Montag, 27. Juni 2022

Zustimmung zur Kooperation zwischen Rhein-Neckar-Kreis, dessen StÀdten und Gemeinden

Hirschberg beteiligt sich an Klimaschutz

Hirschberg, 13. Dezember 2013. (red/ld) Gestern stimmte der Gemeinderat der Kooperationsvereinbarung ĂŒber eine abgestimmte Vorgehensweise im Klimaschutz zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und den StĂ€dten und Gemeinden zu. Damit soll ein gemeinsamer Beitrag gegen die ErderwĂ€rmung geleistet werden. Die Gemeinde Hirschberg hat bereits ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen. GemeinderĂ€tin Monika Maul-Vogt (GLH) bezweifelte, dass es so genannt werden dĂŒrfe. [Weiterlesen…]

GesundheitsschÀden durch Kohlekraftwerke

Keine gesundheitlichen Auswirkungen fĂŒr unmittelbare Nachbarn

Das Großkraftwerk Mannheim ist mit seinen Emissionen bundesweit fĂŒr 71 vorzeitige TodesfĂ€lle verantwortlich. Allein fĂŒr den Block 9 rechnen Forscher mit 48 FĂ€llen. Er geht 2015 ans Netz.

 

Mannheim/Rhein-Neckar, 04. April 2013. (red/ld) Wer nahe am Kohlekraftwerk wohnt, lebt lĂ€nger. Eine Studie der UniversitĂ€t Stuttgart im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace, die gestern vorgestellt worden ist, sorgt fĂŒr Aufregung. Daraus geht hervor, dass Kohlekraftwerke mit giftigen Feinstaubemissionen die Lebenszeit der Deutschen jedes Jahr um 33.000 Lebensjahre verkĂŒrzen. Das entspricht 3.100 Menschen pro Jahr, die frĂŒhzeitig sterben. FĂŒr 71 davon ist das kohlebetriebene Großkraftwerk Mannheim verantwortlich. Die gesundheitsschĂ€dlichen Auswirkungen zeigen sich aber erst in weiter Umgebung der Kraftwerke. [Weiterlesen…]

Eine Studie der UniversitÀt Stuttgart misst erstmals Schadstoffverbreitung von Kohlekraftwerken

Großkraftwerk verursacht jĂ€hrlich 71 vorzeitige TodesfĂ€lle

Der Block 9 des Großkraftwerk Mannheim soll 2015 in Betrieb gehen. Wissenschaftler der UniversitĂ€t Stuttgart haben im Auftrag von Greenpeace errechnet, dass rund 48 vorzeitige TodesfĂ€lle im Jahr auf sein Konto gehen werden. Foto: GKM AG

 

Mannheim/Rhein-Neckar, 04. April 2013. (red/pm) Laut einer Studie der UniversitĂ€t Stuttgart setzen Kohlekraftwerke neben Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid auch Feinstaub, giftige Metalle und Schwefeldioxid frei. Diese Stoffe seien verantwortlich fĂŒr Atemwegserkrankungen, Asthma und verkĂŒrzen die Lebenszeit deutlich, und zwar deutschlandweit um 33.000 Lebensjahre pro Jahr. Bezogen auf die Bevölkerung entspricht das 3.100 frĂŒhzeitiger TodesfĂ€lle im weiten Umkreis von Kohlekraftwerken. 71 davon gehen laut der Studie auf das Konto des kohlebetriebenen Großkraftwerk Mannheim. Wenn der Block 9 in zwei Jahren in Betrieb geht, rechnen die Forscher mit etwa 48 vorzeitigen TodesfĂ€llen, allein fĂŒr diese Anlage. Die Blöcke 3 und 4 werden dann abgeschaltet. Die Blöcke 6, 7 und 8 bleiben am Netz.

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Hilfeleistung fĂŒr den Klimaschutz – Genossenschaft plant Photovoltaik auf HLZ-Dach

Hirschberg, 23. November 2011. (red) In Hirschberg gibt es seit einigen Monaten eine Initiative von BĂŒrgern mit dem Ziel der GrĂŒndung einer Energiegenossenschaft. Diese will sich der Umsetzung von Projekten widmen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Als erstes Projekt soll eine Photovoltaikanlage auf den DachflĂ€chen des neuen Hilfeleistungszentrums entstehen. Im Gemeinderat wurde das Projekt kontrovers diskutiert – es ging vor allem um die Pachthöhe.

Von Sabine Prothmann

Geplant sind dort etwa 360 Solarmodule mit 90 Kilowatt Peak (kWp) Leistung, was einem Jahresertrag von etwa 80.000 Kilowatt pro Stunde (kWh) entspricht, die dann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden sollen.

Photo-Zelle. Quelle: Wikipedia, GNU 1,2

Die Kosten einer Erstinstallation von 200.000 Euro sollen ĂŒber Einlagen sowie ĂŒber Darlehen von kĂŒnftigen Genossenschaftsmitgliedern finanziert werden. An Einnahmen werden jĂ€hrlich rund 20.000 Euro erwartet.

Bei schon lĂ€nger bestehenden Anlagen ist fĂŒr eine Dachverpachtung ĂŒblicherweise kein jĂ€hrlicher Festbetrag vereinbart, sondern die Pacht einnahmeorientiert.

