Mittwoch, 08. Dezember 2021

DRK: Problematische Gemengelage


Guten Tag!

Hirschberg, 15. April 2011. (red) Michael Frank ist stellvertretender Hauptamtsleiter der Gemeinde Hirschberg und Vorsitzender des DRK Hirschberg. Offensichtlich hat Herr Frank Schwierigkeiten, die beiden Funktionen voneinander zu trennen. Gerade vor dem Hintergrund des heutigen Spatenstichs fĂŒr das neue Hilfeleistungszentrum zeigt sich, wie problematisch eine Gemengelage verschiedener Funktionen fĂŒr ein und diesselbe Person sein kann. Herr Frank wirft unserer Redaktion in einer email zudem verschiedene Dinge vor, die nicht zutreffen. Wir nehmen deshalb in einem offenen Brief dazu Stellung.

Sehr geehrter Herr Frank,

wir stellen vorab fest, dass wir die gemeinnĂŒtzige Arbeit von Organisationen schĂ€tzen wie auch ganz allgemein das Engagement von Menschen, die sich in der Vereinsarbeit einbringen. Sofern Vereine oder andere Organisationen eine Öffentlichkeit anstreben, sind wir gerne bereit, die Leistungen von Mitgliedern kritisch zu begleiten.

Hardy Prothmann ist seit 20 Jahren Journalist und hat fĂŒr alle großen Tageszeitungen und Magazine, sowie die ARD gearbeitet. Seit Dezember 2009 berichtet er mit seinem Team ĂŒber Hirschberg. Bild: sap

Kritisch sein, heißt, sowohl „positiv“ als auch „negativ“ zu berichten. Wir arbeiten ĂŒberparteilich und unvoreingenommen. Bei unseren Berichten stĂŒtzen wir uns auf Recherchen und Fakten. Argumentationen werden transparent belegt. Und wir gehen davon aus, dass Inhaber von Ämtern demokratisch damit umgehen können, wenn diesen einmal unsere Berichte „nicht gefallen“. Nach unserem SelbstverstĂ€ndnis hat unsere Arbeit auch nicht zu gefallen – sie muss zutreffend in den Fakten und nachvollziehbar sein. Sie dient der Information und nicht der Bauchpinselei.

In Ihrer email werfen Sie uns vor, wir „wĂŒrden den Lesern nur das zu lesen geben, was nach unserer Meinung nach interessiert“. Damit liegen Sie sogar richtig. Es ist die Aufgabe einer Redaktion, aus einer Vielzahl von Informationen interessante und wichtige Aspekte herauszufiltern.

Weiter werfen Sie uns vor, es „versĂ€umt zu haben“, unseren Lesern den Briefwechsel zu dokumentieren. Diese EinschĂ€tzung ist falsch. Es gibt nur wenig Redaktionen, die so transparent arbeiten, wie wir das tun.

In unsere email an Sie haben wir nichts „scherzhaft“ gemeint. Wir haben ganz im Gegenteil darauf hingewiesen, dass wir nicht verstehen können, wie es möglich ist, bei drei berichtenden Redaktionen im Ort eine davon zu vergessen. Wir haben keine „Absicht“ unterstellt, schon gar keine „böse“.

Wenn wir etwas unterstellen, dann eine, freundlich formuliert, gewisse GenĂŒgsamkeit. Mehr als die Berichterstattung in RNZ und WN benötigen Sie offensichtlich nicht. Und auch Besucher der DRK Homepage (so es denn welche gibt) mĂŒssen sich genĂŒgsam zeigen, wenn Sie aktuell ĂŒber Blutspendetermine am 29. Januar 2010 und einen Festabend am 08. Mai 2010 informiert werden. Es wĂ€re besser fĂŒr die Außendarstellung des DRK auf eine solche schlecht gepflegte Homepage ganz zu verzichten, als einen unkompetenten Eindruck zu vermitteln.

