Sonntag, 13. Juni 2021

BuchsbaumzĂŒnsler bedrohen unsere GĂ€rten

Die grĂŒne Bedrohung

RaupeBuchsbaum

Der BuchsbaumzĂŒnsler bringt HobbygĂ€rtner zum Verzweifeln. Foto: Tschoppi (CC BY 3.0)

 

Rhein-Neckar, 28. Mai 2013. (red/ae) Ist er erst einmal befallen, gibt es kaum eine Rettung. Gnadenlos wird er StĂŒck fĂŒr StĂŒck gefressen. Erst der Kopf, dann der Körper. ZurĂŒck bleibt ein braunes Gerippe. Die Rede ist vom Buchsbaum. Eine Pflanze, der in fast jedem Garten steht. Sein Feind: Die Raupe Nimmersatt, der BuchsbaumzĂŒnsler – und er hat großen Appetit. [Weiterlesen…]

OEG-Linie 5

GleisbegrĂŒnung und Pflanzarbeiten

Hirschberg, 10. April 2013. (red/pm) Auf vielfachen Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner werden in Leutershausen die Gleise der Linie 5 durch die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) begrĂŒnt. Auf 250 Metern wird ab Leutershausen Bahnhof bis in Höhe Lindenstraße Rasen in das Gleisbett gepflanzt. Die Arbeiten haben bereits am Dienstag, 02. April, begonnen und werden, entsprechende Witterung vorausgesetzt, am Mittwoch, 24. April abgeschlossen sein. [Weiterlesen…]

Frauen und ihre GĂ€rten – vier Geschichten

Guten Tag!

Hirschberg, 07. Juni 2010. Von klein und verwinkelt bis hin zu großflĂ€chig und eben: In der Veranstaltungsreihe „Frauen in Hirschberg“ öffneten vier „GĂ€rtnerinnen“ ihre vielfĂ€ltigen GĂ€rten der Öffentlichkeit. Dabei stellen sich unterschiedliche Gemeinsamkeiten heraus.

Von Jule Kuhn-Weidler

Andrea MĂŒller-Bischoffs Garten ist klein aber fein. Sie ganz allein pflegt ihre grĂ¶ĂŸte Leidenschaft.

Leidenschaft und Tradition

Ein Teich gehört dazu.

Schon der erste Blick lĂ€sst darauf schließen, welche Vorliebe Sie in ihrem 350 m-ÂČ großen Garten hat. Rosen in allen Varianten, Formen und Farben.

Besonders die alten Rosen haben es ihr angetan. Sie beginnt die reichlich vorhandenen historischen HintergrĂŒnde der Rose aufzuzĂ€hlen. „die Rose galt schon immer als Königin der Blumen. Schon in der Antike war sie das Zeichen von Grazie und Anmut aber auch von Furchtlosigkeit und Wildheit.

Die Mythologie dieser Blumenart weckt letztendlich die volle Begeisterung von Andrea, als Sie im Jahr 2000 in ihr Heim am Hang von Leutershausens einzog. Die 30 verschiedenen Rosensorten verteilen sich im ganzen Garten.

Außer in dem kleinen Beet fĂŒr Nutzpflanzen und dem kreuzförmigen KrĂ€uterbeet. Überall wird wieder auf Traditionen zurĂŒckgegriffen. In Klöstern wurden KrĂ€utergĂ€rten immer in Kreuzform angelegt, um die heilige Kraft entfalten zu können.

Die Entspannung findet sie selbstverstÀndlich in ihrer Gartenarbeit, wenn sie zum Beispiel unter Stress steht, hilft ihr eine halbe Stunde im Garten, um den Ballast wieder abzubauen.

Sie fĂŒgt hinzu, dass man bei einer Leidenschaft eben auch manchmal leiden muss. Der große Aufwand und die geopferte Zeit lohnen sich allerdings, denn das Ergebnis ist beeindruckend.

Systematischer Aufbau und das Wechselspiel der verschiedenen Pflanzensorten sorgen fĂŒr eine tolle Artenvielfalt. Andrea MĂŒller-Bischoff beschreibt dies als den Kreislauf der Natur. Dieser natĂŒrliche Kreislauf soll noch ausgebaut werden, eben durch den Anbau mehrerer verschiedener Pflanzenarten.

Kreislauf der Natur ist GlĂŒck

Genau dieser Kreislauf, von Tier zu Pflanze und das daraus resultierende Wachstum, ist auch Hannelore Rothbarth wichtig.

Nun jedoch auf grĂ¶ĂŸerer FlĂ€che. Etwa 2000m-ÂČ fasst das GelĂ€nde in der NĂ€he des Grossachsener Tennisplatzes. Auf dieser FlĂ€che findet man alles was in einen Garten gehört: Kartoffeln, Salat, Erdbeeren, Johannisbeeren, ObstbĂ€ume, GartenhĂ€uschen, Sitzecke und wieder viele StrĂ€ucher Rosen.