Üblich sind SĂ€tze von einem bis acht Prozent jĂ€hrlich. Bei Anfangsprojekten sollen nach Auffassung der Hirschberger Verwaltung maximal zwei Prozent angesetzt werden, bei geschĂ€tzten Einnahmen von 20.000 Euro wĂ€ren dies 400 Euro pro Jahr.

„Ich halte dies fĂŒr ein gutes und förderungsfĂ€higes Projekt“, sagte BĂŒrgermeister Manuel Just und bedauerte, „als Gemeinde haben wir nicht die LiquiditĂ€t, um es selbst zu machen“. Den vorgeschlagenen Pachtpreis von zwei Prozent bezeichnete der BĂŒrgermeister als Ă€ußerst fair.

„Wir sollten uns beteiligen.“ BM Just

„Wir sollten uns aus wirtschaftlichen Belangen und auch aus ImagegrĂŒnden an der Energiegenossenschaft beteiligen“, sagte Just.

Tendenziell halte die Verwaltung einen Betrag in Höhe von 4000 Euro fĂŒr angemessen. Dieser sei nach zehn Jahren bei einer Pacht von 400 Euro jĂ€hrlich bezahlt und sogar noch schneller durch die Rendite.

Über die Verpachtung der DachflĂ€che an die Energiegenossenschaft herrschte bei allen Fraktionen positive Übereinstimmung.

Der Pachtpreis und die Höhe der Beteiligung wurden jedoch kontrovers diskutiert.

Kontroverse Diskussion.

Die Initiative betrachte auch die CDU-Fraktion insgesamt als gut, es stelle sich aber die „Frage nach der Wirtschaftlichkeit fĂŒr die Gemeinde“, sagte Gemeinderat Matthias Dallinger.
Im Internet habe er ganz andere Pachtpreise gefunden.

Just entgegnete, der Pachtpreis fĂŒr die DachflĂ€che der Karl-Drais-Schule liege bei Null. Insgesamt gĂ€be es 63 Energiegenossenschaften in Baden-WĂŒrttemberg. Mit fĂŒnf Genossenschaften sei die Gemeinde im GesprĂ€ch gewesen.

„Wir bieten unseren BĂŒrgern etwas an. Die Resonanz beim BĂŒrgertag ist sehr gut gewesen“, so Just. CDU-Gemeinderat Matthias Dallinger: „Mir ist der Preis zu gering.“ Zudem wollte er wissen, wie das mit kĂŒnftigen PachtvertrĂ€gen aussĂ€he. „Jedes GebĂ€ude ist ein Einzelfall“, und so bleibe es immer eine Einzelfallentscheidung. „Der Preis wird am Markt entschieden“, entgegnete BĂŒrgermeister Just.

„Ich sag` meinen Enkeln, dass ich dabei war“, sagte Gemeinderat Fritz Bletzer (Freie WĂ€hler). Aber auch er fand 400 Euro Pacht zu knapp bemessen. „Wir plĂ€dieren fĂŒr 500 Euro.“
Bletzer bezeichnete es als „Pflicht“ hier mitzumachen, ergĂ€nzte aber „wir mĂŒssen noch mal ĂŒber den Pachtvertrag reden“.

„Dies ist bisher das GeschĂ€ft der laufenden Verwaltung gewesen. Das soll auch in Zukunft so bleiben“, meinte der BĂŒrgermeister und zeigte sich verwundert ĂŒber den einen oder anderen Einwand.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sagte: „Dies ist der richtige Schritt in die richtige Richtung“. Sie schlug vor, den Pachtpreis zunĂ€chst auf zwei Prozent festzulegen, ihn aber nach zehn Jahren zu erhöhen. Oliver Reisig (FDP) forderte einen Fixpreis von 500 Euro pro Jahr.

„Das sind keine Leute, die Geld verdienen wollen, da gehört Idealismus dazu und es ist nur zu hoffen und ihnen zu gönnen, dass es sich rentiert“, sagte Karl-Heinz Treiber (GLH).

Renditefragen: Höher, geringer, gestaffelt.

Die einen wollen den Pachtvertrag nochmals vorgelegt bekommen (FW), die anderen eine höhere Pacht (CDU und FDP) beziehungsweise eine geringere Beteiligung (FDP) und die SPD eine gestaffelte Pacht. „Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll?“, sagte Just. Gemeinderat Volk (FW) beschwichtigte, „wir liegen nur Nuancen auseinander.“

Letztlich wurde vom Gemeinderat die Verpachtung der 900 Quadratmeter der DachflĂ€che des Kommunalen Hilfeleistungszentrums an die noch zu grĂŒndende Energiegenossenschaft „Hohe Waid“ einstimmig beschlossen.

Bei fĂŒnf Gegenstimmen wurde als zweiter Punkt die Ausarbeitung eines Gestaltungsvertrags an den Verwaltungsausschuss gegeben. Hier soll dann auch die Pachthöhe festgelegt werden.

Der Beteiligung an der noch zu grĂŒndenden Genossenschaft mit einem Betrag in Höhe von 4000 Euro stimmte der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen (FDP) und einer Enthaltung zu.