und die BĂŒrger, nicht locker zu lassen.

So betonten es Claudia Funke, Doris Rauh und Gernot Sam als Sprecher des AktionsbĂŒndnisses „Pro Kripo Weinheim“.

In Anwesenheit von BĂŒrgermeistern betroffener Kommunen sowie besorgter Vertreter von Hilfs- und Sozialorganisationen ĂŒberreichten sie im Weinheimer Rathaus ein BĂŒndel von fast 6000 Unterschriften an den Leitenden Polizeidirektor Detlef Werner, den Projektleiter der ZusammenfĂŒhrung der Polizeireviere Mannheim und Heidelberg. Im Zusammenhang mit dieser Fusion im Rahmen der Polizeireform in Baden-WĂŒrttemberg geht es unter anderem um die Schließung der Kriminalaußenstellen – beispielsweise in Weinheim.

Werner nahm die Unterschriften gemeinsam mit dem Leitenden Kriminaldirektor Gerhard Regele entgegen. Er hat im aktuellen Fusionsprojekt die Aufgabe, die kĂŒnftige Struktur der Kriminalpolizei im PolizeiprĂ€sidium Mannheim/Heidelberg zu erarbeiten.

In Weinheim hat sich nach Bekanntwerden der PlĂ€ne eine breite Protestbewegung gebildet, die vom AktionsbĂŒndnis „Pro Kripo Weinheim“ angefĂŒhrt wird. „Die Menschen in Weinheim und Umgebung haben gute Erfahrungen mit ihrer Kripo gemacht und haben großes Vertrauen in die Beamten“, fasste es Claudia Funke zusammen. Dieses dĂŒrfe nun nicht aufs Spiel gesetzt werden:

Die Listen wurden uns quasi aus den HĂ€nden gerissen.

In Weinheim sei die Sicherheitslage noch gut – vor allem wegen der Existenz der Außenstelle. Gerade bei Einbruchserien in der letzten Zeit sei gute und bĂŒrgernahe Arbeit geleistet worden.

Allerdings wĂŒrde der Standort nahe Frankfurt und Mannheim schnell kritisch werden, wenn die Kripo vor Ort verschwinden mĂŒsste. Als Bildungsregion und Schulstandort könnte Weinheim schnell zum beliebten Ziel der Drogenszene werden. Dabei mĂŒssten Orts- und Personenkenntnisse als das Kernelement kriminalistischer Arbeit bestehen bleiben, fordern die Vertreter von „Pro Kripo Weinheim“.

Das AktionsbĂŒndnis schĂ€tze die gute Zusammenarbeit der Kripobeamten mit den Schulen und jugendbetreuenden Organisationen, die verhindern, dass eine ausufernde Drogenproblematik entstehe. „Unsere Beamten“, so Claudia Funke, „ist stĂ€ndig in Kontakt mit Opfern, Kleindealern und Kriminellen, um mit einer Mischung aus PrĂ€vention und Repression die Drogenkuriere abzuhalten sich in Weinheim auszubreiten“.

Da auch ein VertrauensverhĂ€ltnis durch die langjĂ€hrigen Kontakte gegeben sei, scheuten sich die Rektoren der hiesigen Schulen auch nicht, die Beamten bei auffĂ€lligen Jugendlichen anzurufen und um unterstĂŒtzende Maßnahmen zu bitten. Die Sprecherin:

Da diese Thematik sehr heikel ist, ist es sehr fraglich, ob solche Anrufe noch stattfinden wĂŒrden, wenn nicht klar ist, welcher Beamte in Heidelberg zustĂ€ndig ist und vielleicht auch stĂ€ndig wechseln wĂŒrde.

Funke, Rauh und Sam verwiesen ebenso auf mehrere Stellungnahmen von Polizeigewerkschaften wie dem Bund Deutscher Kriminalbeamter. Darin wird belegt, dass zu große Polizeieinheiten die erwarteten Synergieeffekte umkehren und zum Beispiel durch lange Anfahrtswege unnötige Kosten entstehen. Doris Rauh:

So ist es letztendlich nur kontraproduktiv, wenn durch ĂŒberlange Fahrtzeiten auch noch der persönliche Kontakt verlorengeht.

Die Vertreter von „Pro Kripo Weinheim“ appellierten an Detlef Werner, diese Argumente zu berĂŒcksichtigen. Sie sehen durchaus noch eine Chance auf ein „Kommissariat Nord“ im Rhein-Neckar-Kreis, auch wohl wissend, dass ihr Engagement vor Ort jetzt schon im Stuttgarter Innenministerium zu neuen Überlegungen und Aspekten gefĂŒhrt hat.

„KriminalitĂ€tsfurcht beeintrĂ€chtigt nicht nur LebensqualitĂ€t, sondern die gesamte wirtschaftliche Situation des Einzelhandels und die Standortwahl bei wirtschaftlichen Innovationen“, so bekrĂ€ftigte Markus Böhm, der Leiter des Weinheimer BĂŒrger- und Ordnungsamtes

SicherheitsgefĂŒhl sei somit als wichtiger Standortfaktor zu werten und diesen gelte es fĂŒr doe Bergstraßenkommunen im Einsatzgebiet der Außenstelle Weinheim auf dem gewohnt hohen Niveau zu sichern. Böhm:

Deshalb setzen wir uns fĂŒr den Verbleib der Kripo in Weinheim ein und danken dem AktionsbĂŒndnis fĂŒr deren engagierte UnterstĂŒtzung bei diesen BemĂŒhungen.“

Polizeireform: Projektarbeit hat begonnen

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar, 10. Mai 2010. (red) Der Umbau des PolizeiprÀsidiums Mannheim und der Polizeidirektion Heidelberg hat begonnen. Auf einer Pressekonferenz stellten heute die Projektleiter Detlef Werner und die PolizeiprÀsidentin Caren Denner die Eckpunkte vor.

Soviel steht fest: Das nach Stuttgart zweitgrĂ¶ĂŸte PrĂ€sidium Mannheim-Heidelberg wird 2.700 Menschen beschĂ€ftigen, 2.300 im Vollzugsdienst und 400 Angestellte. Der Sitz wird in L6 in Mannheim sein. Hier ist auch das FĂŒhrungs- und Lagezentrum angesiedelt. Ein Name ist noch nicht gefunden.

Die Kriminaldirektion mit rund 500 Beamten wird in Heidelberg in der Römerstraße angesiedelt, ebenso Kriminaltechnik und Kriminaldauerdienst. Der Standort fĂŒr die Verkehrspolizei ist noch offen. Reiterstaffel und Wasserschutzpolizei gehören kĂŒnftig zum PrĂ€sidium Einsatz und werden von Göppingen aus gesteuert. Ob der „Stall“ in Mannheim-Straßenheim bleibt, liegt nicht in der Entscheidungskompetenz des neuen PrĂ€sidiums.

Die Reviere und Posten bleiben bestehen – die Kriminalpolizei Außenstellen werden ĂŒberwiegend nach Heidelberg verlagert. Ausnahmen seien möglich. Mannheim wird ein Kriminalkommissariat mit voraussichtlich 30 Mitarbeitern erhalten.

Insgesamt gibt es sechs Projektteams, die Teilbereiche der neuen Struktur bearbeiten. Diese Aufteilung gilt landesweit. Koordiniert werden die Planungen ĂŒber „Querschnittsprojekte“, die auf die Einhaltung der Standards des Eckpunktepapiers achten.

Bis Dezember sollen die neuen Strukturen entworfen sein, ab Mitte 2013 könnte die Strukturreform dann greifen.

Einen umfassenden Artikel zum Thema können Sie hier lesen.