Falsche Behauptungen zuhauf

Ihre Behauptung, wir hĂ€tten uns nicht um einen Kontakt bemĂŒht, ist ebenfalls falsch. Im April 2010 haben wir Sie in einem GesprĂ€ch gebeten, uns doch bitte dringend ĂŒber Termine des DRK in Kenntnis zu setzen. Dem sind Sie damals nachgekommen: Mit einer Terminliste bis zum 09. Oktober 2010. Seitdem haben wir weder von Ihnen als ehemaligem Vorsitzden des Ortsvereins DRK Leutershausen noch von jemand anderem weitere Einladungen oder Informationen erhalten.

Im Juli 2010 haben wir ĂŒber die Planungen fĂŒr eine neue Gemeinde-Homepage berichtet. Und zwar kritisch mit dem Hinweis, dass eine solche Informationsplattform sehr viele hilfreiche Möglichkeiten bieten kann, wenn man diese denn nutzen will – was aber leider in vielen Gemeinden unzureichend geschieht.

Sie sind als Gemeindebediensteter fĂŒr den Internetauftritt zustĂ€ndig und offensichtlich hat Ihnen unser Beitrag nicht gefallen, wie man deutlich in Ihrer email nachlesen kann. Dort schreiben Sie weiter darĂŒber, dass sich Ihr „Eindruck regelmĂ€ĂŸig bestĂ€tigt“, wir wĂŒrden unterschiedliche „MaßstĂ€be“ bei Kritik anlegen.

Dazu verwenden Sie absurderweise ein Beispiel, das exakt das Gegenteil Ihrer Behauptung belegt: Wir haben einen anonym geschriebenen Kommentar veröffentlicht, obwohl wir weder inhaltlich noch von der Form her damit einverstanden waren.

Probleme mit der „TrennungsschĂ€rfe“

Ihnen gerÀt anscheinend in der EinschÀtzung unserer Arbeit und Ihren Rollen als Gemeindebediensteter und Vorstand des DRK einiges durcheinander.

Das halten wir fĂŒr eine problematische Gemengelage, weswegen wir auch Ihren Dienstvorgesetzten, Herrn BĂŒrgermeister Manuel Just, davon in Kenntnis setzen, da wir den Eindruck haben, dass Sie nicht ausreichend zwischen Ihren TĂ€tigkeiten unterscheiden können. Vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde ein neues Hilfeleistungszentrum baut, in dem das DRK kĂŒnftig residieren wird, ist eine solche UnterscheidungsfĂ€higkeit noch bedeutender als sie ohnehin zu erwarten wĂ€re. Immerhin werden hier Millionen an Steuergeldern investiert und eine mögliche Interessenkollission eines Nutznießers, der gleichzeitig in verantwortlicher Position beim Bauherrn arbeitet, wĂ€re nicht hinnehmbar.

Weiter ist Ihre Behauptung falsch, „im Hirschbergblog besteht keine faire Möglichkeit einer Stellungnahme“. Wir veröffentlichen ohne Ansehen der Person alle Kommentare, wenn diese unseren „Hausregeln“ entsprechen. Und wir haben in allen unseren Blogs bislang jeden Leserbrief oder Gastbeitrag ausnahmslos veröffentlicht. Wo Sie bislang in unsere Richtung irgendeine „Kraft investiert“ haben wollen, ist uns nicht ersichtlich. Eine email mit rund zehn Terminen ist nun wahrlich keine Anstrengung.

Ihre Bemerkung, „ein einzelner Journalist mit dem erhobenen Zeigefinger“, zeugt nicht gerade von Medienkompetenz. Jeder Artikel, der nur einen Verfasser hat, ist von einem „einzelnen“ Journalisten geschrieben. Auch Ihr Kassenwart Thomas Kurz zeigt ein merkwĂŒrdiges VerstĂ€ndnis von Journalismus: „Wie und ĂŒber welche Medien wir unsere Berichterstattung machen“ – so gesehen wird die Presse als „Verlautbarungsorgan“ gesehen. Vermutlich hat Herr Kurz diese EinschĂ€tzung, weil er von RNZ und WN nicht unbedingt Journalismus gewohnt ist.