BlĂŒtenpracht.

Insgesamt, erzĂ€hlt Hannelore glĂŒcklich, seien es wohl 200 RosenstrĂ€ucher und davon 100 historische Rosenarten. Sie und ihr Mann sind nicht mehr berufstĂ€tig und schon dadurch lĂ€sst sich erklĂ€ren, warum der Garten so prachtvoll aussieht. Denn jeden Tag pflanzen, schneiden und werkeln die beiden im Garten.

Um diese Zeit wieder wettzumachen, ist das Ehepaar Selbstversorger, und das den ganzen Sommer ĂŒber. Der Garten ist in drei Teile untergliedert. Sozusagen eine Drei-Felderwirtschaft. Alle drei Jahre werden diese Teile neu bepflanzt.

WĂ€hrend ich all diese Informationen erfahre, merkt man der Frau mit dem Strohhut und dem unentwegten LĂ€cheln auf den Lippen an, wie glĂŒcklich sie ist.

Ihr Pachtgarten, den sie nun schon seit 10 Jahren besitzt, ist ein Wunsch, den sie sich erfĂŒllen konnte. Der Spaß und die Liebe mit der sie ihren Garten beschreibt und zu jeder Rose den passenden Namen weiß, sind beeindruckend.

„Die pure Entspannung ist eigentlich eine Art Meditation“, sagt sie. Und dann wird es philosophisch. Dass sie es bewundernswert und interessant findet, wenn man die Pflanzen leben und sterben sieht. Man lernt das Leben und wann man welche Dinge zu zulassen hat.

Der vollkommen ökologisch angelegte Garten ist naturnah und trotzdem sehr vielfÀltig. Hannelore erzÀhlt weiter und ich erfahre, dass sie schon als kleines Kind im Garten ihrer Mutter immer selbst einen Quadratmeter bepflanzen durfte, mit allen KrÀutern und Setzlingen, die sie finden konnte.

Der bunte fröhliche Garten ist komplett, wie die Personen, denen er gehört: gut gelaunt, gemĂŒtlich, liebevoll.

Der Traum eines eigenen, großen Gartens wurde wahr und damit ein Platz zum Leben. Feste, grillen und gemĂŒtliches Kaffeetrinken, sind wohl keine Seltenheit. Ein Garten, in dem die Herzen der Eheleute stecken.

Einzigartige Geschichten

Der wohl „ordentlichste“ Garten liegt im sĂŒdlichen Neubaugebiet von Leutershausen. Hier wohnt Ursula Bock mit ihrer Familie.

Voller Geschichten.

Das Haus stammt allerdings schon aus den 50-er Jahren und der dazugehörende große Garten war damals, wie typisch, komplett als NutzflĂ€che verwendet.

ObstbĂ€ume- und StrĂ€ucher reihten sich aneinander und wurden zum einen zum Eigenbedarf zum anderen auch fĂŒr Verarbeitungszwecke abgegeben. Heute ist die ganze FlĂ€che mit Wiese ĂŒberzogen und an den RĂ€ndern herrscht eine „ordentliche Unordnung“.

Viele verschiedene Blumensorten tummeln sich hier aneinander. Vereinzelt stehen einige BĂ€ume auf der Wiese. Als eine Straße durch das GelĂ€nde gezogen werden musste, wurde sogar eine Gartenarchitektin beauftragt eine schöne Trennung zur Straße zu zaubern.

Ein toller Anblick, der einem sofort ins Auge sticht, ist der große Strauch Pfingstrosen. Sie blĂŒhen direkt im Blickfeld von der Terrasse aus strahlend weiß.

Gerade diese Farbakzente machen diesen Garten so interessant. Aus dieser Sicht sieht man auch rechts ein HĂ€uschen, das frĂŒher als HĂŒhnerhaus genutzt wurde, heute mit stilistischen Jugendstilfenstern als HandwerkerhĂ€uschen dient.

Herr und Frau Bock arbeiten leidenschaftlich im Garten und opfern fĂŒr dieses Hobby auch sehr gerne ihre Zeit. Besonderheiten in diesem Garten sind wohl der Taschentuchbaum oder auch eine Myrte.

Vor etwa 25 Jahren bekam Frau Bock eine Ansteckblume und diese Blume pflanzte sie in ihren Garten. Heute ist diese damalige Ansteckblume ein gewaltiger Strauch, der krĂ€ftig blĂŒht und gedeiht. Die vielen historischen und persönlichen Geschichten machen den Garten sehr einzigartig.

UnzĂ€hlige Lebensabschnitte sind in diesem Garten zusammengefasst und werden daher auch stolz von Frau Bock berichtet. Die Offenheit und Freundlichkeit ist hier ganz natĂŒrlich und die gute Stimmung lĂ€sst einen den Blick auf die Beete genießen.