Wir dĂŒrfen Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass das Projekt unserer Lokalblogs und die Arbeit, die wir inhaltlich leisten, bundesweit als „Vorzeigemodell“ wahrgenommen wird. Über 200 Berichte sind in eineinhalb Jahren von anderen Medien veröffentlicht worden, was ich als „einzelner Journalist“ hier mit einem kleinen Team leiste. Andere Medien, Unternehmen, UniversitĂ€ten laden mich regelmĂ€ĂŸig als Referent und Diskutant ein, um von unseren Erfahrungen zu lernen.

Weiter bleiben Sie einen Beleg schuldig fĂŒr Ihre Behauptung, wie hĂ€tten einen „falschen Kommentar zu den GrundsĂ€tzen“ des DRK geschrieben. Gerade in bezug auf die NeutralitĂ€t, Herr Frank, zeigen Sie mit Ihrer email, dass Sie diesen wesentlichen Punkt missachten. DarĂŒber hinaus weisen wir Sie darauf hin, was neben dem Reiter „Über uns“ auf der Seite des DRK steht, nĂ€mlich „Presse“ mit der freundlichen Aufforderung und Einladung, sich bei Fragen an das DRK zu wenden.

Voreingenommenheit statt NeutralitÀt

Insgesamt, Herr Frank, stellen wir fest, dass man Ihre Voreingenommenheit nicht zwischen den Zeilen suchen muss, sondern diese klar und deutlich zum Vorschein kommt. Das ist bedauerlich aus Sicht des DRK Hirschberg, weil Sie persönlich als Vorstand auch fĂŒr die Außendarstellung verantwortlich sind und dieser Verantwortung nur einseitig und voreingenommen nachkommen, anstatt zu versuchen, ĂŒber das Internet neue Interessenten und vor allem junge Menschen anzusprechen.

Vielleicht ist es Ihnen möglich, Ihre Haltung zu verĂ€ndern. Das wĂ€re aus Sicht des DRK und der Menschen, die dieses unterstĂŒtzen, sicherlich von Vorteil. SelbstverstĂ€ndlich sind wir auch in Zukunft gerne bereit, ĂŒber die AktivitĂ€ten des DRK Hirschberg zu berichten – außer Sie bleiben dabei, dass Sie uns dies „untersagen“. Ob wir dem folgen, ist unsere Sache. Wenn wir aber berichten, dann immer kritisch und transparent.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Hardy Prothmann
Redaktionsleiter hirschbergblog.de

Dokumentation: Was das DRK Hirschberg „unverschĂ€mt“ findet.


Guten Tag!

Hirschberg, 15. April 2011. (red) Wir dokumentieren den email-Briefwechsel zwischen unserer Redaktion und dem DRK Hirschberg in Sachen „gewĂŒnschter/unerwĂŒnschter“ Berichterstattung.

DRK-Vorstand (von links): Thomas Kurz, Michael Frank, Carsten Ewald

Die Antwort auf das Schreiben von Michael Frank, Vorsitzender des neuen „Gesamtortsverbands“ des DRK Hirschberg beantworten wir in einem eigenen Beitrag, da Herr Frank offensichtlich nicht zwischen seinen Funktionen als stellvertretender Hauptamtsleiter und DRK-Vorsitzender unterscheiden kann.

So verweist er in seiner Argumentation auf einen kritischen Artikel zur neuen Homepage der Gemeinde Hirschberg, fĂŒr die Herr Frank verantwortlich zeichnet.

Er verwendet den Hinweis auf einen (anonymen) Kommentar vom 15. Juli 2010, um seine Argumentation zu stĂŒtzen, dass wir nur veröffentlichen, „was Sie fĂŒr genehm erachten.“ Leider ist das vollkommen absurd, weil die Veröffentlichung des Kommentar, den wir fĂŒr „nicht genehm“ erachtet haben, genau das Gegenteil dessen belegt, was Herr Frank uns vorwirft. Offensichtlich fĂŒhlt Herr Frank sich durch unseren Artikel persönlich angegriffen und zeigt, dass er genau das nicht ist, was er uns unterstellt: kritikfĂ€hig.

Herr Frank zeigt zudem, dass seine „persönliche EinschĂ€tzung“ offenbar den Zielen des DRK ĂŒbergeordnet sind.

—–UrsprĂŒngliche Nachricht—–
Von: Redaktion Hirschbergblog.de [mailto:redaktion@hirschbergblog.de]
Gesendet: Montag, 11. April 2011 15:14
An: frank@drk-leutershausen.de
Cc: ewald@drk-leutershausen.de; kurz@drk-leutershausen.de
Betreff: DRK

Hallo Herr Frank,

wir haben leider gar nichts von dem Termin der „Fusion“ gewusst.

Schade.

Ich hatte Ihnen das schon einmal erlÀutert:
Wir sind eine kleine Redaktion und mĂŒhen uns redlich, wichtige Termine und Einladungen aus den von uns betreuten Gemeinden wahrzunehmen – was leider aus KapazitĂ€tsgrĂŒnden (noch) nicht immer persönlich möglich ist. Eine Dokumentation von Pressemitteilungen ist aber weitgehend möglich.

Gar nicht möglich ist eine Berichterstattung, wenn wir erstens nichts von Terminen wissen und zweitens auch keine Zusammenfassung erhalten.

Es ist deshalb aus Sicht derer, die gerne eine Berichterstattung hĂ€tten, sinnvoll, uns einzuladen – das macht sicher auch keine große MĂŒhe.
Vor allem, weil man die Zielgruppe der jungen und jĂŒngeren Menschen ĂŒbers Internet viel besser erreicht, als ĂŒber die Tageszeitung.

Selbst wenn wir auf den Seiten der Ortsvereine nachgeschaut hĂ€tten…. war dort der Termin nicht eingetragen… Stimmt nicht ganz, beim OV Leutershausen schon – auf der Startseite.
Aber so weit unten, dass er selbst an einem 24-Zoll-Monitor nicht sofort erkennbar war – und in der MenĂŒleiste gibt es einen Punkt „Termine“ – die allerdings nur bis zum Januar 2011 reichen.

Unter Presseberichte finden sich ausschließlich Dokumentationen der WN und RNZ – von unseren Berichten fehlt hier jede Spur, obwohl eine einfache Verlinkung um ein Vielfaches einfacher ist, als das aufwĂ€ndigere Umkopieren der Zeitungsberichte.

Deshalb habe ich den Eindruck, dass Sie eventuell ĂŒberhaupt nicht an einer Berichterstattung durch das hirschbergblog interessiert sein könnten.

Vielleicht lassen Sie uns das kurz wissen. Wenn wir den OV DRK Hirschberg nicht mehr berĂŒcksichtigen sollen, können wir einen Haken dran machen.

Es gibt viele andere, die uns bei unserer engagierten Arbeit gerne und umfangreich unterstĂŒtzen und an einer – auch kritischen – Berichterstattung interessiert sind – und Sie haben VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass wir solche Angebote bevorzugt behandeln.

Beste GrĂŒĂŸe

Hardy Prothmann
Redaktion hirschbergblog

Am 14.04.2011 um 20:43 schrieb Kurz (DRK-Leutershausen):

Hallo Herr Prothmann,

Herr Frank kann leider aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht auf Ihre Mail antworten, weshalb ich das hiermit fĂŒr ihn ĂŒbernehme.

Ihre Redaktion wurde schlichtweg vergessen zu informieren und das war keine Absicht!

FĂŒr die Zukunft werden wir allerdings bewusst darauf verzichten Ihre Redaktion ĂŒber Termine vom DRK Hirschberg zu informieren. Ihre Mail empfinden meine Vorstandskollegen und ich als eine UnverschĂ€mtheit und so kann man einfach nicht miteinander umgehen.

Wie und ĂŒber welche Medien wir unsere Berichterstattung machen, das mĂŒssen Sie schon uns ĂŒberlassen und das Gleiche trifft auch auf unsere Homepage zu.
Was wir auf unsere Homepage verlinken oder auch nicht, ist immer noch unsere Sache und geht Sie nichts an.