Als Tipp fĂŒr eine erfolgreiche Gartenarbeit sagt Herr Bock lachend: „Gebraucht werden nur die HĂ€nde.“ Sieht man diese GĂ€rten, wĂŒnscht man sich doch gleich, selbst diese Leidenschaft zu beginnen. Denn diese GĂ€rten sind pure Schönheit. Der Aufwand zahlt sich wirklich aus.

Der Garten als Spiegel der Seele

Und dann wÀre da noch Irmgard Mohr.

FrĂŒher arbeitete sie in einem AntiquitĂ€tengeschĂ€ft und erst nach und nach, genauer gesagt ĂŒber 35 Jahre hinweg, entstand ihr Natur-Bauerngarten. Sie verbringt viel Zeit in ihrem Garten, meint jedoch dass es mittlerweile Knochenarbeit ist mit dem Ergebnis, etwas Schönes entstehen zu lassen.

Der Garten als Spiegel der Seele.

Und genau darin sieht Irmgard auch die Entspannung. NĂ€mlich beim Zusehen einer wachsenden, gedeihenden Pflanze zu etwas Schönem. Diese positive Energie möchte sie hervorheben, um negative EinflĂŒsse der Umgebung zu vergessen und die persönliche Ausgelassenheit und BestĂ€tigung wiederzubekommen.

Weitere Mittel wie sie negative EinflĂŒsse bewĂ€ltigen will, sind Feng Shui und der Segen des katholischen Pfarrers. Er wird bald bei ihr erscheinen und den Garten segnen um die negative Stimmung von den Blumen verschwinden zu lassen.

Bei nĂ€herem Betrachten fallen kleinere Details aus Feng Shui in Irmgards Garten auf. Zum Bespiel gibt es ein Rondelle am Ende des Gartens, das allerdings zu beiden Seiten geöffnet ist, um die Energie rein- und rausfließen zu lassen.

Mitten auf dem Rasen steht ein Obelisk, denn die negative Beeinflussung verlÀuft zu der Spitze des Obelisken und verteilt sich nicht auf den gesamten Garten.

Überhaupt findet man in ihrem Garten viele versteckte Details. Hier ein Froschkönig, dort eine Porzellanente auf einem Stein. Der Garten lĂ€dt einen dazu ein, sich wohl zu fĂŒhlen. Das viele Licht, der tolle Blick auf die Rheinebene und die gemĂŒtliche Terrasse runden den wilden Garten ab.

Die humorvolle, sensible, vielleicht auch etwas chaotische Frau sieht sich selbst in ihrem Garten: „Ja mein Garten spiegelt meine Seele und gibt meinen Charakter wieder. Ich möchte einfach in Frieden leben.“

RĂŒckblick nach dem Einblick

Nach einem langen Aufenthalt in diesem Garten, verwöhnt mit frischen Laugenbrötchen und Quark ziehe ich mein Resumée aus den gewonnen Einblicken der GÀrten.

Alle diese Frauen haben dieselben AnsprĂŒche fĂŒr ihren Garten, nĂ€mlich die wachsende Schönheit der Natur. Die Umsetzung ist jedoch komplett verschieden.

Jede legt wert auf einen anderen Part. Ob Tradition, Esotherik oder Liebe, bei diesen GĂ€rten ist die Umsetzung ganz besonders gelungen.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Alle besitzen einen Teich, was man wohl als „must have“ fĂŒr einen schönen Garten bezeichnen kann. Froschkonzert oder Goldfischschwarm, die Idylle fĂŒr einen traumhaften Garten ist hiermit gegeben.

Anmerkung der Redaktion:
Die Gymnasiastin Jule Kuhn-Weidler (17) absolviert neben der Schule ein Praktikum bei uns und hat heute von uns ein großes Lob erhalten, weil sie sehr talentiert ist :-).

Die Schule geht vor – aber wenn freie Zeit vorhanden ist, bieten wir jungen Menschen einen Einblick in die journalistische Arbeit. Eventuell wollen sie selbst mal einen „Kommunikationsberuf“ ergreifen oder sind einfach nur neugierig, wie journalistische Geschichten und Nachrichten entstehen.
Das nĂ€chste Praktikum bieten wir ab Mitte September 2010 an. Die Praktikumszeit erstreckt sich ĂŒber drei bis vier Monate – je nach den zeitlichen Möglichkeiten der PraktikantInnen. Inhalte sind mindestens das Schreiben von Artikeln, eine kleine Rechtskunde, Fotografieren, Recherche, die Produktion der Informationen im Internet und die Vermittlung von Medienkompetenz.
Wer sich fĂŒr ein Praktikum interessiert, schreibt eine formlose email an: redaktion@hirschbergblog.de