Bitte verschonen Sie uns fĂŒr die Zukunft mit solchen Mails. Wir haben auch volles VerstĂ€ndnis dafĂŒr, wenn Sie andere Angebote bevorzugt behandeln.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Thomas Kurz

Am 15.04.2011 um 14:55 schrieb frank@drk-leutershausen.de:

Sehr geehrter Herr Prothmann,
mit Interesse habe ich Ihren Beitrag eben im Hirschbergblogg gelesen. Es ist mal wieder bezeichnend fĂŒr Ihr VerstĂ€ndnis des Journalismus, daß Sie den Lesern nur das zu lesen geben, was Ihrer Meinung nach zu interessieren hat. Ihr kritscher Journalismus ist leider recht einseitig kritisch.

Leider haben Sie versĂ€umt auch Ihre Mail abzudrucken, damit sich Ihre Leser ein eigenes Bild machen können, von dem was wir als unverschĂ€mt und Sie offensichtlich als ganz normalen Umgangston (oder Scherzhaft gemeint) erachten. Wenn ich in einer Mail etwas scherzhaft meine, dann mache ich das entsprechend kenntlich oder ich muß darauf gefaßt sein, daß es so aufgenommen wird, wie es geschrieben ist. Ihre gesamte Wortwahl ist jedoch nicht dazu angetan, diese Bemerkung auch mit viel Wohlwollen als Scherz aufzufassen!

Daß Ihre Redaktion vergessen wurde war keine böse Absicht – ob Sie mir das jetzt glauben oder nicht. Auch haben sich die beiden großen Printmedien aktiv um eine Berichterstattung bemĂŒht, in dem sie den Kontakt zu uns gesucht haben, was von Ihrer Seite nicht erfolgte. Auch das wĂ€re ein „Erinnermich“ gewesen und hĂ€tte die Angelegenheit positiv beeinflußt. Daß ich seit Januar vier lĂ€ngere Klinikaufenthalte hinter mir habe und dabei leider das eine oder andere auf der Strecke geblieben ist, sei dabei nur am Rande erwĂ€hnt.

Ich werde mich aber nicht weiter zu ihrem Artikel Ă€ußern aber mein Eindruck, der sich leider regelmĂ€ĂŸig bestĂ€tigt, ist, daß KritikfĂ€higkeit immer nur von Ihnen eingefordert wird aber selbst sind Sie dazu offensichtlich nicht bereit oder legen mit Verweis auf Ihren journalistischen Anspruch unterschiedliche MaßstĂ€be an. Das kann und werde ich nicht akzeptieren.

Da außerdem im Hirschbergblog keine faire Möglichkeit einer Stellungnahme besteht, und Sie offenbar nur das veröffentlichen was Sie fĂŒr genehm erachten (wie auch bei den Berichten ĂŒber die Hirschberger Homepage vom 15. Juli 2010 zu lesen ist „… wir haben Ihren Beitrag nur freigeschaltet weil….“ ) werde ich da auch nicht mehr Kraft investieren als ohnehin bereits drauf gegangen ist.

Ich denke, wir brauchen unser Licht beim DRK nicht unter den Scheffel zu stellen. Wenn dabei ein einzelner Jounalist meint, mit dem erhoben Zeigefinger und völlig unpassende und falschen Kommentare zu unseren GrundsĂ€tzen verbreiten zu mĂŒssen, dann kann ich damit leben. NeutralitĂ€t bezieht sich im Zusammenhang mit unseren GrundsĂ€tzen nunmal nicht auf die Presse. Ich empfehle Ihnen die entsprechende LektĂŒre der GrundsĂ€tze des Roten Kreuzes unter http://www.drk.de/ueber-uns/auftrag/grundsaetze.html oder in der Satzung auf unnserer Homepage.

Freundlicher Gruß
Michael Frank

Was fĂŒr das DRK Hirschberg „unverschĂ€mt“ bedeutet oder die Frage nach der „Absicht“


Guten Tag!

Hirschberg, 15. April 2011. (red) Die DRK-Ortsvereine Großsachsen und Leutershausen fusionieren. Ein historischer Moment. Man darf zu recht davon ausgehen, dass das so schnell nicht noch einmal passiert. Unsere Redaktion wurde nicht zu diesem Termin eingeladen – dahinter steckte „keine Absicht“, wie uns Kassenwart Thomas Kurz per email wissen lĂ€sst: „Ihre Redaktion wurde schlichtweg vergessen zu informieren.“ Genau das haben wir angemahnt und tun es nochmals. Diesmal aber öffentlich und möglicherweise auch „unverschĂ€mt“ – wie uns das unterstellt wird. Wer sich fĂŒr was „schĂ€men“ muss, entscheiden die Leserinnen und Leser selbst.

Von Hardy Prothmann

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist eine der weltweit grĂ¶ĂŸten Hilfsorganisationen mit einer enormen Bedeutung fĂŒr die freie Wohlfahrtspflege. Insgesamt ist die Organisation eher dezentral oder föderalistisch organisiert.

Das hat Vorteile, weil nicht „von-oben-runter“ deligiert wird – aber es hat auch entscheidende Nachteile, da die Organisationseinheiten eine große Eigenverantwortung tragen.

Und das Deutsche Rote Kreuz und alle seine darin vereinigten Unterorganisationen bekennen sich zu den sieben GrundsĂ€tzen: „Menschlichkeit, Unparteilichkeit, NeutralitĂ€t, UnabhĂ€ngigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und UniversalitĂ€t.“

DRK heißt Verantwortung

Die Mitglieder bringen sich mit hohem Einsatz ein und fordern den Einsatz durch UnterstĂŒtzer, sei es durch MitgliedsbeitrĂ€ge, Geld- oder Blutspenden, um „Gutes zu tun“ – Millionen Menschen unterstĂŒtzen das DRK dabei. Diese Menschen haben aber auch das Recht zu erfahren, wie das DRK arbeitet, was mit den Spenden passiert, wie die Organisation also mit der freiwilligen Hilfeleistung der UnterstĂŒtzer umgeht. Auch das ist Teil der DRK-Verantwortung.

Welches VerantwortungsgefĂŒhl hat man beim DRK Hirschberg?

Und hier mĂŒssen sich die frĂŒheren Ortsvereine des DRK Großsachsen und Leutershausen und er neue „Gesamtortsverband“ DRK Hirschberg fragen lassen, wie sie dieser Verantwortung in Zukunft nachkommen wollen.

Die Frage muss gestellt werden, weil es offensichtlich „Konflikte“ gibt. Beispielsweise gegenĂŒber unserer Redaktion. Die GrĂŒnde sind uns unbekannt, weil nie benannt worden. Aber mindestens die GrundsĂ€tze „Unparteilichkeit, NeutralitĂ€t, UnabhĂ€ngigkeit“ werden nicht eingehalten und sogar ganz bewusst verletzt.

Wir haben gegenĂŒber dem frĂŒheren Leutershausen-Vorsitzenden Michael Frank (der nun Gesamtvorsitzender ist) mehrmals deutlich gemacht, dass wir an einer Berichterstattung ĂŒber die AktivitĂ€ten des DRK sehr interessiert sind. Leider wurden wir hĂ€ufig nicht oder nur sehr kurzfristig auf „Termine“ eingeladen.

Zum Termin der „Fusion“ wurden wir nicht eingeladen. Wir hĂ€tten gerne ĂŒber diesen „historischen Abend“ berichtet – aber ohne Kenntnis war uns das nicht möglich. Die Redaktionen der Weinheimer Nachrichten und der Rhein-Neckar-Zeitung sind eingeladen worden. Uns hatte man schlichtweg „vergessen“ – „ohne Absicht“, wie uns KassenprĂŒfer Thomas Kurz per email mitgeteilt hat.

„Keine Absicht“

Wie man „ohne Absicht“ eine von drei Redaktionen, die regelmĂ€ĂŸig ĂŒber Hirschberg berichten, „schlichtweg vergessen“ kann, ist uns nicht einsichtig.

Noch viel weniger können wir „einsehen“, dass das DRK Hirschberg „keine Absicht“ zeigt, möglichst viele Menschen fĂŒr seine (wohlfĂ€hrigen) Ziele und Leistungen zu erreichen und zu begeistern. Denn die einen lesen die Weinheimer Nachrichten, andere die Rhein-Neckar-Zeitung und wieder andere nur unser (noch junges) Angebot.

Im Schnitt haben wir gut 300 Leserinnen und Leser pro Tag in Hirschberg – umgerechnet auf Haushalte und Familien erreichen wir also nach einem Jahr Berichterstattung schon gut zehn Prozent der Hirschberger Bevölkerung – aktive Leserinnen und Leser, denn unser Angebot „liegt nicht auf dem Tisch“, man muss es aufrufen. Das wertet diese zehn Prozent enorm auf.

„Schlicht vergessen“

Über das „schlichtweg vergessen“ haben wir uns beschwert. Weil unsere Leserinnen und Leser von uns erwarten, dass wir ĂŒber das Ortsgeschehen berichten. Das ist auch unser Anspruch, dem wir so gut wir es können, nachkommen. Wir bemĂŒhen uns sehr. Doch das ist nicht immer einfach.

Auch nicht mit dem DRK in Hirschberg. Wir haben deshalb die grundsĂ€tzliche Frage gestellt, ob das DRK Hirschberg kĂŒnftig an einer Berichterstattung durch unsere Redaktion interessiert ist. Das war ironisch gemeint, weil wir uns nicht vorstellen konnten, dass eine Hilfsorganisation an einer Bericherstattung fĂŒr Wohlfahrtszwecke nicht interessiert sein könnte.

„Eindeutige“ Antwort

Doch die Antwort des DRK Hirschberg, geschrieben von Herrn Thomas Kurz, ĂŒberrascht eindeutig:

„FĂŒr die Zukunft werden wir allerdings bewusst darauf verzichten Ihre Redaktion ĂŒber Termine vom DRK Hirschberg zu informieren. Ihre Mail empfinden meine Vorstandskollegen und ich als eine UnverschĂ€mtheit und so kann man einfach nicht miteinander umgehen.
Wie und ĂŒber welche Medien wir unsere Berichterstattung machen, das mĂŒssen Sie schon uns ĂŒberlassen und das Gleiche trifft auch auf unsere Homepage zu.“

Da Herr Kurz im Namen des Vorstands des DRK Hirschberg schreibt, stellen wir fest, dass das DRK Hirschberg kein Interesse hat, unsere Leserinnen und Leser ĂŒber die AktivitĂ€ten des DRK Hirschbergs zu informieren.

Wiegen „Befindlichkeiten“ mehr als „Ziele“?

Wir stellen weiter fest, dass „Befindlichkeiten“ des Vorstands offensichtlich mehr wiegen, als die Ziele der Hilfsorganisation Deutsches Rotes Kreuz.

Wir stellen weiter fest, dass der Vorstand des DRK Hirschberg offensichtlich ein „problematisches bis gestörtes VerhĂ€ltnis“ zum Artikel 5 unseres Grundgesetzes ĂŒber die freie Meinungsbildung und -Ă€ußerung hat und denkt, dass ein Vereinsvorstand darĂŒber befinden kann, „ĂŒber welche Medien wir unsere Berichterstattung machen“.

Wir sind ein unabhĂ€ngiges, freies Medium und lassen uns von niemandem vorschreiben, „wie unsere Berichterstattung zu machen ist“.

Die Öffentlichkeit hat Rechte

DarĂŒber hinaus stellen wir fest, dass es nie unsere Absicht war, die Öffentlichkeitsarbeit fĂŒr das DRK Hirschberg zu ĂŒbernehmen. Wir raten aber verbindlich, ĂŒber die öffentliche Wirkung solcher Äußerungen dringend nachzudenken.

Was den „Umgang“ angeht – der sollte höflich und respektvoll sein. Vor allem gegenĂŒber der Öffentlichkeit. Als Medienvertreter sind wir uns bewusst, dass wir „ein Fenster zur Welt“ aufmachen und welche Verantwortung wir fĂŒr den „Ausblick“ tragen.

Als Vorstand sollte sich das DRK Hirschberg bewusst sein, was es bedeutet, die „RollĂ€den runter zu lassen“ und sich einem kritischen Blick zu entziehen, dem man sich nicht entziehen kann, wenn man fĂŒr das öffentliche Wohl eintreten will und damit auch der Öffentlichkeit Rede und Antwort zu stehen hat.